Solana (SOL) hat drei Monate in Folge mit grünen Kerzen abgeschlossen und behält seinen Aufwärtstrend auch im Oktober bei. Doch die On-Chain-Daten von Solana zeichnen ein anderes Bild.
Eine zunehmende negative Divergenz zwischen Kursentwicklung und Netzwerkaktivität sorgt bei Anlegern für wachsende Zweifel an der Nachhaltigkeit der Rally.
Risiko für den SOL-Kurs durch Divergenz zwischen Preis und Netzwerkaktivität
Nach Angaben von Artemis bestand in der Vergangenheit eine enge Korrelation zwischen der Zahl der täglich aktiven Adressen im Solana-Netzwerk und dem SOL-Kurs.
Seit Mitte August hat sich jedoch eine deutliche Abweichung gezeigt. In diesem Zeitraum stieg der SOL-Kurs von 175 auf über 220 US-Dollar, während die Zahl der täglich aktiven Adressen von mehr als vier Millionen auf rund 2,7 Millionen sank.

SOL-Kurs im Vergleich zu täglich aktiven Solana-Adressen. Quelle: Artemis
Diese Kennzahl spiegelt die Netzwerkaktivität wider, darunter DeFi-Transaktionen, NFT-Handel und Aktivitäten dezentraler Anwendungen.
In einem gesunden Marktverlauf gehen steigende Kurse in der Regel mit höherer Netzwerkaktivität einher – ein Zeichen echter Nachfrage. Im aktuellen Fall deutet die Entwicklung jedoch darauf hin, dass der Preisanstieg vor allem von Spekulation und Marktstimmung getragen wird, nicht von einer stärkeren Nutzung. Das erhöht das Risiko einer deutlichen Korrektur, sollte die Stimmung kippen.
Auch der Analyst CryptoOnchain von CryptoQuant stellte eine ähnliche Divergenz zwischen SOL-Kurs und On-Chain-Aktivität fest, gemessen an der täglichen Transaktionszahl. Während der SOL-Kurs weiter steigt, ist die Zahl der Transaktionen im Solana-Netzwerk um fast 50 Prozent eingebrochen – von rund 125 Millionen (24. Juli 2025) auf etwa 64 Millionen pro Tag.

Solana-Kurs im Vergleich zur Netzwerkaktivität. Quelle: CryptoQuant.
Er erklärte zudem, dass 80 bis 90 Prozent der Transaktionen auf Solana sogenannte „Vote Transactions“ seien, die der Aufrechterhaltung des Netzwerk-Konsenses dienen. Daher müsse geprüft werden, ob der Rückgang auf geringere Nutzeraktivität oder Veränderungen im Abstimmungsmechanismus zurückzuführen sei.
„Wenn sich herausstellt, dass dieser Rückgang direkt mit der Nutzeraktivität zusammenhängt, wird die Glaubwürdigkeit des aktuellen Aufwärtstrends stark infrage gestellt – und das Risiko einer deutlichen Kurskorrektur steigt erheblich“, sagte CryptoOnchain.
Trotz dieser Warnsignale zeigt die jüngste technische Analyse eine versteckte bullische Divergenz im Tageschart von Solana, was auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends hindeuten könnte.
Zudem wächst unter Anlegern die Zuversicht auf eine mögliche Genehmigung mehrerer SOL-ETFs im Oktober, was die positive Stimmung zusätzlich anheizen dürfte.
Der bekannte Analyst Lark Davis prognostizierte sogar, dass diese ETF-Dynamik den SOL-Kurs bis auf 425 US-Dollar treiben könnte.
Händler reagieren derzeit eher auf positive Schlagzeilen und FOMO als auf fundamentale Netzwerkdaten. Diese Strategie kann kurzfristig Gewinne bringen – doch ohne rechtzeitige Gewinnmitnahme könnten diese rasch wieder verpuffen, sobald die Euphorie nachlässt.
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