MicroStrategy hat wieder zugeschlagen. Am Montag gab das Unternehmen bekannt, 55.500 Bitcoin für beeindruckende 5,4 Milliarden US-Dollar gekauft zu haben. Der durchschnittliche Kaufpreis liegt bei 97.862 US-Dollar pro Coin – das ist der bislang größte Einzelkauf des Unternehmens. Doch die Strategie, Schulden für den Kauf von Bitcoin aufzunehmen, wirft Fragen auf: Ist das ein kühner Schachzug mit Potenzial oder ein riskantes Spiel, das schnell nach hinten losgehen könnte?

MicroStrategys aggressiver Bitcoin-Kurs

Seit August 2020 verfolgt MicroStrategy eine klare Strategie: Bitcoin als langfristige Wertanlage etablieren und dabei von der begrenzten Verfügbarkeit und steigenden Nachfrage profitieren. Die jüngste Akquisition hebt das Gesamtvermögen des Unternehmens auf 386.700 Bitcoin, die zu einem Durchschnittspreis von 56.761 US-Dollar pro Coin erworben wurden. Insgesamt hat MicroStrategy dafür rund 21,9 Milliarden US-Dollar ausgegeben.

Im aktuellen Quartal hat das Unternehmen allein im November Bitcoin im Wert von 12,2 Milliarden US-Dollar gekauft. Ermöglicht wurde das durch einen Mix aus einem Schuldenangebot von 3 Milliarden US-Dollar und dem Verkauf von fast 5,6 Millionen Aktien, die zusätzliche 2,5 Milliarden US-Dollar einbrachten.

Die Zahlen sprechen für sich – oder etwa nicht?

Die Investitionen scheinen sich bislang auszuzahlen. Im November 2024 meldete das Unternehmen eine Rendite von 35 % auf seine Bitcoin-Bestände. Doch der aggressive Kaufkurs hat nicht nur Bewunderung hervorgerufen, sondern auch Skepsis geweckt – vor allem, weil MicroStrategy plant, in den nächsten drei Jahren weitere 42 Milliarden US-Dollar aufzubringen, um noch mehr Bitcoin zu erwerben.

Warum Bitcoin? Die Vision von Michael Saylor

Für CEO Michael Saylor ist Bitcoin mehr als nur eine Wette auf die Zukunft. Er sieht die Kryptowährung als überlegene Alternative zu Bargeld, insbesondere angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Unsicherheiten und steigenden Inflationsraten. Bereits 2020 setzte Saylor mit dem ersten Bitcoin-Kauf des Unternehmens in Höhe von 250 Millionen US-Dollar ein klares Signal. Seitdem hat sich MicroStrategy zu einem der größten institutionellen Bitcoin-Investoren entwickelt.

Doch die aktuelle Kaufwelle stellt alle bisherigen Schritte in den Schatten. Das Ziel: sich noch stärker als führender Bitcoin-Akteur zu positionieren und die Vorteile der Kryptowährung für das Unternehmen und seine Aktionäre langfristig zu sichern.

Expertenmeinungen: Geniale Strategie oder riskantes Spiel?

Die jüngste Bitcoin-Akquisition hat auch in der Expertenwelt eine Debatte entfacht. Darren Franceschini, Mitbegründer von Fideum, sieht in MicroStrategys Ansatz eine mutige Vision.

„Indem das Unternehmen Bitcoin in großem Stil übernimmt, sichert es sich nicht nur ab, sondern gestaltet aktiv die Finanzwelt von morgen mit“, sagte Franceschini in einem Interview.

Auch Philipp Zentner, CEO von LI.FI, zeigt sich optimistisch:

„Solange MicroStrategy nicht dazu gezwungen wird, seine Bestände zu liquidieren, bleibt das Risiko für den Markt überschaubar. Die steigenden Bitcoin-Preise wirken dabei wie ein starker Sicherheitsanker.“

Doch nicht alle teilen diesen Enthusiasmus. James Davies, CEO der Crypto Valley Exchange, warnt vor den potenziellen Risiken einer so schuldengetriebenen Strategie.

„MicroStrategy spielt hier ein gefährliches Spiel mit kurzfristigen Gewinnen und Refinanzierungskosten. Der Erfolg hängt stark vom Timing ab – und das ist eine riskante Wette.“

Davies kritisiert zudem die Doppelmoral im Markt: Während das Unternehmen mit gigantischen Rückkäufen Schlagzeilen macht, verkaufen Insider wie CEO Michael Saylor weiterhin private Anteile. Das wirft Fragen zur langfristigen Ausrichtung der Strategie auf.

Schulden und Risiken: Ein Balanceakt

MicroStrategy finanziert seine Käufe größtenteils durch Schulden. Die jüngste Runde von Kapitalaufnahmen, darunter ein Schuldenangebot von 3 Milliarden US-Dollar, zeigt, wie stark das Unternehmen auf diesen Hebel setzt. Zwar konnte es bisher von steigenden Bitcoin-Preisen profitieren, doch die Abhängigkeit von Fremdkapital birgt erhebliche Risiken. Sollte der Bitcoin-Kurs stark einbrechen, könnte dies die Refinanzierungsfähigkeit des Unternehmens gefährden und seine Bilanz massiv belasten.

Fazit: Eine mutige Wette auf die Zukunft

MicroStrategy setzt voll auf Bitcoin – und das in einer Größenordnung, die selbst in der Krypto-Welt ihresgleichen sucht. Die Strategie könnte sich langfristig als visionär erweisen, insbesondere wenn Bitcoin weiter an Wert gewinnt. Doch die Risiken sind nicht zu unterschätzen: Hohe Schulden, ein volatiler Markt und die Frage nach der Nachhaltigkeit dieses Ansatzes machen das Unternehmen zu einer der riskantesten, aber auch spannendsten Bitcoin-Wetten der Gegenwart.

Für Investoren bleibt die Frage, ob sie an den Erfolg dieser mutigen Vision glauben oder ob MicroStrategy am Ende ein Lehrstück für die Gefahren übertriebener Risikobereitschaft wird.


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