Nachdem es gestern so aussah, als stünden die Leerverkäufer unter Druck, sind es heute die Käufer, die gestern zu den hohen Kursen eingestiegen sind, die nervös werden müssen. Die Halbwertzeit des Glaubens an eine friedliche Lösung im Handelskrieg ist kurz. Es steht bis dato nicht fest, ob China wirklich die Autozölle kappen wird, wie vom US-Präsidenten per Twitter gemeldet. Es wäre eine dramatische Eskalation, wenn China den US-Präsidenten öffentlich bloßstellen würde. Für den Moment muss man davon ausgehen, dass eine Mehrheit der Anleger dem medial gut inszenierten Auftritt des US-Präsidenten vom Wochenende eher misstraut.

In Frankfurt gilt es heute Morgen erst einmal, den neuen Haushaltsentwurf aus Rom abzuwarten. Eine Einigung mit Brüssel wäre eine gute Nachricht für die Anleger. Technisch betrachtet geht es jetzt darum auszuloten, ob die gestern entstandene Kurslücke im Deutschen Aktienindex zum Freitag geschlossen werden kann und dort wieder Käufer auf ihren Einstieg warten. Der DAX ist immer noch dabei, seinen Boden zu finden. 

Zu einem nächsten empfindlichen Einbruch kann es dann kommen, wenn der Waffenstillstand gebrochen wird. Betrachtet man die Wankelmütigkeit beider Parteien und die Angespanntheit der Situation, dann sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die dreimonatige Frist hält. Ein Bruch des Waffenstillstands ist jetzt das große Risiko an der Börse.
 

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