Die Schnäppchenjäger haben im DAX wieder zugeschlagen und stoisch gekauft, obwohl oder vielleicht sogar gerade, weil die Nachrichtenlage schlecht ist. Sei drinnen, um zu gewinnen: Das Mantra "Buy the Dip" hat in zahlreichen Investorenkreisen aus gutem Grund Anklang gefunden. Der DAX ist wochenlang gestiegen, obwohl es negative Nachrichten gab, also warum soll es ausgerechnet jetzt anders sein? Natürlich dürfte diese Haltung irgendwann bestraft werden, sollte der Markt kippen. Bis es aber so weit ist, wird gekauft.
Die Aktienkäufer fühlen sich motiviert durch eine Art geldpolitischen Rettungsschirm. Den schwachen Arbeitsmarktdaten vom Freitag folgt reflexartig eine Zunahme der Spekulation auf eine Zinssenkung der Federal Reserve im September. Die Bullen werden zusätzlich motiviert durch eine zumindest in den USA sehr stark verlaufende Berichtssaison. Die Quartalsergebnisse sind dreimal besser als die Erwartungen – das war schon mindestens vier Jahre lang nicht mehr der Fall.
Technisch kann nun aber ein Argument angeführt werden, das die Dip-Käufer warnen sollte: Gestern wurde trotz der Erholung eine obere Trendwende im DAX aktiviert. Der Bereich zwischen 23.850 und 24.000 Punkten könnte jetzt als Widerstand fungieren. Kommt kein neues Rekordhoch, gilt die Trendwende als weiterhin aktiv, auch wenn die Kurse darüber steigen sollten. Daraus könnte eine Korrektur der Kurse in den kommenden Wochen werden, die sich bis auf 22.000 oder gar 21.000 Punkte ausdehnt.
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