- Die BOE hält an ihrer Absicht fest, die Zinsen zu erhöhen.
- Unsicherheit über Brexit und globale Gegenwinde können die BOE zum Stillstand bringen.
- GBP/USD ist vor der Entscheidung anfällig.
Die bekanntesten Zentralbanken der Welt haben eine dovish Haltung angenommen - und vielleicht ist jetzt die Bank of England an der Reihe. Die BOE prognostiziert für die nächsten Jahre Zinserhöhungen, um Inflation und Kredite in Grenzen zu halten. Die "Alte Dame" hat aufgrund der Unsicherheit von Brexit nicht gehandelt - was alle politischen Entscheidungen lahmgelegt hat. Dennoch gehen Gouverneur Mark Carney und seine Kollegen von einem reibungslosen Brexit und Zinserhöhungen aus.
Die Befürchtungen über einen möglichen harten Ausstieg aus der EU und die Stärke des US-Dollars, haben das GBP/USD nach unten gedrückt, aber es hätte auf ein noch tieferes Niveau fallen können, wenn es nicht diese hawkish Verzerrung gegeben hätte - und genau dies könnte sich jetzt ändern.
Gründe, warum man die hawkish Aussichten aufgeben sollte
Die Europäische Zentralbank hat sich von der Planung einer Zinserhöhung im Jahr 2020, hin zu einer Zinssenkung in diesem Jahr gewandelt. Die Federal Reserve ist bereit, "wie vorgesehen" zu handeln und möglicherweise die Zinsen zu senken, während die Zentralbanken in Australien und Neuseeland die Zinsen bereits gesenkt haben.
Die BOE wird wahrscheinlich keine Maßnahmen ergreifen, bis sie etwas Klarheit über Brexit erhält - aber sie kann ihre Sprache in Richtung Neutralität ändern. Abgesehen davon, dass sich die Bank mit ihren Mitbewerbern in Einklang bringt, hat sie echte Gründe, die Erwartungen zu reduzieren und in einen "Abwarten"-Modus zu verfallen. Carney hat die Zinsen bereits zweimal vom 0,25% Brexit-Tief aus auf den aktuellen Satz von 0,75% angehoben.
Die neuen Inflationszahlen für Mai zeigen eine Verlangsamung auf 2% - das Ziel der BOE - und die Preise dürften kaum steigen. Auch die britische Wirtschaft schrumpfte im April um 0,4% und die Arbeitslosenzahlen steigen. Andererseits bleibt die Arbeitslosenquote mit 3,8 % auf historischen Tiefstständen und der Lohnanstieg beträgt mehr als 3 % gegenüber dem Vorjahr - ein zufriedenstellendes Ergebnis.
Insgesamt scheint die Lektüre von Wirtschaftsindikatoren eine hawkish Verzerrung nicht zu rechtfertigen - insbesondere im Hinblick auf den globalen Gegenwind und das Handeln der Kollegen.
GBP/USD mögliche Reaktionen
Wenn die BOE ihre hawkish Verzerrung aufgibt, hat das Pfund Platz zu Fallen und es kommt vielleicht zu einem Blutbad, da es sich der Unsicherheit von Brexit anschließt. Das Pfund zeigte in letzter Zeit seine Verwundbarkeit und fiel nicht nur gegenüber dem mächtigen Dollar, sondern auch gegenüber dem Euro und dem Yen.
Wenn die Bank jedoch Kritik von Politikern fürchtet und sich dafür entscheidet, ihre Aussage weitgehend unverändert zu lassen, hat der GBP/USD Spielraum für einen Anstieg. In diesem Fall würde sich die BOE von den Zentralbanken absetzen. Allerdings kann jeder Gewinn begrenzt sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass die BOE ihre Ankündigung weniger als 24 Stunden nach der Fed-Entscheidung macht - ein bedeutenderes Ereignis - und die Bewegungen im Währungspaar könnten immer noch das Ergebnis der vergangenen Nacht widerspiegeln.
Fazit
Die BOE wird ihre Politik unverändert lassen, könnte aber ihre Absicht, die Zinsen in Zukunft anzuheben, zurücknehmen. Ein solches Ergebnis würde das Pfund belasten und dem Pfund Verluste bescheren. Wenn das Statement unverändert bleibt, kann dies zu kurzfristigen Gewinnen führen.
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