Am Aktienmarkt findet gerade ein Kräftemessen zwischen den Anlegern statt, die an eine baldige Verbesserung der wirtschaftlichen Lage durch einen Impfstoff glauben und denjenigen, die davor erst einmal den langen und steinigen Weg zurück in die Normalität sehen.
Bereits gestern hatten die Skeptiker wieder die Nase vorn. Die am Montag nach der Nachricht über den Durchbruch in der Impfstoff-Forschung sprunghaft angestiegene Nachfrage nach den in der Pandemie verschmähten klassischen Value-Aktien hat spürbar nachgelassen. Nach einem ersten Sprung in Value haben einige Anleger die Rolle rückwärts gemacht und bei den teilweise stark gefallenen Technologieaktien zugegriffen. Die Verlockung, die wachstumsstarken Titel aus dem Technologiesektor nach dem Ausverkauf zu kaufen, war zu groß. Damit bleibt auch die Frage offen, ob die Umschichtung von Wachstum in Value am Ende nachhaltig sein wird.
Die Unternehmensgewinne im S&P 500 Index sind im dritten Quartal 2020 rund 7,5 Prozent schwächer ausgefallen als noch ein Jahr zuvor. Was erst einmal negativ klingt, ist allerdings eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Einbruch von 21 Prozent noch im zweiten Quartal. Die Unternehmen sind also in der Lage, sich an die neue Situation zu gewöhnen. Die Argumentation, es läge ein steiniger Weg vor uns, ist damit zwar weiter richtig. Aber er ist vielleicht ein bisschen weniger steinig, als sich das viele noch vor wenigen Wochen vorstellen konnten.
Solange der Deutsche Aktienindex die Unterstützung bei 13.104 Punkten verteidigen kann, ist die Pause seit der Montagsrally neutral und nicht im Sinne einer Trendwende zu werten. Der Aufwärtstrend könnte sich unter diesen Voraussetzungen technisch betrachtet fortsetzen. Erst unter 13.104 Punkten würde sich die Situation wieder eintrüben.
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