Nach Tagen massiver Verluste erlebt der Kryptomarkt eine unerwartete Wende – und Ripple (XRP) steht plötzlich wieder im Rampenlicht. Der Coin steigt am Montag über die Marke von 2,50 US-Dollar und liefert Anlegern damit Hoffnung auf ein Comeback, nachdem der Markt in der vergangenen Woche in Panik verkauft wurde. Doch steckt hinter dem Aufschwung wirklich Substanz – oder ist es nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm?
Was den XRP-Crash wirklich ausgelöst hat
Der Absturz am Freitag hatte mehrere Ursachen: globale Konjunktursorgen, die drohende Regierungsschließung in den USA – und eine wachsende Unsicherheit, ob der Kryptomarkt im Oktober überhaupt noch bullisch bleiben kann. Doch was den Markt endgültig erschütterte, waren neue Aussagen von US-Präsident Donald Trump.
Trump hatte überraschend mit neuen Strafzöllen gegen China gedroht, nachdem Peking angekündigt hatte, den Export seltener Erden zu beschränken. Das war das Ende der zuletzt zarten Hoffnung auf Entspannung im Handelsstreit. Die Folge: Ein massiver Ausverkauf an den globalen Märkten – von Tech-Aktien bis Kryptowährungen.
Trader wurden eiskalt erwischt. Laut CoinGlass-Daten brach die Funding Rate der XRP-Futures von +0,0081 % auf –0,2045 % ein – ein klarer Hinweis auf Panik im Markt. Viele Anleger setzten plötzlich auf fallende Kurse. Zwar hat sich die Funding Rate inzwischen leicht erholt, bleibt mit –0,0005 % aber deutlich negativ. Das zeigt: Der Markt ist noch immer tief verunsichert.
Auch das Open Interest, also das Gesamtvolumen offener Futures-Kontrakte, wurde regelrecht halbiert – von 8,36 Mrd. US-Dollar auf rund 4 Mrd. US-Dollar. Das bedeutet: Viele Trader haben ihre Positionen geschlossen, Vertrauen in eine nachhaltige XRP-Erholung fehlt.

Charttechnik: Kann XRP die 2,50-Dollar-Marke verteidigen?
Trotz des Crashs zeigt sich XRP erstaunlich robust. Der Kurs hält sich über 2,50 US-Dollar, scheitert jedoch am 200-Tage-Durchschnitt (EMA) bei 2,63 US-Dollar – einer entscheidenden Widerstandsmarke.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) hat sich mit einem aktuellen Wert von 38 leicht erholt, was darauf hindeutet, dass der Verkaufsdruck langsam nachlässt.
Doch noch ist Vorsicht angesagt. Nur ein Tagesschluss über 2,63 US-Dollar würde ein klares Kaufsignal liefern. Anschließend wäre der Weg bis zum 100-Tage-EMA (2,82 US-Dollar) und 50-Tage-EMA (2,85 US-Dollar) frei – zwei Zonen, die den nächsten Aufwärtsschub auslösen könnten.
Allerdings zeigt der MACD-Indikator weiterhin ein Verkaufssignal. Solange die blaue Linie unter der roten Signallinie bleibt, könnten Anleger Gewinne mitnehmen – was zusätzlichen Druck auf den Kurs ausüben dürfte.
Was Anleger jetzt wissen müssen
Der Markt zeigt zwei Gesichter: Auf der einen Seite technisches Aufwärtspotenzial – auf der anderen Seite anhaltende Skepsis und schwaches Derivate-Volumen. Für Investoren bedeutet das: XRP steht an einem Wendepunkt. Ein Ausbruch über die 200-Tage-Linie könnte einen neuen mittelfristigen Aufwärtstrend bestätigen.
Bleibt der Kurs jedoch darunter, droht ein erneuter Rückfall in die Seitwärtsbewegung – oder Schlimmeres.
Fazit: Chance oder Falle?
Ripple (XRP) steht aktuell genau zwischen Angst und Hoffnung. Die Derivatedaten zeigen: Viele Trader bleiben skeptisch. Doch wer jetzt den Mut hat, antizyklisch zu denken, könnte profitieren – vorausgesetzt, der Markt hält die 2,50-US-Dollar-Marke.
Ein Tagesschluss über 2,63 US-Dollar wäre das Signal, auf das viele warten. Bis dahin gilt: aufmerksam bleiben, technische Marken im Blick behalten – und das Risiko managen.
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