Fresenius hierzulande, IBM an der Wall Street – enttäuschen die Unternehmen die erfolgsverwöhnten Investoren und Besitzer von aktuell hoch bewerteten Aktien, werden sie abgestraft. Und der Gesamtmarkt gleich mit, denn es geht die Angst um, dass sich in den kommenden Monaten solche Nachrichten häufen werden und der Höhepunkt im Gewinnwachstum der Unternehmen gerade in den USA schon wieder hinter uns liegt. 
 
Und das zu einem Zeitpunkt, indem das Umfeld für Aktien schwieriger wird. Innerhalb der US-Notenbank mehren sich die Stimmen, die stärker steigende Zinsen favorisieren als es der Markt bislang erwartet. Manche Mitglieder plädierten laut gestern Abend veröffentlichtem Sitzungsprotokoll gar für eine zeitweise restriktive Geldpolitik. Um diese sich ändernden geldpolitischen Rahmenbedingungen zu kompensieren, müssten die Unternehmensgewinne schon sehr dynamisch weiter steigen, um die hohen Aktienkurse zu rechtfertigen. Und da passen diese negativen Nachrichten von gestern so gar nicht ins gewünschte Bild der Investoren. 
 
Vor diesem Hintergrund musste auch der Deutsche Aktienindex seine Erholungsrally gestern vorerst beenden, unternimmt aber heute Morgen den Versuch, sich von der Marke 11.695 zu lösen, dem alten Jahrestief aus dem Januar. Bliebe es an der politischen Front rund um den Brexit, Italien und den Handelsstreit ruhig, hätte zwar eine im Gesamtbild eher positiv verlaufende Berichtssaison die Chance, den Aktienmarkt weiter zu stabilisieren und in eine Jahresendrally zu führen. Der in diesem Satz enthaltene Konjunktiv aber drückt die Sorge darüber aus, dass der Mix aus steigenden Risiken, höheren Zinsen und noch immer sehr viel Optimismus im Markt kontraproduktiv wirken und die Börsen eher  bremsen dürfte.

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