US-Präsident Trump schießt verbal in Richtung eigene Notenbank und gefährdet damit die Unabhängigkeit dieser Institution, die so wichtig ist für das Funktionieren der Geldpolitik. Vor den Zwischenwahlen werden starke Töne angeschlagen, ganz ohne Rücksicht auf zukünftige Entwicklungen. Da sind natürlich Zinsanhebungen der Fed eher lästig. Der US-Dollar knickte daraufhin ein, was einen stärkeren Euro nach sich zog.
Wie Trump hat auch China Einfluss auf die Währungsmärkte genommen und den Yuan abgewertet. Die Abwertung ist die stärkste seit August 2015. Damals brach der Deutsche Aktienindex über mehrere Wochen um 1.600 Punkte ein. Heute kann man da schon eher von einem gewissen Gewöhnungseffekt sprechen.
China betrachtet dies als Teil des Instrumentariums im Handelskonflikt gegen die USA, indem es durch die Abwertung der eigenen Währung einen Vergeltungszoll auf alle US-Waren einführt. In Wahrheit haben wir es hier aber mit der Einführung eines neuen QE-Programms durch die Hintertür zu tun. Chinas Notenbank gibt Liquidität an die eigenen Geschäftsbanken, die dann Kreditpapiere kaufen sollen. Nach einer relativ überschaubaren Zeitspanne geldpolitischer Normalisierungsversuche der meisten anderen Zentralbanken flutet Chinas Notenbank den Markt damit erstmals wieder mit neuer Liquidität.
Das Resultat dieser Aktion war ein einbrechender Yuan und ein fallender DAX. Das ganze trug sich ziemlich exakt heute Nacht um 3:16 Uhr zu, dauerte eine halbe Stunde, danach war der DAX um 90 Punkte gefallen. Der DAX startet heute also mit einer doppelten politischen Einflussnahme auf die Währungsmärkte in den Handel.
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