Die Anleger am deutschen Aktienmarkt trauen der Euphorie in Asien nicht so recht. Am Freitag sah die Börsenwelt durch den kleinen Ausverkauf bei Lufthansa und Continental noch ziemlich düster aus. Auch gab es starke Kursverluste bei amerikanischen Halbleiteraktien. Das war insgesamt nicht die Mischung an Ereignissen, die darauf hindeutet, dass Anleger mit Nachdruck ins Risiko gehen. Die China-Rally könnte damit zu einer Eintagsfliege werden.
Dass Familien in China ab Anfang 2019 mehr von der Steuer absetzen können, kann sich bereits jetzt positiv im chinesischen Konsum niederschlagen, denn gekauft wird nicht bei Betrachtung des aktuellen, sondern des erwarteten Einkommens. Das gutiert die chinesische Börse mit Kurszuwächsen.
Mit einer Steuerreform gewinnt man allerdings keinen Handelskrieg. Die Spannungen mit den USA inklusive der negativen Effekte auf das Wachstum halten an. Der Konflikt, sofern nicht bald gelöst, könnte sogar die positiven Effekte aus der Steuerreform verpuffen lassen. Wenn die Amerikaner China als ein Land brandmarken, das Währungen manipuliert, käme es automatisch zu drastischen Sanktionen.
Dass der DAX bis zum Mittag fast alle Gewinne wieder abgegeben hat, zeigt auch, dass Anleger die Gefahren aus dem schwelenden Handelskrieg als größer erachten als mögliche positive Effekte aus der Steuerreform. Der Akteur im Handelskrieg sitzt in Washington, die Steuerreform Pekings ist nur eine Reaktion auf die jüngste wirtschaftliche Schwäche. Also wartet man jetzt auf die nächsten Schritte aus Washington.
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