Die weiter fallenden Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus in China sorgen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung an den Aktienmärkten. Von nun an geht es darum, die genaue Schwere der wirtschaftlichen Schäden durch die Quarantäne der betroffenen Gebiete zu eruieren. Für die Anleger scheint aber schon jetzt festzustehen, dass das Szenario einer anstehenden Erholung der Unternehmensgewinne an der Wall Street deshalb nicht verworfen werden muss.
Trotz der Rally an der Wall Street mit immer neuen Höchstkursen trennen sich nur wenige Vorstände von ihren Aktien. Das deutet auf Zuversicht in das Wachstumspotenzial ihrer Unternehmen und der Gesamtwirtschaft hin. Zum Ende des Jahres könnte das Gewinnwachstum wieder im zweistelligen Bereich liegen, so die Erwartungen der Investoren. Das nehmen die Börsen heute vorweg.
Die Kreditratingagentur Standard & Poor's rechnet mit einer beginnenden wirtschaftlichen Erholung in China im dritten Quartal und mit einem Aufholen der Produktionslücke bis Ende 2021. Das ist lange, bedeutet aber auch, dass die Märkte in der Zwischenzeit durch diese Belastungsfaktoren geldpolitische Unterstützung benötigen.
Auch fiskalpolitisch scheint sich der Konsens in der Europäischen Union in die Richtung zu entwickeln, bei einer konjunkturellen Schwäche zu intervenieren und das Wachstum zu stützen. Es besteht durchaus die Chance, dass das Coronavirus als ein solches Risiko für eine Wachstumsdelle angesehen wird, die ausreichend ist, diese Pläne auch in die Tat umzusetzen. So hofft die Börse derzeit auch darauf, dass die jüngsten politischen Unsicherheiten zu einer höheren Flexibilität in der deutschen Wirtschaftspolitik führen werden.
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