Eine neue HBO-Dokumentation, „Electric Money: The Bitcoin Mystery“ von Cullen Hoback, hat am 8. Oktober Spekulationen über die Identität von Satoshi Nakamoto, dem mysteriösen Bitcoin-Schöpfer, neu entfacht. Die Doku deutet an, dass Peter Todd, ein 39-jähriger Softwareentwickler, der Erfinder der Kryptowährung sein könnte. An den Märkten führte dies zu keinerlei spürbaren Reaktionen, aber die Gerüchte erhielten in der Krypto-Community Aufmerksamkeit.

Beweise bleiben dünn

Der Film stützt sich auf Indizien und Zufälle, etwa Todds frühe Beteiligung an Bitcoin und seine Verbindungen zu anderen Krypto-Schlüsselfiguren wie dem Kryptografen Adam Back. Als zentrales Element des Verdachts dient ein Forenbeitrag von 2010, in dem Todd angeblich die Gedanken von Satoshi weiterführt. Ebenso wird ein Chat-Log erwähnt, in dem Todd über das „Opfern“ von Bitcoins spricht. Der Regisseur deutet dies als möglichen Bezug auf Satoshis ungenutztes Bitcoin-Vermögen von über einer Million Coins, was aktuell etwa 65 Milliarden US-Dollar entspricht.

Todd dementiert Vorwürfe

BitMEX Research bezeichnete die in der Doku aufgestellten Behauptungen als „offensichtlich lächerlich“. Sie argumentieren, dass Todd lediglich einen „sarkastischen, pedantischen und genauen Kommentar“ zu Satoshis Aussagen abgegeben habe. „Das ist genau der Ton, den Peter auch heute noch anschlagen könnte. Es gibt keinen Grund, anzunehmen, dass er Satoshi ist“, so die Analyse.

Todd selbst lehnt die Anschuldigungen ab und erklärte in einem CNN-Interview, dass die Doku „verantwortungslos“ sei und seine Sicherheit gefährde. Er behauptet, HBO habe ihn vor der Ausstrahlung nicht kontaktiert. Cullen Hoback hingegen bleibt bei seiner Darstellung und äußerte sich überzeugt von seiner Interpretation der Indizien.

Reaktionen aus der Community

Todd, der in der Kryptoszene nicht zu den prominentesten Namen gehört, hat auf der Plattform X (ehemals Twitter) eine gewisse Reichweite mit rund 167.000 Followern. In Reaktion auf die Doku schrieb er am 9. Oktober über seine Verbindungen zur Ukraine und seine Besuche während der russischen Invasion. Seine Äußerungen waren eine klare Antwort auf die mediale Aufmerksamkeit, die ihm durch den Film zuteil wurde.

Fazit: Spekulationen ohne Substanz

Die Dokumentation von HBO hat die Debatte um die Identität von Satoshi Nakamoto neu angefacht, ohne dabei handfeste Beweise zu liefern. Marktanalysten und Krypto-Experten sind skeptisch und sehen die Vorwürfe gegen Todd als wenig überzeugend. Die Identität des Bitcoin-Erfinders bleibt weiterhin im Dunkeln, doch die Spekulationen zeigen, wie groß das Interesse an dieser ungelösten Frage auch nach Jahren noch ist.


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