Wer heute noch ernsthaft behauptet, Kryptowährungen seien eine seriöse Geldanlage, dem möchte man am liebsten die rosarote Brille von der Nase reißen und zur nächsten Lottoannahmestelle schleifen. Ja, diese Wunderwerke der Blockchain-Technologie sind faszinierend, aber sie sind auch so volatil wie die Launen eines Teenagers.

Nehmen wir Bitcoin, den Goldesel des digitalen Zeitalters. Einst gestartet als revolutionäre Idee eines unbekannten Genies namens Satoshi Nakamoto, ist er heute mehr Krypto-Casino-Chip als seriöse Geldanlage. Ein Kursverlauf, der aussieht wie die Herzfrequenz eines Marathonläufers kurz vor dem Zieleinlauf, und Transaktionsgebühren, bei denen man denkt, die Miner hätten ein Dauerabo auf Luxusrestaurants – wer hier von Stabilität spricht, lebt vermutlich auch in einem Einhornland.

Dann wäre da noch Ethereum, das „Schweizer Taschenmesser“ unter den Kryptowährungen. Man kann damit Smart Contracts aufsetzen, dezentralisierte Anwendungen betreiben und, wenn man gerade mal Langeweile hat, auch eine Katze in der Blockchain sammeln. So viele Anwendungen, dass man kaum glauben kann, wie wenig Substanz dahintersteckt, wenn der nächste Hack den Wert mal eben halbiert.

Und schließlich Ripple, das Lieblingskind der Banken. Ja, richtig gehört, die Kryptokids, die Banken die Stirn bieten wollten, haben jetzt einen eigenen Vertreter, der mit den Etablierten kuschelt. Ripple will den internationalen Zahlungsverkehr revolutionieren – eine noble Idee, aber ob das reicht, um den zweifelnden Anleger nachts ruhig schlafen zu lassen?

Seriöse Geldanlage, meine Damen und Herren, sieht anders aus. Aktien, Anleihen, vielleicht noch ein paar Immobilien – das sind Dinge, auf die man sich verlassen kann. Kryptowährungen hingegen sind das digitale Äquivalent zum Roulettetisch. Rot oder schwarz, Bitcoin oder Ethereum, morgen Reich oder pleite? Die Spannung steigt, der Puls rast, und am Ende fragt man sich, ob man wirklich auf eine ernsthafte Wertsteigerung spekuliert hat oder doch nur auf den großen Nervenkitzel aus war.

Natürlich gibt es die Geschichten derjenigen, die es geschafft haben, die Frühaufsteher und Glücksritter, die ihre Monero oder Litecoin jetzt für Millionen verkaufen können. Doch die Mehrheit der Anleger sitzt vermutlich wie bei einer schlechten Partie Monopoly da, bei der man hofft, dass der große Bruder einem nicht schon wieder Parkstraße und Schlossallee abnimmt.

Also, liebe Krypto-Enthusiasten, genießt euren Ausflug in die Welt der digitalen Währungen. Aber vergesst nicht: Eine seriöse Geldanlage ist das nur für jene, die auch bei der nächsten Bitcoin-Baisse noch eine Nacht ruhig schlafen können – und die gibt es wohl nur in den Märchenbüchern.


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