Die Aktien von Strategy (MSTR) sind am Mittwoch erstmals seit März 2024 unter die Marke von 100 US-Dollar gefallen. Die Verluste weiteten sich aus, da der anhaltende Rückgang des Bitcoins (BTC) die Einschätzung der Anleger zur kreditfinanzierten Krypto-Strategie des Unternehmens zunehmend belastet.
Die MSTR-Aktie schloss bei 94 US-Dollar und damit 9,3 Prozent tiefer. Hintergrund sind wachsende Sorgen über die Auswirkungen sinkender Bitcoin-Preise auf die Bilanz von Strategy und auf die Fähigkeit des Unternehmens, die zur Finanzierung der Käufe eingesetzten Mittel dauerhaft aufrechtzuerhalten.
Verkaufsdruck bei Bitcoin belastet MSTR- und STRC-Papiere
Der Rückgang der MSTR-Aktie folgt nur wenige Tage darauf, dass die Vorzugsaktie STRC den größten Abschlag auf ihren Nennwert seit ihrer Einführung verzeichnete. Analysten von CryptoQuant erklärten, STRC sei in der vergangenen Woche auf 82,50 US-Dollar gefallen und habe damit einen Rekordabschlag von 17,5 Prozent auf den Nennwert von 100 US-Dollar erreicht.
Das Analysehaus für Onchain-Daten führte den Rückgang auf eine Kombination aus dem Verkaufsdruck am Bitcoin-Markt und einem deutlichen Rückgang der Barreserven des Unternehmens zurück.
„Der Rückgang wurde durch den gleichzeitigen Abbau der US-Dollar-Barreserve von Strategy im Mai verstärkt, nachdem das Unternehmen Wandelanleihen mit einem Gesamtnennwert von 1,5 Milliarden US-Dollar und einem Kupon von 0 Prozent mit Fälligkeit 2029 zurückgekauft hatte“, schrieben die Analysten.
Der Rückkauf der Anleihen verringerte die Liquiditätsreserven, die Investoren als wichtige Absicherung für die Dividendenverpflichtungen der Vorzugsaktien angesehen hatten.

CryptoQuant verwies darauf, dass STRC so konstruiert sei, dass die Aktie in der Nähe ihres Nennwerts von 100 US-Dollar gehandelt werde. Strategy könne die Dividendenrendite der Papiere erhöhen, um Käufer anzulocken, falls der Kurs unter diese Marke falle. Die Analysten erklärten jedoch, dieser Mechanismus werde derzeit stärker als jemals zuvor auf die Probe gestellt, da die Aktie weiterhin mit einem hohen Abschlag gehandelt werde.
Liquiditätsdruck nach Schuldenrückkauf
Im Mittelpunkt der Anlegersorgen steht die nachlassende Liquiditätslage von Strategy. Die Barreserven des Unternehmens sind seit Anfang 2026 um 38 Prozent gesunken und verzeichneten im Mai nach dem Rückkauf der Schulden den stärksten Rückgang.
Gleichzeitig stiegen die annualisierten Dividendenverpflichtungen deutlich an, da das Unternehmen weitere Vorzugspapiere zur Finanzierung zusätzlicher Bitcoin-Käufe emittierte. Nach Angaben von CryptoQuant erhöhten sich die jährlichen Dividendenzusagen von rund 300 Millionen US-Dollar zu Beginn des Jahres 2026 auf etwa 1,2 Milliarden US-Dollar.
„Bei den derzeitigen Dividendenverpflichtungen von 1,2 Milliarden US-Dollar pro Jahr würde die Wiederherstellung einer Deckung für 24 Monate eine Barreserve von etwa 2,8 Milliarden US-Dollar erfordern – rund doppelt so viel wie Strategy derzeit besitzt“, heißt es in dem Bericht.
Die Strategie ermöglichte zwar weitere Bitcoin-Käufe, doch die Analysten warnten, dass die zunehmende Dividendenlast zu einem strukturellen Risiko werde.
„Der Markt scheint dieses Risiko bereits einzupreisen. Der Rückgang des STRC-Kurses spiegelt nicht nur die kurzfristige Schwäche der Barreserven wider, sondern auch langfristige Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit des Unternehmens, die steigenden Dividendenverpflichtungen zu bedienen“, schrieb CryptoQuant.
Strategy weist inzwischen einen nicht realisierten Bitcoin-Verlust von insgesamt rund 10,6 Milliarden US-Dollar aus. Nach Angaben von CryptoQuant liegen sämtliche in den Jahren 2024, 2025 und 2026 erworbenen Bitcoin-Bestände derzeit im Minus. Die Verluste hätten sich beschleunigt, da das Unternehmen auch in der frühen Phase des aktuellen Bärenmarktes weiter zugekauft habe.

Die Analysten argumentierten, ein Verkauf von Bitcoin zur Wiederauffüllung der Barreserven würde den Wert für die Aktionäre voraussichtlich zerstören, da die Verluste dadurch realisiert würden.
Der Kursrückgang von MSTR spiegelt die Entwicklung des Bitcoins wider, der zwischenzeitlich unter die Marke von 60.000 US-Dollar gefallen war, sich anschließend jedoch leicht erholte. Die weltweit größte Kryptowährung lag zum Zeitpunkt der Veröffentlichung innerhalb von 24 Stunden mit 2,4 Prozent im Minus.
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