XRP notiert zum Jahresende nur knapp über 2 US-Dollar. Für viele Anleger ist das ein frustrierender Blick auf den Chart. Noch im Juli schoss der Ripple-Token auf ein neues Allzeithoch von 3,66 US-Dollar. Heute liegt der Kurs fast 50 Prozent darunter. Die große Frage lautet: Ist XRP erledigt – oder steht genau jetzt die nächste Explosion bevor?

Fakt ist: 2025 war für XRP eines der turbulentesten Jahre seiner Geschichte. Extreme Schwankungen, juristische Klarheit, institutioneller Einstieg und am Ende Ernüchterung am Markt. Doch wer nur auf den Preis schaut, übersieht womöglich das Entscheidende. Hinter den Kulissen hat sich Ripple komplett neu positioniert – näher an Banken, Fonds und Großinvestoren als je zuvor.

Das Ende der SEC-Klage: Der Befreiungsschlag für Ripple

Jahrelang hing die Klage der US-Börsenaufsicht SEC wie ein Damoklesschwert über Ripple. 2025 kam endlich die Erlösung. Die SEC zog ihre Berufung zurück, Ripple einigte sich im Mai auf eine Zahlung von 50 Millionen US-Dollar. Damit ist der Rechtsstreit faktisch beendet.

Entscheidend ist das Detail, das viele Anleger unterschätzen: Das Gericht stellte bereits 2024 klar, dass XRP-Verkäufe über Börsen keine Wertpapiergeschäfte sind. Nur direkte Verkäufe an institutionelle Investoren wurden beanstandet. Ein Teilsieg für Ripple – und genau dieser Punkt hat den Weg für das nächste Kapitel geöffnet.

Denn mit dem Ende der Klage fiel die größte Hürde für institutionelle Investoren. Und die ließen nicht lange auf sich warten.

Milliarden fließen: Unternehmen bauen XRP-Reserven auf

Nach dem juristischen Befreiungsschlag begann etwas, das es bei XRP in dieser Form noch nie gegeben hat. Unternehmen nahmen XRP direkt in ihre Bilanzen auf.

Evernorth hält laut Angaben rund 1 Milliarde US-Dollar in XRP. Trident Digital Tech Holdings setzt auf 500 Millionen, Webus International auf 300 Millionen. VivoPower International hat über 100 Millionen US-Dollar zugesagt, Wellgistics Health mehr als 50 Millionen.

Das ist kein Zock von Privatanlegern. Das ist institutionelles Kapital, das auf einen funktionierenden Anwendungsfall setzt.

XRP-ETFs: Der nächste Hebel zündet bereits

Im November folgte der nächste Paukenschlag. Die US-Börsenaufsicht genehmigte vier XRP-Spot-ETFs. Canary Capital, Grayscale, Bitwise und Franklin Templeton sind mit eigenen Produkten am Start.

Seit dem Handelsstart am 13. November sind die Zuflüsse bemerkenswert stabil. Bis Mitte Dezember summierten sie sich auf 1 Milliarde US-Dollar, das verwaltete Vermögen liegt bei 1,12 Milliarden US-Dollar.

Für den Markt ist das eine klare Botschaft: XRP ist im institutionellen Mainstream angekommen. Genau dieser Punkt könnte 2026 entscheidend werden.

Ripple baut – während der Markt zweifelt

Während viele Anleger nur auf den Kurs starren, hat Ripple selbst 2025 durchgezogen. Partnerschaften, Übernahmen, Tokenisierung realer Vermögenswerte, Ausbau des XRP Ledgers. Und dann der nächste strategische Schritt: der eigene Stablecoin.

Mit Ripple USD (RLUSD) brachte das Unternehmen Ende 2024 einen vollständig regulierten Dollar-Stablecoin auf den Markt, gedeckt 1:1 und genehmigt von der Finanzaufsicht des Bundesstaates New York. Für Banken und institutionelle Partner ist das Gold wert.

Ripple positioniert sich damit exakt dort, wo Krypto und klassische Finanzwelt zusammenlaufen. Schnell, günstig, regulatorisch sauber.

Der Bank-Plan: Ripple will mehr als nur Krypto

Besonders brisant: Ripple beantragte bei der US-Bankenaufsicht die Gründung einer Ripple National Trust Bank mit Sitz in New York. Ziel ist es, digitale Vermögenswerte zu verwahren und institutionelle Dienstleistungen anzubieten.

Parallel dazu wird der XRP Ledger für reale Finanzprodukte genutzt. Ondo Finance brachte gemeinsam mit Ripple tokenisierte US-Staatsanleihen auf die Blockchain. Abwicklung direkt über XRPL – bezahlt mit RLUSD.

Das ist keine Vision. Das läuft bereits.

Warum der XRP-Kurs trotzdem schwächelt

Und trotzdem: Der Kurs bleibt unter Druck. Seit Juli ist XRP Teil eines breiten Abwärtstrends, ausgelöst durch makroökonomische Unsicherheit, Gewinnmitnahmen und einen massiven Abverkauf am 10. Oktober. Damals wurden innerhalb eines Tages rund 700 Millionen US-Dollar an XRP-Positionen liquidiert.

XRP fiel bis auf 1,25 US-Dollar, konnte sich aber wieder über 2 US-Dollar stabilisieren. Der Derivatemarkt bleibt jedoch schwach. Das Open Interest liegt aktuell bei 3,72 Milliarden US-Dollar, ein Absturz von 66 Prozent gegenüber dem Juli-Hoch.

Das signalisiert: Das schnelle Geld ist raus. Die Zocker sind weg.

Still und leise sinkt der Verkaufsdruck

Ein Blick auf die Blockchain-Daten zeigt etwas Interessantes. Die Menge an XRP, die aktuell im Gewinn liegt, ist deutlich gesunken. Nur noch 37 Milliarden XRP befinden sich im Plus – im Juli waren es 64 Milliarden.

Warum das wichtig ist? Anleger verkaufen ungern mit Verlust. Sinkt die Menge profitabler Coins, sinkt oft auch der Verkaufsdruck. Genau das könnte die Basis für eine größere Bewegung im kommenden Jahr sein.

Technische Lage: Alles hängt an dieser Zone

Charttechnisch bleibt XRP angeschlagen. Der Kurs notiert unter allen wichtigen gleitenden Durchschnitten. Der RSI signalisiert weiter Schwäche. Auch der MACD spricht aktuell für die Verkäufer.

Fällt XRP erneut unter 2 US-Dollar, droht ein Test der Zone um 1,61 US-Dollar. Im schlimmsten Fall sogar ein Rücklauf auf 1,25 US-Dollar.

Doch es gibt auch das andere Szenario. Gelingt der Ausbruch über die fallende Trendlinie, könnten 3 US-Dollar schnell wieder ins Spiel kommen. Darüber wartet der Bereich zwischen 3,40 und 3,66 US-Dollar. Wird diese Zone überwunden, wäre ein neues Preisfindungsniveau oberhalb von 4 US-Dollar möglich.

Ausblick 2026: Risiko hoch – Chance aber auch

XRP steht an einem kritischen Punkt. Kurzfristig bleibt die Volatilität hoch. Experten sehen durchaus die Gefahr eines Rücksetzers Richtung 1,40 US-Dollar. Gleichzeitig wächst im Hintergrund etwas, das langfristig entscheidend sein könnte: institutionelle Nutzung, regulierte Produkte, reale Anwendungsfälle.

Der Markt ignoriert das aktuell noch. Doch genau das war in der Vergangenheit oft der Moment, in dem sich die größten Trends aufgebaut haben.

Fazit: Totgesagt? Vielleicht. Aber gefährlich unterschätzt.

XRP ist weit entfernt vom Juli-Hype. Der Kurs wirkt müde, das Interesse niedrig. Doch Ripple steht heute besser da als je zuvor. Die SEC-Klage ist Geschichte. ETFs sind live. Unternehmen halten XRP in Milliardenhöhe. Die Infrastruktur steht.

2026 wird zeigen, ob XRP nur ein Relikt alter Krypto-Zyklen ist – oder ob genau jetzt die Grundlage für das nächste große Kapitel gelegt wird.

Wer hinschaut, erkennt: Die Ruhe könnte trügerisch sein.


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