XRP steht vor einem möglichen Ausbruch – doch die Wahrheit ist komplizierter, als viele Anleger glauben. Der erste US-Spot-ETF, massiv steigende Netzwerkaktivität und ein überraschender Trend bei den Börsenabflüssen heizen die Erwartungen an. Gleichzeitig haben Großinvestoren Milliarden an Tokens verkauft. Wird XRP im November wirklich neue Höchststände erreichen – oder steht eine unangenehme Überraschung bevor?
Der erste XRP-Spot-ETF in den USA verändert alles
Seit dem 13. November ist es offiziell: Die US-Börsenaufsicht SEC hat den ersten Spot-XRP-ETF genehmigt. Das Produkt von Canary Capital, gehandelt unter dem Kürzel XRPC, ist nicht irgendein Nischenexperiment, sondern das erste vollständig regulierte Finanzprodukt in den USA, das XRP direkt abbildet. Ein Meilenstein – und genau die Art von Katalysator, die in der Vergangenheit ganze Märkte bewegt hat.

Das Prinzip ist simpel: Anleger können XRP über ein reguläres Wertpapierdepot kaufen, ohne eine Wallet einzurichten, ohne sich mit Kryptobörsen auseinanderzusetzen und ohne eigene Verwahrung. Das senkt die Einstiegshürde massiv. Ein Mechanismus, der schon bei Bitcoin und Ethereum in der Vergangenheit starke Kapitalzuflüsse ausgelöst hat.
Ein zweiter Impuls folgte unmittelbar danach. Auch Robinhood hat den ETF gelistet – ein Umfeld, das in der Vergangenheit immer wieder extrem starke Retail-Wellen ausgelöst hat.
Und genau das ist der Punkt, der im Markt derzeit hohe Erwartungen weckt: Wenn sich genug frisches Kapital auf ETF-Ebene sammelt, muss der Fonds XRP physisch kaufen. Steigt die Nachfrage, reagiert der Preis. Oft schneller, als der Markt es erwartet.
Ein zweiter Faktor sorgt für zusätzliche Spannung: XRP verlässt die Börsen
Während ETF-Zuflüsse noch am Anfang stehen, spielt sich parallel ein zweiter Trend ab, der die Dynamik verstärken könnte: XRP wird verstärkt von zentralisierten Börsen abgezogen. In den vergangenen Wochen überstiegen die Abflüsse die Zuflüsse deutlich.
Das bedeutet: Immer weniger XRP stehen kurzfristig zum Verkauf bereit.
Das senkt den unmittelbaren Verkaufsdruck – ein entscheidender Punkt in Phasen, in denen neue Nachfrage entsteht. Wenn Angebot verknappt ist und Nachfrage steigt, reagiert der Kurs oft explosionsartig.
Netzwerkaktivität auf dem höchsten Stand seit Monaten
Auch On-Chain zeigt XRP ein Bild, das man in dieser Form zuletzt Anfang des Jahres gesehen hat.
- Rund eine Million Zahlungen pro Tag
- Über zwei Millionen Transaktionen an mehreren Tagen der vergangenen Woche
- Am 11. November über 13.000 neue XRP-Konten – der höchste Wert seit Januar
Das ist keine passive Spekulation, sondern tatsächliche Netzwerkaktivität. Mehr Konten, mehr Nutzung, mehr Transaktionen. Genau das, was ein Token braucht, um eine Rallye nachhaltig zu stützen.
Und genau dieser Punkt ist es, der viele Analysten überzeugt: Steigende Aktivität bedeutet wachsende Akzeptanz – und das oft bevor der Preis reagiert.
Doch es gibt eine Entwicklung, die man nicht ignorieren darf
Bei aller Euphorie: Die jüngsten Bewegungen der Wale sind ein Warnsignal. Große Adressen haben in den vergangenen vier Wochen rund 1,4 Milliarden XRP verkauft – ein Gegenwert von fast 3,5 Milliarden US-Dollar.
Das erhöht das frei handelbare Angebot und kann den Kurs in kritischen Momenten ausbremsen. Für kleinere Anleger hat so ein Verhalten oft eine psychologische Wirkung: Wenn große Investoren verkaufen, steigt die Unsicherheit.
Genau hier liegt der Konflikt, der den November entscheiden könnte: Steigende Retail-Nachfrage versus massiver Walldruck. Wer sich durchsetzt, bestimmt die Richtung.
Die Charttechnik zeigt klar definierte Kampfzonen
Der Analyst ChartNerd nennt dabei zwei Marken, die für die kommenden Wochen entscheidend sind.
Erstens: 2,70 US-Dollar.
Wird diese Zone durchbrochen und anschließend als Unterstützung bestätigt, sieht er das nächste Ziel bei rund 3,20 US-Dollar.
Zweitens: 55-Wochen-Durchschnitt.
Diese Linie dient aktuell als tragende Unterstützung. Sein Kommentar dazu ist eindeutig: „Wenn wir die verlieren, ist 1,90 US-Dollar die Lebensader.“
Zusätzlich hält sich XRP weiterhin über der monatlichen 10-EMA – eine Marke, die bereits im April, Juni und Oktober getestet wurde und bisher standgehalten hat.
ChartNerd zieht außerdem einen bemerkenswerten Vergleich: Die Struktur erinnert an das Muster zwischen März und Juli. Ein höheres Tief auf Wochenbasis könnte eine neue Aufwärtsphase einleiten. Sein Szenario: ein nächster Pump, gefolgt von einem Pullback – und anschließend ein möglicher Fortsetzungsimpuls zum Jahresende.
Wohin steuert XRP wirklich?
XRP steht an einem Punkt, an dem sich starke bullische Argumente und klare Warnsignale in Balance halten.
Auf der einen Seite:
- der erste Spot-ETF
- ein Robinhood-Listing
- steigende Nutzung
- sinkender Börsenbestand
Auf der anderen Seite:
- milliardenschwere Walldistribution
- entscheidende Unterstützungen, die nicht fallen dürfen
Ob XRP im November neue Höhen erreicht, entscheidet sich daran, ob die ETF-Nachfrage den Verkaufsdruck der Großinvestoren neutralisieren kann. Genau diese Unsicherheit macht die aktuelle Phase so explosiv.
XRP steht an einem Wendepunkt. Und der Markt wird in den kommenden Wochen zeigen, welche Seite stärker ist.
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