FXStreet - Am Freitag um 14:30 Uhr deutscher Zeit werden die Zahlen zum US-Bruttoinlandsprodukt für das erste Quartal veröffentlicht. Die erste Schätzung hat grundsätzlich einen großen Einfluss auf die internationalen Finanzmärkte. Die morgigen Wachstumszahlen könnten für einige Überraschungen sorgen.
Im zweiten, dritten und vierten Quartal 2017 lag das auf das Jahr hochgerechnete Bruttoinlandsprodukt bei rund 3 Prozent und damit über dem Niveau der neuen Realität. Schließlich lag das Wachstum nach der schweren Finanzkrise durchschnittlich bei 2 bis 2,5 Prozent. Volkswirte rechnen mit einem annualisierten Bruttoinlandsprodukt von 2,3 Prozent. Im Schlussquartal lag das BIP-Wachstum bei 2,9 Prozent.
Eine Verlangsamung des wirtschaftlichen Wachstums ist zum Jahresauftakt keine Seltenheit. Ein solches Verhalten war bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten. 2017 lag das BIP-Wachstum im Auftaktquartal sogar unterhalb der wichtigen Marke von 2 Prozent. Verantwortlich dafür ist häufig das kalte Wetter. Polarstürme oder Kälteeinbrüche bremsen die Wirtschaftstätigkeit aller Regel nach.
Die so genannte Dunkelziffer liegt häufig sogar noch sehr viel tiefer. Das Prognosemodell der Fed-Regionalfiliae Atlanta etwa schätzt das Wirtschaftswachstum für das erste Quartal nur auf 2,0 Prozent. Der sogenannte Nowcast der amerikanischen Notenbank von New York schätzt das Bruttoinlandsprodukt dagegen auf 2,9 Prozent. Marktteilnehmer legen mehr Gewicht auf die Schätzung der Atlanta Fed.
Die Zusammensetzung des BIP-Wachstums
Entspricht die Zahl des Bruttoinlandsprodukts den Konsensschätzungen, kann die Zusammensetzung des Wirtschaftswachstums im Mittelpunkt stehen. Vor allem auf die persönlichen Konsumausgaben sollten Marktteilnehmer gespannt blicken. Der private Konsum ist die tragende Säule der US-Konjunktur. Ein positiver Wert dieser wichtigen Determinante könnte schwächere Zahlen in anderen Bereichen überlagern.
Im Fokus könnte auch das Exportwachstum stehen. Schließlich hatte US-Präsident Donald Trump zuletzt seinen Handelspartner unterstellt, die USA zu berauben. Ein positiver Wert könnte dem Weißen Haus den Wind aus den Segeln nehmen weiter gegen seine Handelspartner zu intervenieren.
Dagegen könnte ein durch Regierungsausgaben entstandenes Wachstum negativ interpretiert werden. Der Kongress hat einige fiskalpolitische Ausgaben genehmigt und sollte für einen kurzen Wachstumssorgen. Jedoch gefällt den internationalen Finanzmärkten ein solches Wachstum nicht.
Dann gibt es da noch die Lagerbestände. Das BIP-Wachstum könnte die Konsensschätzungen übertreffen, sollten sich jedoch die Lagerbestände erhöhen, könnten das Marktteilnehmer negativ interpretieren. Denn Manager könnten dann bald die Produktion drosseln, um die Lagerbestände wieder auf ihre Sollhöhen zu senken.
US-Dollar im Aufwind vor US-BIP-Wachstumszahlen
Der US-Dollar befindet sich vor der Veröffentlichung der Wachstumszahlen auf breiter Front im Aufwind. Als Auslöser für den Anstieg gelten die höheren US-Renditen. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg gestern erstmals seit Januar 2014 über die Marke von 3 Prozent. Das macht den Greenback attraktiver gegenüber anderen Währungen. Höhere Anleiherenditen resultieren aus positiven Konjunkturdaten und vor allem aus einer potenziell aggressiveren geldpolitischen Gangart der Fed.
Vertreter der amerikanischen Notenbank Fed hatten sich in den letzten Wochen positiv über die US-Wirtschaft geäußert und betont, dass das Inflationsziel in diesem Jahr erreicht werden kann. Die Kernrate der Verbraucherpreise kletterte bereits über die Marke von 2 Prozent auf 2,1 Prozent. Auch das von der Fed bevorzugte Inflationsmaß, die Kernrate des Preisanstiegs für persönliche Ausgaben, nähert sich diesem Ziel.
Ein anhaltend positives Wachstum ist zweifellos unerlässlich, um die Inflation zu stützen. Dennoch werden tieferen Wachstumsraten im ersten Quartal des Jahres von der Zentralbank berücksichtigt. Es besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass der Fed-Vorsitzende Jerome Powell und der eher falkenhaft aufgestellte Offenmarktausschuss der Fed durch einen Dip abgeschreckt wird, die Zinsen weiter zu erhöhen.
US-BIP: Was vom US-Dollar zu erwarten ist
1) Im Rahmen der Erwartungen: 2,0 bis 2,5 Prozent: In diesem Szenario hängt die Marktreaktion auch von der Zusammensetzung des Bruttoinlandsprodukt ab. Sollte es dort keine negativen Überraschungen geben, dürfte der US-Dollar seine Aufwärtsdynamik beibehalten und weiter an Boden gutmachen.
2) Über den Erwartungen: 2,6 Prozent oder mehr: Ähnliche Wachstumsraten wie in den Vorquartalen würden den US-Dollar stützen und in die Höhe treiben und den Anstieg beschleunigen.
3) Unter den Erwartungen: 1,9 Prozent oder weniger: Eine Wachstumsrate von unter 2 Prozent würde den Dollar belasten. Wenn die US-Wirtschaft jedoch nicht weniger als 1 Prozent wächst, dürften die negativen Auswirkungen auf den US-Dollar nur von kurzer Dauer sein.
Fazit
Alles in allem ist eine Verlangsamung der US-Wirtschaft eingepreist. Die äußerst optimistisch gestimmte US-Notenbank Fed und steigende US-Renditen sollten den US-Dollar weiter begünstigen.
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