AUD/USD Jahresprognose 2018: Für den Aussie dürfte sich das langsame Ausbluten fortsetzen

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Von wenig Spaß war es geprägt für Trader des australischen Dollars. Denn von Volatilität war erneut keine Spur und das hinterlässt bei einigen einen faden Beigeschmack. Schließlich leben Trader von einem schwankungsintensiven Umfeld. 

In diesem Paar ist der Verzicht auf Volatilität jedoch nichts Neues. Seit gut drei Jahren notiert das Paar mittlerweile in der quälenden und gut bekannten Range zwischen 0,70 auf der Unter- und 0,80 auf der Oberseite und spiegelt damit auch die passive Geldpolitik der Reserve Bank of Australia wider.

Wird sich die Perspektive für den AUD/USD 2018 ändern?

Unserer Meinung nach dürfte der australische Dollar den Status quo beibehalten. Die niedrige Volatilität dürfte sich also ein weiteres Jahr fortsetzen. Das basiert auf der Tatsache, dass die RBA sehr zurückhaltend agieren wird, während die Fed den graduellen Straffungszyklus fortsetzen dürfte. Unser Basisszenario sieht daher ein langsames und allmähliches Ausbluten in Richtung 0,70 vor. 

RBA: Neutrale geldpolitische Ausrichtung erwartet

Um eine Idee von der potenziellen Schwankungsintensität des australischen Dollars zu bekommen, müssen wir uns zunächst begreiflich machen, wie nahe sich die Reserve Bank of Australia an einem Zinserhöhungszyklus befindet. So hat die Notenbank ihren Leitzins über das gesamte Jahr 2017 unverändert beibehalten, wobei sie das letzte Mal im August 2016 die Zinsen nach unten gesetzt hatte.

Laut der Zentralbank seien die aktuellen geldpolitischen Einstellungen den Umständen entsprechend. In dieser Phase sprechen die Argumente für beide Lager: die Falken rechtfertigen höhere Zinsen mit der Verbesserung der Aussichten für die Nicht-Bergbauinvestitionen und einem starken Arbeitsmarkt, während die Tauben wegen des schwachen Einkommenswachstums und der hohen Verschuldung weiterhin besorgt über die Risiken für den privaten Konsum sind. 

Auf der einen Seite ist die RBA also darüber besorgt, dass die hohe Verschuldung der Haushalte die vergleichsweise niedrigen Löhne und Gehälter aufsaugen könnte, was sich wiederum negativ auf die bereits tiefen Inflationserwartungen auswirken würde; dies hat auch direkten Einfluss auf die Konsumausgaben. Auf der anderen Seite verbessern sich kontinuierlich die Arbeitsbedingungen und die Investmentaussichten. Insgesamt hat die RBA also ausreichend Gründe, um die Geldpolitik für einen längeren Zeitraum unverändert beizubehalten. Diese Haltung dürfte sie auch nicht einfach so über Bord werfen, was in rückläufigen Zinserhöhungsaussichten resultieren dürfte. 

Die Fed hat mehr Spielraum bei den Zinsen

Die Fed hatte ihren Leitzins im zurückliegenden Jahr gleich dreimal erhöht und damit liegt er nun in einer Spanne zwischen 1,25 bis 1,5 Prozent. Ironischerweise entspricht das genau dem gleichen Zinsniveau wie dem der RBA. Wie dem auch sei: wichtig zu begreifen ist hier, dass es die Fed erstmals seit mehr als einem Jahrzehnt geschafft hat, das Tempo der Zinserhöhungen zu beschleunigen (jeweils 1x in 2015/2016 und 3x in 2017). Das signalisiert eine relativ hohe Wirtschaftsdynamik. Genauso wie in Australien wird das hohe Wachstum vor allem vom Arbeitsmarkt getragen. 

Infolge der höheren Erwartungen für das Wirtschaftswachstum erhöhte der Offenmarktausschuss der Federal Reserve seine Wachstumsprognosen von 2,1 auf 2,5 Prozent; damit festigt sich ein solides Wachstumsbild für 2018. Anders als in Australien ist in den USA der Konsum eine große Säule für das Wirtschaftswachstum. 

Dennoch schwirren auch noch große Fragezeichen über die US-Wirtschaft. Vor allem das schleppende Lohnwachstum bereite den Währungshütern immer noch Kopfschmerzen, denn es entwickelt sich einfach nicht so wie erwartet. Erschwerend ist auch die Tatsache, dass die Renditekurve in den USA keine politische Divergenz zwischen den beiden Zentralbanken mehr anzeigt. Die Renditedifferenz für zehnjährige australische und amerikanische Anleihen liegt derzeit bei knapp 0,139 Prozent. Insofern sind die Risiken auf der Unterseite angesiedelt. Vor diesem Hintergrund sind 2 bis 3 Zinserhöhungen der Fed im neuen Jahr wahrscheinlich. 

Was bedeutet dies nun für den AUD/USD?

Die geldpolitische Divergenz zwischen der RBA und der Fed dürfte sich weiter fortsetzen, aber in einem solch langsamen und graduellen Tempo, dass diese wahrscheinlich kaum einen Einfluss auf den Wechselkurs nehmen wird, sondern vielmehr in einem langsamen Ausbluten resultieren dürfte. Der australische Dollar dürfte keine Großeinkäufer finden aufgrund der unklaren makroökonomischen Lage. Kurse zwischen 76 bis 77 dürften schon das höchste der Gefühle sein. Der US-Dollar dagegen bleibt unterstützt durch eine zögerlich falkenhafte Fed, so dass Langfristinvestoren eher auf einen stärkeren Dollar spekulieren dürften und damit den Wechselkurs in der Nähe der 0,70 treiben dürften. Sollte die Fed entgegen unserer Erwartung nur zwei Zinserhöhungen im neuen Jahr liefern, dann sollte sich der AUD/USD in der Kursregion um 0,75 wiederfinden. Dieser Punkt dürfte als Magnet der großen Range zwischen 0,70 bis 0,80 agieren. Im unwahrscheinlichen Szenario, also falls die RBA plötzlich das geldpolitische Ruder rumreißt, und einen hawkishen Weg einschlägt, ja dann bestehen Risiken für den AUD/USD bis in Richtung 0,80.

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