Die 200-Tage-Linie übersprungen und auf das alte Jahreshoch aus dem März noch ein paar Punkte draufgelegt – bessere Kaufsignale aus technischer Sicht gibt es kaum. Der Deutsche Aktienindex schickt sich auch zu Beginn des zweiten Quartals an, die nach einem enttäuschenden Börsenjahr 2018 verbliebenen Skeptiker eines Besseren zu belehren.
Von Euphorie keine Spur, stattdessen hört man überall warnende und mahnende Worte über die politischen Risiken und die sich abschwächende Konjunktur. Und trotzdem steigen die Kurse. Das bedeutet, dass die Rally - getragen von dieser Skepsis - noch eine Weile so weitergehen und die Marke von 12.000 Punkten im DAX nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach oben sein könnte. Denn wer jetzt nicht dabei ist, hat als Vermögensverwalter und Fondsmanager Angst vor dem späteren Vorwurf seiner Kunden und Anleger, diese Kaufsignale im Markt immer wieder ignoriert zu haben.
Ein mögliches Handelsabkommen zwischen den USA und China soll zu 90 Prozent stehen, während die restlichen zehn Prozent nur noch logistische Fragen der Umsetzung und Kontrolle seien. Ist dem tatsächlich so und würde der Konflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten noch in diesem Monat beigelegt, wäre das wohl entscheidende Risiko der vergangenen Monate aus dem Markt.
Dann allerdings dürfte sich auch zeigen, wieviel Risiko des Scheiterns überhaupt noch als Prämie in den Aktienkursen steckt oder ob die dann geschaffenen Fakten nach dieser Rally eher zu Gewinnmitnahmen verleiten. Und ob ein solches Abkommen die Weltwirtschaft vor einem Abschwung bewahren kann, wird sich dann auch erst beweisen müssen.
Immerhin, die chinesischen Dienstleister sind wie auch schon ihre Kollegen in der Industrie wieder zuversichtlicher, was die Zukunft angeht. Der entsprechende Index stieg im März überraschend deutlich auf 54,4 Punkte, dem höchsten Stand seit Februar 2018.
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