Kann Ripple XRP jemals dem Bitcoin den Rang ablaufen? Schließlich hat die Kryptowährung dank des jüngsten Ausverkaufs am Markt für Kryptowährungen Ethereum überholt. Dieser Frage wollen wir im folgenden Artikel nachgehen.
1. XRP ist nicht Ripple
Wenn Leute Ripple hören, denken sie sofort an den Cyberdevise XRP. Dies ist sinnvoll, da andere Communities und Token ein und dieselbe sind. Wenn Sie ETH kaufen, setzen Sie auf Ethereum und wenn Sie BTC kaufen, setzen Sie auf Bitcoin. Warum sollte Ripple anders sein?
Nun, hier werden die Dinge interessant. Um die Unterschiede zwischen XRP und Ripple zu verstehen, müssen wir zuerst die Firma Ripple untersuchen.
Ripple wurde 2012 als Opencoin gegründet, 2015 in Ripple umbenannt und hat seinen Sitz in San Francisco, Kalifornien. Sie haben mehr als 150 Mitarbeiter, ein schönes Büro, und sie verkaufen Bankensoftware basierend auf der Blockchain.
Was macht Ripple? Sie haben 3 Produkte - xCurrent, xRapid und xVia.
xCurrent ist ihr Flaggschiff. Es gibt Banken die Möglichkeit, Geld effizient über Ländergrenzen hinweg zu bewegen. xCurrent verwendet RippleNet, die Ripple-Blockchain, aber NICHT XRP. Banken mögen diese Software, weil sie damit Geld und Zeit beim Transfer von Zahlungen sparen können, ohne große Risiken oder Änderungen in ihrem Workflow einzugehen.
xRapid hilft Banken, die Liquidität beim Handel in Schwellenländern zu verbessern. Es ist das einzige Ripple-Produkt, das XRP verwendet. Banken lieben es, weil es ihnen hilft, Berge von Geld freizusetzen, auf denen sie sitzen, aber sie hassen die Volatilität von XRP.
xVia ist Anfang 2018 erschienen. Es ist ähnlich wie xCurrent, erlaubt es aber auch anderen Unternehmen (z.B. Unternehmen und Zahlungsdienstleistern), Geld über Banken zu versenden. xVia verwendet auch NICHT XRP.
Ripple arbeitet mit mehr als 100 Finanzinstituten zusammen! Raten Sie mal, sie benutzen alle xCurrent. Und xCurrent nutzt kein XRP. Von den 100 Kooperationen nutzt NUR EINER die digitale Währung XRP. Es gibt nur eine kleine Pommesbude namens Cuallix in Mexiko, die xRapid einsetzt.
Das bedeutet, dass die Meldungen über Ripples Partnerschaften mit immer mehr Banken gut sind, aber das bedeutet recht wenig was die Akzeptanz des XRP anbelangt.
Nun soll das nicht heißen, dass Banken niemals xRapid einsetzen werden (und XRP nutzen). Tatsächlich war dies von Anfang an Teil des Ripple-Businessplans. Holen Sie sich Banken mit xCurrent und verkaufen Sie sie dann in xRapid. Banken können xRapid lieben lernen.
Für Ripple spielt dieser Unterschied keine Rolle. Für Investoren, die in XRP investiert sind, macht dies aber sehr wohl einen Unterschied, denn er entscheidet darüber, ob XRP wertvoll ist oder eben nicht.
2. XRP ist nicht die Währung der Zukunft
Wenn Leute Bitcoin hören, denken sie an digitales Geld. Sie können Geld rund um den Globus schicken - und das ohne Einschränken.
XRP könnte dies in der Zukunft gelingen, aber im Moment findet XRP nur im Bankwesen Einsatz. Und Ripple macht auch keine Anstalten, dass dies sich bald ändern könnte.
Das ist völlig in Ordnung und macht für Ripple als Unternehmen durchaus Sinn. Indem sie sich nur auf Banken und Finanzinstitute konzentrieren, können sie Wert schaffen und ein profitables Unternehmen aufbauen.
Das Problem für XRP-Anleger ist, dass XRP von Investoren überkauft werden kann, die denken, dass die Cyberdevise irgendwann einmal mehr Wert sein wird als Bitcoin selbst und FIAT-Währungen ersetzt und sich damit zur Weltwährung aufschwingt. Die Marktkapitalisierung wird also künstlich in die Höhe getrieben, was eine massive Korrektur hervorrufen könnte, sobald die breite Öffentlichkeit davon Wind bekommt.
Ripples eigentliches Ziel ist es, SWIFT, die 45 Jahre alte Gesellschaft, die für den internationalen Geldtransfer zwischen Banken verantwortlich ist, zu ersetzen.
Im Jahr 2016 erwirtschaftete SWIFT einen Gewinn von 31 Millionen Dollar und schickte enorme Mengen an Geld über ihr System. Im Vergleich zu den über 1.000.000.000.000.000.000 Dollar an Geldvermögen weltweit war dies jedoch gering.
Da sich Ripple auf den Markt von SWIFT konzentriert, sind die Möglichkeiten für XRP begrenzt. Insofern darf sehr daran gezweifelt werden, ob sich Ripples XRP jemals zu einer Weltwährung aufschwingen kann.
3. XRP ist nicht dezentralisiert
Ripple steuert RippleNet und besitzt satte 62% der gesamten XRP-Token. Dies hat XRP-Investoren verständlicherweise beunruhigt. Jedoch werden die 55 Milliarden XRP auf einem Treuhandkonto verwahrt.
Wie bei jedem zentralisierten System müssen Investoren nun darauf vertrauen, dass Ripple sein Wort hält.
Und das werden sie höchstwahrscheinlich auch. Angesichts ihrer Strategie, jeden Monat 1 Milliarde XRPs für die nächsten 55 Monate auf den Markt zu schmeißen, werden sie viel Geld gewinnen, indem sie diese 55 Milliarden XRP-Token zum aktuellen Marktpreis verkaufen.
Aber die Risiken, zentralisiert zu sein, gehen weit darüber hinaus, ob Sie darauf vertrauen, dass Ripple Ihre Interessen im Auge behält und fair spielt.
Das Problem ist auch die Widerstandsfähigkeit. Der Grund dafür, dass digitale Währungen in der Vergangenheit gescheitert ist, liegt darin, dass eine zentralisierte Kryptowährung zu leicht mit Regulierung zu töten ist. Die Dezentralisierung von Bitcoin ist einer der Gründe, warum die Kryptowährung überlebt hat, nachdem digitale Token im frühen zwanzigsten Jahrhundert(wie E-Gold, Liberty Reserve und Tencent) gescheitert waren.
Ripple steht den gleichen Schwächen dieser frühen digitalen Währungen gegenüber. Es ist ein Unternehmen, welches legal in den Markt eingreift, wenn die Dinge in die falsche Richtung laufen.
Fazit:
Ripple ist gut, aber Investoren brauchen einen langen Atem, wenn sie mit XRP Erfolg haben wollen.
Zunächst einmal muss sich das Unternehmen beweisen. XRP geht unter, wenn Ripple untergeht. Schließlich ist XRP ja zentralisiert.
Als nächstes muss Ripple 100x so viele Banken und Finanzinstitute bei xCurrent anmelden, um so groß zu werden wie SWIFT beim internationalen Transfer von Zahlungen. Dann müssen die Banken anfangen, xRapid zu verwenden und Transaktionen mit XRP abzurechnen.
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Das sollten Sie am Mittwoch, den 7. Januar, im Blick behalten:
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