Spekulationen, wonach die Opec über tiefere Einschnitte in die Ölproduktion nachdenkt, waren gestern im Sand verlaufen. Dies spiegelt die aktuell miserable Stimmung am Ölmarkt.
Darüber hinaus wächst die Ölproduktion in den USA weiter. Die Gründe für die Überproduktion in den Vereinigten Staaten liegen vor allem bei der Gewinnung von Öl aus Ölschiefer sowie dem Fracking. Auch die von der Opec-Förderkürzung ausgenommenen Staaten wie Nigeria und Libyen haben ihre Ölproduktion wieder gesteigert. So produziert Libyen sogar so viel Öl wie seit drei Jahren nicht mehr.
Die reine Zahlenlehre aus Überproduktion, rekordhohen Ölreserven und Charttechnik spricht derweil für weiter fallende Preise. So kann sich die Situation noch weiter verschärfen und die texanische Sorte Richtung 50,0% Fibonacci-Niveau des gesamten Aufwärtsimpulses von Mitte Februar 2016 bis Anfang Januar 2017 bei 41,33 US-Dollar fallen. Danach wäre der Weg zur psychologisch wichtigen Marke von 40,00 US-Dollar frei. Erst über einer nicht ganz idealtypisch verlaufenden Aufwärtstrendlinie bei 45,76 US-Dollar würde sich die charttechnische Lage aufhellen.
Die US-Energiebehörde (EIA) berichtete derweil einen stärkeren Rückgang der Ölreserven als erwartet. Diese gab bekannt, dass die Ölbestände in den USA in der vergangenen Woche um 2,451 Millionen Barrel gesunken sind. Doch auch diese positiven Zahlen konnten den Preisverfall nicht aufhalten. Denn die Öllager in den USA liegen damit immer noch nahe an ihrer Kapazitätsgrenze, was die so starke gegenteilige Reaktion erklären dürfte.

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