Seit den 1970er-Jahren kam es bereits 21-mal zu einem Shutdown in den USA, im Schnitt war dieser nach acht Tagen wieder beendet. Fünf dauerten nur einen Tag, der bislang längste zog sich über 34 Tage. Auch dieses Mal reagiert der Aktienmarkt bislang gelassen: Die großen US-Indizes geben zwar leicht nach, größere Ausschläge bleiben jedoch aus. Der DAX gerät im Schlepptau der negativen US-Vorgaben unter Druck und dürfte etwas leichter in den Handel starten.

Während die Schwankungen zunehmen, lässt sich aber auch etwas anderes feststellen: Im Schnitt steigen Aktienkurse während der Shutdowns. In 12 von 21 Shutdowns ist der S&P 500 an der Wall Street gestiegen, wenn auch nur um 0,1 Prozent. Wer langfristig im Markt geblieben ist, konnte seit dem ersten Shutdown im Jahr 1957 aus 1.000 rund 83.000 Dollar machen. Es könnte also der beste Rat für Anleger sein, das Thema einfach zu ignorieren.

Als Resultat des Shutdowns könnte der Arbeitsmarktbericht am Freitag nicht pünktlich

erscheinen. Das sind Daten, auf die man in New York und Frankfurt angesichts der hohen Erwartungen an Zinssenkungen der Fed sehnlichst wartet. Nimmt man den Investoren diese Daten, wenn auch nur für wenige Tage, bringt man Traditionen aus dem Rhythmus, und Unsicherheit macht sich breit. Unsicherheit äußert sich in den Kursen oft durch höhere Schwankungen.

Der DAX wird derzeit beherrscht von zwei nebeneinanderliegenden Handelsspannen: einer tieferen (September) und einer höheren (Juli und August). Entscheidend ist, welche dieser Spannen der Markt jetzt bevorzugt; bislang fehlt ein eindeutiger Trend. Der DAX ist gestern aus der tieferen Handelsspanne nach oben ausgebrochen. Bleibt die Unterstützung bei 23.800 Punkten intakt und überspringt der Index jetzt auch noch die 23.950 Punkte, könnte er schnell bis in die höhere Handelsspanne vorrücken. Ein Plus von etwa 450 Punkten wäre dann möglich. 

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