Noch ist es sehr ruhig auf dem Frankfurter Börsenparkett, es könnte aber die berüchtigte Ruhe vor dem Sturm sein. Auf dem aktuellen Niveau sollte es sich der Deutsche Aktienindex nicht allzu bequem machen, denn nur gute 200 Punkte tiefer liegt ein Bereich, der möglichst nicht unterschritten werden sollte, um nicht eine stärkere Korrektur oder am Ende gar einen Crash auszulösen. Dringlichste Aufgabe ist deshalb jetzt die Rückeroberung der psychologisch wichtigen Marke von 12.000 Punkten, am besten gleich ein Lauf über 12.100 Punkte, um das Signal für einen erfolgreich ausgebildeten Boden zu senden.
Schon jede kleine weitere Eskalation im Handelsstreit oder aber weitere Verwerfungen an den Devisenmärkten in den Schwellenländern dürften ausreichen, um Druck auf den Markt auszuüben. Denn die Bären stehen in den Startlöchern, um die aktuelle Unsicherheit für sich zu nutzen und dann zu profitieren, wenn die Kurse fallen. Dreht der Markt allerdings wieder schnell nach oben, müssen sie aus ihren Positionen erneut raus und würden die Aufwärtsbewegung dann ebenfalls wieder beschleunigen. Volatilität dürfte für diese Woche deshalb vorprogrammiert sein.
Fundamental könnten die starken Arbeitsmarktdaten aus den USA vom Freitag noch ihre Wirkung entfalten. Und zwar eine negative auf die Aktienkurse weltweit. Denn die Stundenlöhne sind so stark gestiegen wie seit 2009 nicht mehr. Der robuste Arbeitsmarkt zeigt erste Anzeichen von Lohndruck, was wiederum die Inflation anheizen und die Notenbank zu einem noch schnelleren Tempo in Sachen Zinsanhebungen zwingen könnte. Der September ist klar, eine weitere dann noch in diesem Jahr, aber wie viele Zinsschritte nach oben werden es im nächsten Jahr? Das ist die noch offene und alles entscheidende Frage, die darüber entscheidet, ob der längste Bullenmarkt aller Zeiten an der Wall Street weitergeht oder die Bären für eine längere Zeit das Zepter übernehmen werden.
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