Ein paar schwache Tage ja, eine Trendwende nein – so fällt für den Moment das technische Urteil zur Lage am deutschen Aktienmarkt aus. Über 13.827 Punkten ist der Aufwärtstrend im DAX intakt, darunter könnte es etwas ungemütlicher werden. Die Investoren beschäftigen sich derzeit mit der Frage, wie belastend sich eine wieder anziehende Inflation auf die Kursentwicklung von Aktien auswirken könnte.
Die Rally weltweit wird hauptsächlich getragen von Technologieaktien, die in einem deflationären Umfeld fast schon wie defensive Sektoren zu bewerten sind. Schließlich hat dieser Sektor bewiesen, mit fallenden Preisen ausgezeichnet umgehen zu können. Jeder kennt es: Der Kauf eines Computers in einem Jahr wird weitaus günstiger sein als der Kauf des gleichen Modells heute. In einem inflationären Umfeld dagegen sind andere Sektoren eher die erste Wahl. Was zu der Frage führt, wie eine solche Sektor-Rotation, so sie denn kommt, vonstatten gehen und welches Risiko sie für die laufende Hausse darstellen könnte.
Dafür spielt unmittelbar eine Rolle, wie schnell die Zinsen in den USA kurzfristig noch steigen werden und wie die US-Notenbank auf diese Entwicklung reagieren wird. In den USA könnte es eine engere Kontrolle der Zinskurve geben wie in Japan, also eine Situation, in der es das geldpolitische Ziel ist, einen Zinsanstieg gar nicht mehr zuzulassen. Dann könnten am Aktienmarkt bis zu dem Punkt die Kurse tendenziell eher fallen, an dem die Fed genau diesen politischen Kurswechsel wie in Japan vollzieht.
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