Die Ökonomen Josie Anderson, George Buckley, Andrzej Szczepaniak und David Seif von Nomura weisen darauf hin, dass die norwegische Notenbank Norges Bank ihren Leitzins im Juni zwar bei 4,25 Prozent belassen hat, zugleich jedoch einen restriktiveren Ausblick und einen höheren Zinspfad signalisierte. Die Experten rechnen nun im dritten Quartal mit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent, wahrscheinlich bereits im August. Für die Zeit ab 2027 erwarten sie weiterhin schrittweise Zinssenkungen, da das aktuelle Zinsniveau nach ihrer Einschätzung restriktiv bleibt.
Norges Bank verschärft ihren Zinsausblick
„Die Norges Bank hat ihren Leitzins auf ihrer Juni-Sitzung wie von uns und dem Marktkonsens erwartet unverändert bei 4,25 Prozent belassen. In ihrem Ausblick erklärte sie, dass es ‚wahrscheinlich notwendig sein wird, den Leitzins auf einer der kommenden geldpolitischen Sitzungen weiter anzuheben‘. Zudem erhöhte sie ihre Leitzinsprognose (Abbildung 1).“
„Die aktuelle Projektion impliziert nun eine Leitzinserhöhung um 25 Basispunkte auf 4,50 Prozent im dritten Quartal. Allerdings lässt die Prognose offen, ob die Norges Bank eher im August oder im September handeln dürfte. Der Zinspfad erreicht seinen Höchststand von 4,55 Prozent im vierten Quartal 2026 sowie im ersten Quartal 2027, was auf die Möglichkeit einer dritten Zinserhöhung in diesem Jahr hindeutet.“
„Wir ziehen unsere Erwartung für die nächste Leitzinserhöhung von September auf August vor. Für diese Prognoseanpassung gibt es mehrere Gründe: Erstens die Aufwärtsrevision des Zinspfads, zweitens die anhaltenden Sorgen der Währungshüter über die hartnäckige Inflation selbst nach der Zinserhöhung im Mai, drittens den Hinweis im Sitzungsprotokoll, dass einige Entscheidungsträger für eine weitere Zinserhöhung plädierten, und viertens die Zinserhöhung im Mai, die die Bereitschaft der Notenbank unterstreicht, nach einem restriktiven Zinssignal entschlossen zu handeln.“
„Ein Risiko für unsere Prognose, das für eine spätere Zinserhöhung sprechen könnte, besteht jedoch darin, dass die Projektionen im geldpolitischen Bericht auf Informationen bis zum 12. Juni basierten und die Energiepreise seither gefallen sind. Die Norges Bank erklärte allerdings, dass sich das im Bericht dargestellte Gesamtbild dadurch nicht wesentlich verändert hätte.“
„Mit Blick auf die weitere Entwicklung halten wir an unserer Prognose einer Zinssenkung um 25 Basispunkte im September 2027 fest und erwarten, dass die Norges Bank ihren Leitzins darüber hinaus mittelfristig schrittweise senken wird. Wir gehen davon aus, dass der Leitzins auf dem aktuellen oder einem höheren Niveau restriktiv wirkt und damit die wirtschaftliche Aktivität sowie die Inflation dämpft.“
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