Der plötzliche Rücktritt des Leiters der Enforcement-Abteilung der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC, Gurbir Grewal, hat am Mittwoch für Unruhe in der Finanzwelt gesorgt. Die Aktienmärkte reagierten zwar kaum auf die Nachricht, doch unter Experten und Beobachtern der Krypto-Branche sorgt das Timing seines Abgangs für Gesprächsstoff. Wie die Behörde am Dienstag mitteilte, wird Grewal sein Amt zum 11. Oktober niederlegen.
Grewals Rücktritt fällt in eine besonders heikle Phase für die SEC. Nur Stunden vor seiner Ankündigung hatte die Behörde eine Berufung im vielbeachteten Fall Ripple eingereicht. Die Krypto-Firma Ripple steht seit Jahren im Fokus der SEC, die das Unternehmen beschuldigt, mit dem Verkauf seiner XRP-Token gegen Wertpapiergesetze verstoßen zu haben.
Hohe Erwartungen an den Nachfolger
SEC-Vorsitzender Gary Gensler lobte Grewal in der offiziellen Erklärung als „verdienten öffentlichen Diener“ und kündigte zugleich die Übergangsregelung an. Sanjay Wadhwa, der bisherige stellvertretende Direktor und seit über 20 Jahren bei der SEC, wird die Leitung der Enforcement-Abteilung interimistisch übernehmen. Bis eine dauerhafte Nachfolge feststeht, wird der Chefjurist der Abteilung, Sam Waldon, Wadhwas bisherigen Posten übernehmen.
In der Krypto-Community sorgte der plötzliche Abgang für Spekulationen. Jake Chervinsky, ein prominenter Krypto-Anwalt, äußerte auf der Plattform X Bedenken über den ungewöhnlichen Zeitpunkt und deutete an, dass dies möglicherweise das Ende einer umstrittenen Kampagne der SEC gegen Krypto-Unternehmen markieren könnte.
Berufung im Ripple-Fall unter der Lupe
Der Zeitpunkt von Grewals Rücktritt fällt zusammen mit der Einreichung einer Berufung im Rechtsstreit zwischen der SEC und Ripple. Die SEC hatte zuletzt vor Gericht eine gemischte Entscheidung hinnehmen müssen, bei der ein Teil der Vorwürfe abgewiesen wurde. Nun soll die Berufung klären, ob bestimmte Programmverkäufe von XRP-Token als illegale Wertpapiertransaktionen einzustufen sind.
Experten wie die Fox-Reporterin Eleanor Terrett wiesen darauf hin, dass unklar sei, auf welche Aspekte des ursprünglichen Urteils die SEC abzielt. Im Raum steht, dass die Berufung sowohl das Urteil zu Ripples institutionellen Verkäufen als auch die Höhe der Strafe betreffen könnte.
Kritik an der Berufung
In der Krypto-Branche wird die Berufung skeptisch betrachtet. Der Anwalt Jeremy Hogan, der den Fall eng verfolgt, sprach von einem „großen Fehler“ der SEC. Seiner Einschätzung nach stehen die Chancen für die Behörde schlecht, da das ursprüngliche Urteil stark faktenbasiert war. Statistisch gesehen, so Hogan, sei die SEC in solchen Berufungsverfahren oft im Nachteil.
Selbst im Falle eines Sieges würde die SEC laut Hogan lediglich höhere finanzielle Strafen für Ripple durchsetzen können, ohne jedoch zusätzlichen Schutz für Investoren zu erreichen. Hogan deutete zudem an, dass Ripple im Berufungsverfahren möglicherweise auf ältere US-Gesetze, die sogenannten „Blue Sky Laws“, zurückgreifen könnte. Diese könnten die Reichweite der SEC über den Kryptomarkt einschränken.
Der Ausgang der Berufung bleibt abzuwarten, doch der plötzliche Rücktritt von Grewal wirft Fragen auf und könnte langfristige Auswirkungen auf das Vorgehen der SEC im Krypto-Bereich haben.
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