Ripple (XRP) steht weiterhin unter erheblichem Verkaufsdruck und notierte am Mittwoch zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei rund 1,05 US-Dollar. Der Rückgang spiegelt die allgemeine Schwäche am Kryptomarkt wider, die durch zunehmende makroökonomische Belastungen und anhaltende geopolitische Unsicherheiten zusätzlich verstärkt wird.
Sollte sich die aktuelle Korrektur fortsetzen, droht XRP ein erneuter Test der wichtigen Unterstützungsmarke von 1,00 US-Dollar. Dieses Niveau wurde zuletzt im November 2024 erreicht.
Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed ist angesichts der geopolitischen Unsicherheit gestiegen.
Marktteilnehmer rechnen zunehmend damit, dass die Federal Reserve (Fed) auf ihrer Sitzung im September die Zinsen anheben könnte. Nach Angaben des CME-FedWatch-Tools stieg die Wahrscheinlichkeit für ein höheres Zinsniveau im September auf 70 Prozent, nachdem sie eine Woche zuvor noch bei 44 Prozent gelegen hatte. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag die Wahrscheinlichkeit wieder bei über 50 Prozent.

FedWatch-Tool | Quelle: CME Group
Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im Mai laut den jüngsten Daten zum Verbraucherpreisindex (CPI) um 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im April hatte die Inflationsrate noch bei 3,8 Prozent gelegen. Ein derart hohes Niveau wurde seit mehr als drei Jahren nicht mehr verzeichnet.
Auf der Pressekonferenz nach der Sitzung am 17. Juni bekräftigte Fed-Chef Kevin Warsh das Ziel der Notenbank, die Inflation auf 2 Prozent zu begrenzen und Preisstabilität sicherzustellen. Der zunehmend restriktive Ton der Notenbank hat die Erwartungen einer Zinserhöhung verstärkt, nachdem diese im ersten Quartal noch vergleichsweise gering gewesen waren.
Unterdessen bleiben die Vereinigten Staaten und der Iran in der Bewertung der Atomgespräche uneinig. Präsident Donald Trump hält daran fest, dass der Iran den strengsten Kontrollen zugestimmt habe. Vertreter des Iran erklären dagegen, dass Nuklearfragen während der jüngsten Gesprächsrunde nicht ausführlich behandelt worden seien.
Der breite Kryptomarkt steht weiterhin unter erheblichem Druck, während die Risikobereitschaft der Anleger niedrig bleibt. Laut dem Fear-&-Greed-Index lag die Marktstimmung am Mittwoch mit einem Wert von 17 im Bereich „Extreme Angst“, nachdem am Vortag noch 23 Punkte erreicht worden waren. Die anhaltende Risikoaversion könnte die Erholung des Marktes weiterhin begrenzen.

Crypto Fear & Greed Index | Quelle: Alternative
Die Nachfrage privater Anleger nach XRP bleibt schwach. Das offene Interesse an unbefristeten Futures-Kontrakten sank am Mittwoch auf 2,58 Milliarden US-Dollar nach 2,69 Milliarden US-Dollar am Vortag. Das aktuelle Niveau liegt deutlich unter dem Rekordwert von 10,94 Milliarden US-Dollar aus dem Juli, als XRP ein Rekordhoch von 3,66 US-Dollar erreicht hatte. Die anhaltende Schwäche am Derivatemarkt deutet auf eine geringe Liquidität und begrenzte Aufwärtspotenziale hin.

XRP Futures OI | Quelle: CoinGlass
Kursanalyse: Verkäufer nehmen die Marke von 1 Dollar ins Visier
XRP notiert bei 1,09 US-Dollar und zeigt kurzfristig weiterhin ein schwaches Bild. Der Kurs bewegt sich deutlich unter den exponentiell gewichteten gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage, die bei 1,24, 1,34 beziehungsweise 1,55 US-Dollar liegen. Zudem handelt XRP unterhalb der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei 1,14 US-Dollar, was auf anhaltenden Verkaufsdruck hindeutet. Das untere Band bei 1,07 US-Dollar bildet derzeit die nächste wichtige Unterstützung.
Die Momentum-Indikatoren liefern ein gemischtes Bild. Das Histogramm des MACD liegt auf Tagesbasis leicht im positiven Bereich, während der Relative-Stärke-Index (RSI) bei etwa 35 Punkten notiert. Dies spricht eher für eine schwache Nachfrage als für eine nachhaltige Erholung.

XRP/USDT Tageschart
Ein erster Widerstand liegt an der Mittellinie der Bollinger-Bänder bei rund 1,14 US-Dollar, gefolgt vom oberen Band bei etwa 1,22 US-Dollar. Ein nachhaltiger Anstieg über diese Marken könnte den Weg zum 50-Tage-Durchschnitt bei 1,24 US-Dollar ebnen. Darüber würden die 100- und 200-Tage-Durchschnitte bei 1,34 beziehungsweise 1,55 US-Dollar als weitere Hürden dienen.
Auf der Unterseite stellt das untere Bollinger-Band bei 1,07 US-Dollar die erste wichtige Unterstützung dar. Darunter folgen das jüngste Tief bei rund 1,05 US-Dollar sowie die psychologisch wichtige Marke von 1,00 US-Dollar. Ein Tagesschlusskurs unter diesem Niveau könnte weiteren Abwärtsdruck auslösen und den bestehenden Abwärtstrend verstärken.
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