Der Kurs von Ripple (XRP) liegt am Dienstag zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Berichts über 1,40 US-Dollar und steht im Zeichen neuer Unsicherheit rund um den Krieg im Nahen Osten. Bereits am Montag hatte XRP über dem Wochenstartniveau von 1,38 Dollar geschlossen, nachdem US-Präsident Donald Trump sich optimistisch über laufende Gespräche mit dem Iran geäußert hatte.
Allerdings bleibt die Straße von Hormus, eine wichtige Schifffahrtsroute, eingeschränkt, während der Iran entsprechende Gespräche mit den USA bestreitet. Zudem hat Israel angekündigt, seine Angriffe auf den Iran fortzusetzen, um eigene Interessen im Rahmen möglicher Waffenruhen oder Vereinbarungen zu sichern.
Die Stimmung am Kryptomarkt bleibt insgesamt schwach, was sich im Fear-&-Greed-Index widerspiegelt, der mit einem Wert von 11 weiterhin im Bereich extremer Angst liegt. Zwar verbesserte sich der Index leicht im Zuge von Trumps Optimismus hinsichtlich des Konflikts, doch auf die Risikobereitschaft der Anleger wirkt sich dies bislang nur verzögert aus.

Interesse an XRP-Derivaten lässt nach
Das Interesse an XRP-Derivaten hat zuletzt deutlich nachgelassen. Das offene Interesse (Open Interest) bei Futures lag am Dienstag und bereits am Montag bei rund 2,39 Milliarden US-Dollar. Mitte März hatte es noch bei 2,87 Milliarden Dollar gelegen, ist jedoch im Zuge anhaltender Risikoaversion zurückgegangen.
Daten von CoinGlass zeigen zudem, dass das Interesse privater Anleger deutlich unter dem Rekordniveau von 10,94 Milliarden Dollar liegt. Dieser Höchststand fiel mit dem bisherigen Allzeithoch von XRP bei 3,66 Dollar im Juli zusammen. Sollte sich die Nachfrage nach Derivaten nicht nachhaltig erholen, dürfte eine Kurserholung schwierig bleiben.

Auch die Nachfrage nach börsengehandelten XRP-Fonds (ETFs) bleibt verhalten. Am Montag war die Aktivität gering. Zwar verzeichnete XRP am Freitag Zuflüsse von 1,98 Millionen Dollar, insgesamt bleibt die Entwicklung jedoch schwach. Daten von SoSoValue zufolge gab es seit dem 6. März lediglich an zwei Tagen Zuflüsse in in den USA gelistete ETFs. Die kumulierten Zuflüsse belaufen sich auf 1,21 Milliarden Dollar, während das verwaltete Vermögen bei 1,01 Milliarden Dollar liegt.

Ein am Montag veröffentlichter Bericht von CoinShares zu Kapitalflüssen im Kryptobereich hebt hervor, dass die restriktive Haltung der US-Notenbank Federal Reserve in Bezug auf mögliche Zinssenkungen im Jahr 2026 sowie die Unsicherheiten durch den Nahostkonflikt weiterhin auf den Markt drücken.
„Digitale Anlageprodukte verzeichneten in der vergangenen Woche Zuflüsse in Höhe von 230 Millionen US-Dollar und damit eine deutliche Verlangsamung gegenüber den Vorwochen. Während häufig der anhaltende Iran-Konflikt als Belastungsfaktor genannt wird, sehen wir die wahrscheinlichere Ursache in der Interpretation der jüngsten Sitzung der US-Notenbank als ‚restriktive Pause‘“, heißt es in dem Bericht von CoinShares.
Technischer Ausblick bleibt verhalten
Der XRP-Kurs bewegt sich weiter über 1,40 Dollar, bleibt jedoch in einem insgesamt schwachen technischen Umfeld unter einer längerfristigen fallenden Trendlinie. Wichtige gleitende Durchschnitte begrenzen derzeit Erholungsversuche im Bereich von 1,49 Dollar. Der SuperTrend-Indikator signalisiert zudem einen dynamischen Widerstand bei 1,58 Dollar, was zusätzliche Hürden für eine nachhaltige Erholung darstellt.
Gleichzeitig hat der Parabolic-SAR-Indikator im Tageschart unterhalb des aktuellen Kurses bei rund 1,36 Dollar gedreht. Dies dämpft zwar den Abwärtsdruck, bestätigt jedoch noch keinen klaren Aufwärtstrend. Auch der MACD-Indikator nähert sich der Nulllinie, was auf nachlassenden Aufwärtsdruck nach dem jüngsten Anstieg auf 1,54 Dollar hindeutet.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) stabilisiert sich im oberen 40er-Bereich und signalisiert damit eher eine neutrale Entwicklung als einen klaren Aufwärtstrend. Sollte der RSI unterhalb der Marke von 50 bleiben, könnte XRP anfällig für erneuten Verkaufsdruck bleiben.
Auf der Oberseite liegt der erste Widerstand beim 50-Tage-EMA nahe 1,49 Dollar, gefolgt vom jüngsten Hoch bei etwa 1,54 Dollar. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über diese Marken könnte den Weg in Richtung des 100-Tage-EMA bei 1,67 Dollar und später des 200-Tage-EMA bei 1,92 Dollar öffnen.
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Auf der Unterseite bildet die Zone zwischen 1,38 und 1,40 Dollar eine wichtige Unterstützung und sichert den Bereich um den Parabolic SAR bei 1,36 Dollar ab. Sollte dieser Bereich nicht gehalten werden, droht eine Ausweitung der Verluste bis in Richtung 1,25 Dollar.
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