Frankreichs Premierminister Bayrou hat wie erwartet die Vertrauensabstimmung im französischen Parlament verloren. Mit der nun startenden politischen Hängepartie wird das Schuldenproblem der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone nicht kleiner. Und doch finden die im Fokus stehenden Staatsanleihen den vierten Tag in Folge Käufer.
Das strahlt die notwendige Ruhe aus, um den DAX nach seinem Absturz weiter zu stabilisieren. Für eine echte Erholung reicht es allerdings nicht. Der Index befindet sich weiterhin im technischen Niemandsland zwischen der runden 24.000er Marke und dem Augusttief, bei dessen Unterschreiten sich die Korrektur fortsetzen könnte.
Die Anleger kaufen die Schwäche bei französischen Staatsanleihen und nutzen Renditen, die zu den höchsten seit über einem Jahrzehnt zählen. Es ist alles eine Frage des Preises. Bei einer 30-jährigen Rendite von 4,5 Prozent war die Nachfrage plötzlich wieder da, obwohl das Land vor einer politisch schwierigen Phase steht. Die Rendite schlägt den Mietzins der meisten Immobilien, ist besser als Tages- oder Festgeld und gleicht obendrein die Inflation mehr als aus. Anleger entdecken in diesen Tagen, dass sie über ihren Broker nicht nur Aktien, sondern auch Anleihen mit attraktiven Renditen kaufen können.
Der weltweite Ausverkauf bei Staatsanleihen hatte seinen Ursprung vor einer Woche in den USA. Dort setzen die Anleger jetzt alles auf die US-Notenbank in der kommenden Woche. Die Fed soll es richten. Sie soll nicht nur die Zinsen senken, sondern auch konkrete Aussagen über weitere Schritte in den kommenden Monaten machen.
Heute werden die Arbeitsmarktdaten für das im März abgelaufene Fiskaljahr in den USA revidiert. Anleger befürchten nichts Gutes. Die amerikanische Wirtschaft könnte bis zu eine Million Stellen weniger geschaffen haben als ursprünglich gemeldet. Eine deutliche Revision könnte die Fed dazu bewegen, gleich mehrmals an der Zinsschraube zu drehen.
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