Die Freude über die besser als erwarteten Inflationsdaten aus den USA ist am deutschen Aktienmarkt schnell wieder verflogen. Die Preise sind im September mit drei Prozent sowohl in der Kernrate als auch in der Gesamtinflation weniger stark gestiegen als vom Markt erwartet. Da allerdings im Vorfeld der durch den Shutdown verspäteten Daten die nächsten zwei, von vielen bereits drei Zinssenkungen der US-Notenbank eingepreist wurden, blieb das positive Überraschungspotenzial entsprechend begrenzt. Zur Stunde können die Aktienindizes an der Wall Street ihre Gewinne zumindest noch halten.
Bleibt das so, könnte auch der DAX nach der Verschnaufpause mit dem nötigen Rückenwind aus New York in der kommenden Woche einen nächsten kräftigen Schluck aus der Pulle nehmen und sich in Richtung Allzeithoch aufmachen. In diesem Fall hätten die Anleger auch den zweiten saisonal schwächeren Börsenmonat unbeschadet überstanden und könnten sich auf die Jahresendrallye konzentrieren. Auf diesem Weg hält der Terminkalender allerdings noch einige Hürden in der kommenden Woche parat.
So berichten am Mittwoch und Donnerstag mit Microsoft, Meta, Alphabet, Apple und Amazon fünf der größten US-Technologieunternehmen, die mit ihren Zahlen und Ausblicken nicht nur ihre Aktien selbst, sondern wegen ihres Gewichts auch die entsprechenden Indizes in Wallung versetzen können. Nach den zwar nicht schlechten, aber für die erfolgsverwöhnten Anleger auch nicht überzeugenden Bilanzen von Netflix, Tesla und SAP in dieser Woche könnte in der ersten Wochenhälfte deshalb noch Vorsicht und Zurückhaltung angesagt sein.
Am Donnerstag soll es dann noch zu dem lang ersehnten Treffen zwischen den beiden Präsidenten Trump und Xi kommen, auf dem die Weichen für die laufenden Handelsgespräche auf allerhöchster Ebene gestellt werden sollen. Auch hier ist alles möglich: von viel Symbolik und wenig Fakten über erkennbare Fortschritte bis zu einer Eskalation und einem Abbruch des Dialogs. Letzteres dürfte den Freitag vor zwei Wochen wieder in Erinnerung rufen, an dem Trump mit 100 Prozent Strafzöllen die geplanten Exportkontrollen Chinas konterte und sich der Wochenschluss zunächst in New York und dann folgend auch in Europa tiefrot färbte.
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