XRP droht der nächste Absturz: Warum die Coins der Kleinanleger verschwinden – und die Wale massenhaft verkaufen

Ripple (XRP) verharrt seit Tagen in einer alarmierenden Seitwärtsbewegung. Der Kurs steckt zwischen 2,15 Dollar und 2,30 Dollar fest – eine enge Preisspanne, in der sich Bullen und Bären regelrecht festbeißen. Doch das, was auf den ersten Blick nach Ruhe aussieht, könnte sich als gefährlicher Vorbote entpuppen. Denn unter der Oberfläche brodelt es. Und das keineswegs zu Gunsten der Anleger.

Während der Markt auf ein Comeback hofft, bricht die Nachfrage der privaten Käufer weiter ein. Der Krypto-Sektor befindet sich insgesamt im Risk-Off-Modus. Vor allem jetzt, da der Dezember-Beschluss der US-Notenbank Fed bevorsteht und die Unsicherheit zunimmt. Diese Gemengelage setzt XRP massiv unter Druck – und könnte riesige Auswirkungen auf die kommenden Wochen haben.

XRP stagniert, während die Aktivität im Netzwerk historisch niedrig ist. Genau das ist der Punkt, an dem es für Investoren wirklich gefährlich wird.

Ein Blick auf die On-Chain-Daten zeigt: Der XRP Ledger liegt praktisch im Tiefschlaf. Seit Juni hat es das Netzwerk an keinem einzigen Tag geschafft, mehr als 100.000 aktive Adressen zu erreichen. Am vergangenen Donnerstag waren es nicht einmal 20.000 – ein dramatischer Absturz im Vergleich zu den 581.000, die Mitte Juni zu sehen waren. Wenn die Nutzer verschwinden, wenn niemand mehr interagiert, wenn das Netzwerk austrocknet, dann fehlt die Basis für steigende Kurse. Genau das passiert gerade.

Noch alarmierender ist der massive Abverkauf durch die größten Investoren. Die sogenannten Wale trennen sich im Rekordtempo von ihren XRP-Beständen. Wallets mit 100.000 bis 1 Million Tokens halten nur noch 9,81 Prozent der gesamten Umlaufmenge – ein klarer Rückgang gegenüber November und September. Noch drastischer ist der Einbruch bei den Adressen mit 1 bis 10 Millionen Tokens. Sie besitzen nur noch 6,75 Prozent aller XRP. Vor wenigen Wochen waren es fast doppelt so viele.

Wenn die größten Spieler aussteigen, wenn diejenigen verkaufen, die den Markt normalerweise stabilisieren, dann ist das ein Hinweis auf tiefes Misstrauen. Es verstärkt die ohnehin aufgeheizte Risikoaversion und setzt den Kurs zusätzlich unter Druck. In diesem Umfeld ist eine nachhaltige Erholung kaum vorstellbar. Stattdessen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass XRP die Marke von 2 Dollar testet – und möglicherweise deutlich durchbricht.

Technisch betrachtet bleibt das Bild angespannt. XRP liegt zurzeit bei rund 2,19 Dollar und kämpft an gleich mehreren Fronten. Die 50-Tage-EMA bei 2,36 Dollar drückt von oben auf den Kurs. Darüber folgen die 100- und 200-Tage-EMAs bei jeweils rund 2,51 Dollar, die wie ein doppelter Betonriegel jede Erholung blockieren. Solange der Kurs nicht über diese Marken steigt, bleibt jeder Rally-Versuch im Keim erstickt.

Immerhin deutet der MACD eine leichte Erholung an. Der Indikator hat die Signallinie überquert und zeigt ein beginnendes Momentum. Doch auch hier gilt: Es bleibt nur dann relevant, wenn XRP über 2,36 Dollar ausbrechen kann. Ohne diesen Schritt bleibt jede positive Bewegung lediglich ein Blinzeln in einem übergeordneten Abwärtstrend.

Aus charttechnischer Sicht sitzt XRP weiterhin unter einer dominanten Abwärtstrendlinie. Diese Linie zieht sich seit dem Rekordhoch von 3,66 Dollar vom 18. Juli nach unten und deckelt aktuell jeden Versuch nach oben. Der nächste ernsthafte Widerstand entlang dieser Linie liegt bei 2,66 Dollar. Es gibt derzeit keinerlei Anzeichen dafür, dass dieser Bereich kurzfristig überwunden werden kann.

Der ADX, der die Trendstärke misst, liegt bei 23,96. Das ist ein klares Zeichen für eine kraftlose Marktphase ohne echten Trend. Ein solches Umfeld begünstigt oft weitere Seitwärtsphasen – oder überraschend tiefe Abstürze, wenn ein Auslöser folgt.

Es bleibt dabei: Solange XRP nicht den massiven Widerstandsbereich zwischen 2,36 und 2,51 Dollar durchbrechen kann, bleibt der Markt in der Hand der Verkäufer. Jede Schwäche im Kurs, jede Ablehnung an den wichtigen EMAs, erhöht das Risiko eines erneuten Abverkaufs. Die Marke von 2 Dollar könnte dann schon bald nicht mehr halten.

Wer auf eine schnelle Erholung setzt, ignoriert die Realität der Daten. XRP muss erst beweisen, dass Käufer zurückkehren, dass On-Chain-Aktivität wieder zunimmt und dass Wale aufhören zu verkaufen. Solange das nicht passiert, bleibt die Lage fragil.

Kurz gesagt: XRP steht an einer kritischen Schwelle. Unter der Oberfläche verschlechtert sich das Bild schneller, als es der Chart allein vermuten lässt. Ohne einen klaren Ausbruch über die EMA-Hürden bleibt die Gefahr eines deutlichen Absturzes das dominierende Szenario.


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