- Der Goldpreis fällt am frühen Donnerstag im asiatischen Handel auf rund 4.450 USD.
- Robuste US-Arbeitsmarktdaten verstärkten die Wetten, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten wird.
- Der US-Arbeitsmarktbericht für Mai steht am Freitag im Mittelpunkt.
Der Goldpreis (XAU/USD) fällt am frühen Donnerstag im asiatischen Handel auf rund 4.450 USD. Das Edelmetall zieht einige Verkäufer an, da die Erwartungen steigen, dass die US-Notenbank (Fed) die Zinsen in diesem Jahr anheben wird.
Stärker als erwartete US-Arbeitsmarktdaten, darunter die ADP-Beschäftigungszahlen für Mai im privaten Sektor und die JOLTS-Stellenangebote, deuten auf einen widerstandsfähigen US-Arbeitsmarkt hin. Diese Berichte könnten Händler dazu veranlassen, ihre Wetten zu erhöhen, dass die Fed die Zinsen länger hoch halten wird, was die Attraktivität des zinslosen Goldes schmälert.
„Höhere Inflationserwartungen, die mit den negativen Angebotsschocks verbunden sind, haben die Renditen entlang der Kurve steigen lassen, den USD gestützt und die Märkte veranlasst, eine Zinserhöhung der Fed Ende 2026 einzupreisen“, sagte Bart Melek von TD Securities.
Die Märkte preisen laut dem CME FedWatch Tool nun eine fast 42%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung der Fed im Dezember ein. Die Erwartungen haben sich deutlich verschoben, da der anhaltende Krieg im Iran die Energiemärkte weiterhin beeinflusst, die Preise steigen lässt und die Inflation nach oben treibt.
Die Aufmerksamkeit wird sich am Freitag auf den US-Arbeitsmarktbericht richten. Die Nonfarm Payrolls (NFP) werden voraussichtlich einen Zuwachs von 85.000 Arbeitsplätzen im Mai zeigen, während die Arbeitslosenquote im gleichen Zeitraum voraussichtlich unverändert bei 4,3 % bleiben wird. Sollte das Ergebnis jedoch schwächer als erwartet ausfallen, könnte dies den US-Dollar (USD) belasten und den auf USD lautenden Rohstoffpreis kurzfristig stützen.
Gold - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Gold hat in der Geschichte der Menschheit stets eine zentrale Rolle gespielt – als universelles Tauschmittel und sicherer Wertspeicher. Heute wird das Edelmetall vor allem als „sicherer Hafen“ in Krisenzeiten geschätzt. Gold dient nicht nur als Schmuck oder Anlageobjekt, sondern wird auch als Absicherung gegen Inflation und Währungsabwertungen betrachtet. Sein Wert ist unabhängig von staatlichen Institutionen oder einzelnen Währungen, was es in unsicheren Zeiten besonders attraktiv macht.
Zentralbanken zählen zu den größten Goldkäufern weltweit. Um ihre Währungen in Krisenzeiten zu stützen, kaufen sie Gold, um die wirtschaftliche Stabilität und das Vertrauen in ihre Währungen zu stärken. 2022 kauften Zentralbanken laut World Gold Council 1.136 Tonnen Gold im Wert von rund 70 Milliarden US-Dollar – ein Rekordwert. Besonders schnell wachsende Schwellenländer wie China, Indien und die Türkei erhöhen ihre Goldreserven in hohem Tempo.
Gold steht traditionell in einer inversen Beziehung zum US-Dollar und zu US-Staatsanleihen – beide gelten als bedeutende Reservewährungen und sichere Häfen für Anleger. Wenn der Dollar abwertet, steigt der Goldpreis häufig, was Investoren und Zentralbanken in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit dazu veranlasst, ihre Portfolios zu diversifizieren. Ebenso ist Gold gegenläufig zu risikobehafteten Vermögenswerten. Während ein Aufschwung an den Aktienmärkten den Goldpreis oft drückt, profitieren Goldinvestoren in Zeiten von Börsenturbulenzen.
Der Goldpreis unterliegt einer Vielzahl von Einflussfaktoren. Geopolitische Spannungen oder die Sorge vor einer tiefen Rezession können den Preis des Edelmetalls schnell in die Höhe treiben, da Gold als sicherer Hafen gilt. Ohne eigene Rendite steigt der Wert des Metalls häufig in Phasen niedriger Zinsen, während hohe Zinskosten den Preis drücken. Die Entwicklung des Goldpreises ist jedoch stark vom US-Dollar abhängig, da das Edelmetall in Dollar (XAU/USD) gehandelt wird. Ein starker Dollar übt in der Regel Druck auf den Goldpreis aus, während ein schwächerer Dollar zu einer Verteuerung führen kann.
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