Die weltweiten Investoren kehren nach dem Handelsdeal zwischen den USA und China, Trumps erfolgreicher Reise nach Saudi-Arabien und den besseren Inflationsdaten an die Wall Street zurück. Gleichzeitig sehen sie in Frankfurt den DAX nach der 5.000-Punkte-Rally mittlerweile als recht teuer an. Das ist zwar faktisch nicht so; der DAX ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von rund 17 günstiger bewertet als der S&P 500 mit einem KGV von rund 23. Die Anleger setzen aber darauf, dass der Höhepunkt der Unsicherheit in der Handelspolitik vorüber ist und die US-Indizes nun auch wieder ihre Rekordhochs anpeilen.
Die von der Trump-Administration initiierten Chip-Deals verschieben das geopolitische Gewicht der KI-Entwicklung deutlich in den Persischen Golf und verankern US-Technologiekonzerne als zentrale Partner beim Aufbau leistungsstarker regionaler Infrastruktur. Trump tritt wie ein Super-CEO in Saudi-Arabien auf, das bringt Nvidia, Boeing, Starlink und anderen US-Firmen große Aufträge. Die Anleger wittern eine Beschleunigung des Wachstums und steigen ein.
E.ON zeigt den Anlegern mit dem starken Gewinn- und Investitionsanstieg im ersten Quartal eine operative Robustheit seiner Netzinfrastruktur, bestätigt die Prognose und erhöht die Dividende. Der Versorger hat Vertrauen in das langfristige Wachstumspotenzial der Energiewende. Nach dem Kursrutsch von fast sieben Prozent in der Aktie in den vergangenen Tagen könnten die heute vorgelegten Ergebnisse den Kurs zunächst wieder stabilisieren.
Der Rüstungskonzern Renk unterstreicht mit doppelt so hohen Auftragseingängen und dem damit erreichten Rekord eindrucksvoll, warum die Aktie in diesem Jahr so stark gestiegen ist. Für mehr als eine Bestätigung dessen, was die Anleger erwartet haben, reicht es aber nicht. Die Aktie hat nach einer Verdreifachung des Kurses in diesem Jahr schon viel von den guten Ergebnissen vorweggenommen.Charts zu den heutigen Themen am Finanzmarkt, weitere Videos und Marktkommentare von Jochen Stanzl finden Sie im Laufe des Tages auf cmcmarkets.com.
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