In der Regel bestätigen immer tiefere Niveaus innerhalb eines Abwärtstrends die Richtung und eine nächste Verkaufswelle drückt die Aktienkurse weiter nach unten. Aber aktuell können sich weder an der Wall Street noch in Frankfurt die Pessimisten durchsetzen. Stattdessen müssen sie ihre leerverkauften Positionen glattstellen, was wiederum die Aufwärtsbewegung der vergangenen 24 Stunden erklärt. 

Damit hat auch der Deutsche Aktienindex die Möglichkeit, fast idealtypisch sein saisonales Jahrestief am Tag der Deutschen Einheit zu setzen. Dafür aber ist jetzt eine Bodenbildung und ein mehrmonatiger Anstieg nötig, woran vielen Anlegern im Moment ein wenig der Glaube fehlt. Auch der S&P 500 in New York hat die 200-Wochenlinie erneut getestet und es läuft der Versuch, diese wie schon Mitte Juni zu verteidigen. Ob auch dieses Mal eine stärkere Erholungsrally von diesem Niveau aus einsetzt, bleibt abzuwarten. 

Auftrieb gibt dem Aktienmarkt die Nachricht aus Australien, wo die Notenbank den Leitzins weniger stark angehoben hat als erwartet und dafür die Wachstumsschwäche der Konjunktur als Grund anführte. Auch in den USA deuten mehrere Indikatoren auf einen nachlassenden Schwung im Wirtschaftswachstum. Jetzt hoffen die Investoren, dass die Schritte in Sydney und London Schule machen werden. In der vergangenen Woche war bereits die britische Notenbank mit einem expansiven Anleihekaufprogramm von ihrem zuvor dogmatischen Kurs abgewichen, die Inflation um jeden Preis bekämpfen zu wollen. 

Für die Aktienmärkte bedeuten die Hinweise auf ein Einknicken der Geldpolitik die Perspektive, dass am Ende doch mehr Liquidität als erwartet in Umlauf bleibt. Das wiederum hieße auch mehr Geld für Aktienkäufe und die Attraktivität der Aktie relativ zu Anleihen würde wieder etwas gestärkt.

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