- AUD/USD bleibt in der Defensive, und reduzierte Zinserhöhungserwartungen der RBA gleichen einen schwächeren USD aus.
- Ein Waffenstillstand zwischen Israel und Iran schwächt die Nachfrage nach dem sicheren Hafen US-Dollar.
- Unsicherheit über Friedensabkommen und hawkische Fed-Wetten begrenzen USD-Verluste vor den US-Inflationsdaten.
Das Währungspaar AUD/USD kämpft damit, die moderate Erholung vom Vortag an seinem niedrigsten Stand seit dem 13. April zu nutzen, und tendiert während der asiatischen Sitzung am Dienstag nach unten. Die Spotpreise handeln derzeit im Bereich von 0,7040 bis 0,7035 und wirken angesichts der zugrunde liegenden bullischen Stimmung rund um den US-Dollar (USD) anfällig.
Die globale Risikostimmung erhielt am späten Montag einen leichten Auftrieb, nachdem Iran und Israel vorerst einen Waffenstillstand angekündigt hatten. Die geopolitische Unsicherheit bleibt jedoch bestehen, da die USA und Iran in wichtigen Fragen, darunter das iranische Nuklearprogramm und die Straße von Hormus, uneins sind. Dies begrenzt die korrigierende Abwärtsbewegung des sicheren Hafens US-Dollar (USD) von einem am Montag erreichten über zwei Monate hohen Stand und wirkt als Gegenwind für das Paar AUD/USD.
Zudem erweisen sich hawkische Erwartungen an die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) als weiterer unterstützender Faktor für den Greenback. Tatsächlich preisen Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von über 70 % ein, dass die US-Zentralbank die Kreditkosten bis Ende dieses Jahres anheben wird. Dies übt zusammen mit sinkenden Chancen für eine Zinserhöhung der Reserve Bank of Australia (RBA) im Juni Druck auf den Australischen Dollar (AUD) und das Paar AUD/USD aus.
Der Fokus in dieser Woche liegt auf den mit Spannung erwarteten US-Verbraucherpreisindex- (CPI) und Erzeugerpreisindex- (PPI) Berichten für Mai, die jeweils am Mittwoch und Donnerstag veröffentlicht werden. Die entscheidenden US-Inflationszahlen werden eine Schlüsselrolle bei der Beeinflussung der Erwartungen an den zukünftigen geldpolitischen Kurs der Fed spielen, angesichts eines weiterhin resilienten US-Arbeitsmarktes und der Wirtschaft. Dies sollte wiederum dem USD und dem Paar AUD/USD neuen Schwung verleihen.
Unterdessen begünstigt der jüngste Durchbruch unter den technisch wichtigen einfachen 200-Tage-SMA bärische Händler und deutet darauf hin, dass der Weg des geringsten Widerstands für das Paar AUD/USD nach unten führt. Daher wird jede Erholungsbewegung wahrscheinlich verkauft und begrenzt bleiben, während Händler auf die Daten zur Handelsbilanz Chinas für kurzfristige Gelegenheiten achten.
Australischer Dollar - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Der australische Dollar wird maßgeblich von den Zinssätzen der Reserve Bank of Australia sowie den Preisen von Rohstoffen wie Eisenerz beeinflusst, die für die australische Wirtschaft von großer Bedeutung sind. Auch die Entwicklungen in China, dem größten Handelspartner Australiens, spielen eine wichtige Rolle.
Die Reserve Bank of Australia (RBA) beeinflusst den Australischen Dollar (AUD), indem sie den Zinssatz festlegt, zu dem Banken sich gegenseitig Geld leihen. Das Ziel der RBA ist es, die Inflation durch Zinssatzanpassungen im Bereich von 2-3 % zu halten. Hohe Zinssätze im Vergleich zu anderen wichtigen Zentralbanken stützen den AUD, während niedrige Zinssätze ihn schwächen können. Quantitative Lockerungsmaßnahmen wirken in der Regel negativ auf den AUD, während quantitative Straffungsmaßnahmen ihn stärken.
China ist Australiens wichtigster Handelspartner, daher hat die wirtschaftliche Entwicklung in China einen direkten Einfluss auf den Wert des Australischen Dollars (AUD). Läuft die chinesische Wirtschaft gut, steigt die Nachfrage nach australischen Rohstoffen, Gütern und Dienstleistungen, was den AUD stärkt. Schwächelt die chinesische Konjunktur, sinkt die Nachfrage, und der Wert des AUD fällt. Überraschungen bei den Wachstumsdaten aus China – sowohl positive als auch negative – haben deshalb häufig unmittelbare Auswirkungen auf den Wechselkurs des Australischen Dollars und seiner Währungspaare.
Eisenerz ist der wichtigste Export Australiens und erzielte 2021 laut offiziellen Angaben Einnahmen von 118 Milliarden US-Dollar. China ist dabei der größte Abnehmer. Die Preisentwicklung von Eisenerz wirkt sich daher direkt auf den australischen Dollar (AUD) aus: Steigt der Preis, erhöht sich meist auch der Wert des AUD, da die Nachfrage nach der Währung zunimmt. Fällt der Preis, wirkt sich das negativ auf den AUD aus. Höhere Eisenerzpreise begünstigen zudem ein positives Handelsbilanzsaldo Australiens, was sich ebenfalls stützend auf die Landeswährung auswirkt.
Die Handelsbilanz, also die Differenz zwischen den Einnahmen eines Landes aus Exporten und den Ausgaben für Importe, ist ein weiterer wesentlicher Faktor, der den Wert des australischen Dollars beeinflussen kann. Wenn Australien stark nachgefragte Exportgüter produziert, steigt der Wert der Landeswährung aufgrund der höheren Nachfrage aus dem Ausland. Eine positive Handelsbilanz stärkt den australischen Dollar, während ein Handelsbilanzdefizit gegenteilige Auswirkungen hat.
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