• Marktteilnehmer erwarten, dass der geldpolitische Ausschuss der Bank of England den Leitzins auf seiner Dezember-Sitzung konstant bei 0,75 Prozent hält, da sich die Inflation verlangsamt und eine hohe Unsicherheit rund um den Brexit herrscht.
  • Marktteilnehmer erwarten, dass die Bank of England die Unsicherheit rund um den Brexit in ihrem geldpolitischen Begleittext zum Ausdruck bringt, während sie gleichzeitig auf die höheren Löhne sowie die sinkende Inflation wegen des Ölpreisverfalls eingehen dürfte. 
  • Die Bank of England dürfte angesichts der politischen Unsicherheit auf einen Konjunkturabschwung hinweisen.

Die Bank of England wird wohl ihren Leitzins auf der Dezember-Sitzung konstant bei 0,75 Prozent belassen. Grund dafür ist unter anderem, dass die britische Premierministerin Theresa May ihren Brexit-Deal durch das britische Parlament bringen will.

Die Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit ist in den letzten Wochen deutlich gestiegen, was die britische Konjunktur aus dem Tritt bringen könnte. Insofern dürfte die Bank of England morgen lieber an der Seitenlinie Platz nehmen und die weitere Entwicklung abwarten. Nachdem die britische Notenbank den Leitzins im August um einen Viertelprozentpunkt auf 0,75 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit zehn Jahren angehoben hatte, markierte die britische Wirtschaft in den letzten zwei Monaten eine deutliche Verlangsamung der Wirtschaftstätigkeit, da Unternehmen aufgrund der Brexit-Unsicherheit lieber Investitionsentscheidungen nach hinten verschieben.

Wegen der hohen Unsicherheit hatten die britischen Wirtschaftsverbände die Regierungsvertreter im britischen Parlament zum Handeln bezüglich des Brexit-Deals aufgefordert. 

Die führenden britischen Wirtschaftsverbände hatten die Regierungsvertreter im britischen Parlament aufgefordert. "Unternehmen aller Größen erreichen den Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt, wobei viele jetzt Notfallpläne einführen, die einen erheblichen Zeit- und Geldverlust darstellen", heißt es in der Erklärung des CBI, der British Chambers of Commerce, des Institute of Directors, der Federation of Small Businesses und des Industrieverbandes EEF.

Die Bank of England warnte vor den Folgen eines harten Brexit. Ohne Übergangsphase und ohne Brexit-Deal werde das Bruttoinlandsprodukt voraussichtlich um 7,75 Prozent bis 10,50 Prozent zurückgehen, während die Arbeitslosenquote auf 7,5 Prozent kletterten dürfte. Die Inflation würde wahrscheinlich auf 6,5 Prozent anspringen, die Hauspreise um 30 Prozent einbrechen und das Pfund Sterling um 25 Prozent kollabieren.

Die politische Unsicherheit im Zusammenhang mit Brexit und die jüngste Konjunkturabschwächung dürften einen großen Teil des geldpolitischen Begleittextes der britischen Notenbank einnehmen, aber auch die steigenden Löhne dürften Erwähnung finden. Eine zurückhaltende Bank of England dürfte nur zu geringen Kursschwankungen am Geld- und Devisenmarkt führen.

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