- BoE wird ihrer Geldpolitik angesichts der hohen Brexit Unsicherheit unverändert lassen
- Positiven Konjunkturdaten sprechen für eine Zinserhöhung, nach dem die Brexit Unsicherheit verschwunden ist
- Inhalt des Sitzungsprotokolls kann sich auf das Pfund kurzfristig und zukünftig auswirken
Die Bank of England wird am Donnerstag den 21. März ihre Zinsentscheidung um 13:00 Uhr bekannt geben. Die BoE wird ihrer Geldpolitik wahrscheinlich unverändert lassen und das bedeutet, dass der Zinssatz bei 0,75 % liegt und das Anleihekaufprogramm 435 Milliarden £ beträgt. Das Sitzungsprotokoll ist für die Investoren daher von erhöhtem Interesse, während mit einer einstimmigen 9:0 Entscheidung gerechnet wird.
Die britischen Wirtschaftsdaten waren in der letzten Zeit besser als erwartet. Der Beschäftigungsbericht zeigte in dieser Woche, dass die Löhne auf Jahresbasis um 3,4 % gestiegen sind, während die Arbeitslosenquote überraschend auf 3,9 % fiel.
Der Fokus der BoE liegt auf der Inflation, die im Februar auf 1,9 % gestiegen ist. Trotz der Brexit Unsicherheit kommt es zu einem Wachstum der Wirtschaft.
All diese Daten begünstigen eine Zinserhöhung. Betrachtet man rein die Daten, so ist im August mit einer Zinserhöhung zu rechnen, da dann ein neuer Quartalsinflationsbericht vorliegt, während die Veröffentlichung im Mai aus der Sicht der BoE zu früh sein dürfte.
Das Problem der Zentralbank ist der Brexit, der weiterhin für große Unsicherheit sorgt.
Der Brexit verhindert sämtliche politischen Entscheidungen in Großbritannien und dazu zählt auch die Gouverneur Mark Carney Institution. Großbritannien wird die Europäische Union am 29. März verlassen, wenn es zu keiner Verlängerung kommt. Die EU wird in der nächsten Woche, quasi im allerletzten Moment, über eine Verzögerung entscheiden, während die britische Premierministerin weiterhin hofft, dass das Parlament einem Deal zustimmt. Die Angst vor einem Brexit ohne Deal nimmt zu.
Das Protokoll der MPC Sitzung kann den GBP/USD wie folgt beeinflussen:
1) Warnungen vor einem Brexit ohne Deal
Die BoE kann ihre Warnungen vor einem Brexit ohne einen Deal wiederholen. Die Prognosen für solch ein Szenario sind recht düster. Eine Erinnerung daran dürfte das Pfund belasten. Außerdem kann die Bank darauf hinweisen, dass sie in solch einem Falle bereit ist die Zinsen zu senken. Das ist ziemlich unwahrscheinlich, aber da die Deadline unmittelbar bevorsteht, kann es durchaus dazu kommen und eine solche Überraschung würde zu einem Absturz des Pfund führen.
2) Stärke der Wirtschaft steht im Mittelpunkt
Angesichts der bereits erwähnten positiven Wirtschaftsdaten, könnte die BoE ihre Zufriedenheit zum Ausdruck bringen und darauf hinweisen, dass sie in diesem Zusammenhang bereit ist die Zinsen zu erhöhen. In der Vergangenheit sagte Carney, dass der Weg der Zinserhöhungen höher sein könnte, als vom Markt eingepreist.
Eine Aussage in diese Richtung könnte das Pfund stärken.
GBP/USD Auswirkungen
Es ist wichtig zu beachten, dass jede Reaktion des GBP/USD auf die BoE begrenzt sein kann. Der Brexit steht weiterhin im Fokus und so wird dieser die Schlagzeilen und den Einfluss auf das Pfund direkt nach der BoE Veröffentlichung wieder übernehmen.
Nach dem sich das Brexit Drama endlich gelegt hat, könnten sich die Märkte wieder den Worten der BoE zuwenden.
Sollte Großbritannien aus der EU ohne einen Deal austreten, könnte eine Warnung der BoE zu einem verschärften Rückgang führen, während ein optimistisches Statement der Bank eine Rallye des Sterling begünstigt.
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