Von der Euphorie an der Wall Street lässt sich der Deutsche Aktienindex noch nicht so richtig anstecken. Zu sehr belastet das Thema Brexit die Stimmung auf dem Frankfurter Börsenparkett. Nachdem Theresa May gestern eine klare Absage an eine nochmalige Abstimmung ihres Deals erhalten hat, deutet sich in London eine echte Regierungskrise an.
 
Mindestens aber ist das Risiko eines Ausstiegs ohne Vertrag wieder gestiegen. Wahrscheinlicher ist zwar immer noch eine Fristverlängerung. Mit dieser würde das Thema dann zumindest für eine Weile als börsenrelevantes Thema verschwinden. Aber noch ist alles offen, und deshalb ist am deutschen Aktienmarkt Zurückhaltung angesagt. Der DAX kommt auf seinem Weg nach oben nur langsam voran.
 
Ganz anders die Entwicklungen in New York. Der S&P 500 hat gestern über der wichtigen Hürde von 2.821 Punkten geschlossen und damit den Weg zu den alten Rekordhochs frei gemacht. Die analoge Marke - technisch betrachtet – dazu liegt im DAX 11.700 Punkten. Ein Bruch des dort liegenden Widerstands könnte eine Rally zunächst einmal bis in den Bereich von 12.000 Punkten auslösen. Dazu müsste aber endlich in London und/oder Brüssel eine Entscheidung fallen.
 
An der Wall Street gönnt man sich den Luxus, das Chaos in Europa zu ignorieren und sich im Vorfeld der morgigen Zinsentscheidung bereits im Markt zu positionieren. Man erwartet, dass die Fed grünes Licht für eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in diesem Jahr geben wird. Diesen Luxus kennt man in Frankfurt bislang nicht. Aber es dürfte auch hierzulande nicht unbemerkt bleiben, dass sich die Wall Street klammheimlich nach oben verabschiedet.

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