Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Pectra-Upgrade hat Ethereum (ETH) rund 2 % an Wert verloren. Auf den ersten Blick keine dramatische Bewegung – doch ein Blick auf die Daten zeigt: Viele Händler wetten bereits jetzt auf fallende Kurse. Während sich Anleger am Spotmarkt weiterhin optimistisch zeigen, scheinen Futures-Trader das Gegenteil zu erwarten. Möglicherweise wittern sie eine klassische „Sell-the-News“-Reaktion.

Mehr Short-Positionen trotz Kursrückgang – was ist da los?

Laut Coinglass ist das sogenannte Open Interest – also die Zahl der offenen Futures-Kontrakte – in den letzten 24 Stunden um knapp 3 % gestiegen. Das allein wäre nicht ungewöhnlich. Brisant wird es aber, wenn man bedenkt, dass der ETH-Kurs gleichzeitig gefallen ist. Das deutet darauf hin, dass frisches Kapital vor allem in Short-Positionen geflossen ist, also auf fallende Kurse setzt.

Unterstützt wird das durch einen deutlichen Rückgang beim Taker Buy Sell Ratio, das auf 0,866 gesunken ist – der tiefste Stand seit Anfang Februar. Dieser Wert misst, wie viel Kaufvolumen im Vergleich zu Verkaufsvolumen über Market Orders in den Markt fließt. Ein Wert unter 1 bedeutet: Verkäufer dominieren. Und genau das scheint aktuell der Fall zu sein.

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CME-Daten zeigen: Institutionelle halten sich zurück – Hedgefonds bauen Shorts auf

Besonders spannend ist, was gerade an der CME passiert – einer der wichtigsten Handelsplätze für professionelle Investoren. Dort ist das Open Interest im gleichen Zeitraum um mehr als 5 % gefallen. Das heißt: Viele institutionelle Anleger und Retail-Trader haben sich zurückgezogen, vor allem aus Long-Positionen.

Ganz anders sieht es bei Hedgefonds aus: Seit Mitte April bauen sie ihre Short-Positionen auf der CME wieder aus. Das fällt zeitlich zusammen mit steigenden Zuflüssen in US-Spot-ETFs auf Ethereum. Ein Hinweis darauf, dass Hedgefonds wieder verstärkt sogenannte Basis-Trades eingehen – also zwischen Spot- und Futures-Markt arbitrageartige Strategien fahren, bei denen Shorts ein zentraler Bestandteil sind.

ETH

Trotzdem bleibt der Optimismus bei Spot-Investoren

Am Spotmarkt herrscht hingegen noch kein Pessimismus. Im Gegenteil: Laut CryptoQuant wurden innerhalb von 24 Stunden rund 63.690 ETH von Börsen abgezogen. Das ist ein bullisches Signal – Anleger transferieren ihre Coins in Wallets, was meist als Zeichen gewertet wird, dass sie nicht mit kurzfristigem Verkauf rechnen.

Ein möglicher Grund: das bevorstehende Pectra-Upgrade, das innerhalb der nächsten 24 Stunden live gehen soll. Und das bringt einige wichtige Neuerungen: So wird unter anderem die Datenkapazität (Blobspace) pro Block von 3 auf 6 erhöht – ein Schritt, der die Verfügbarkeit von Layer-2-Daten deutlich verbessern dürfte. Auch beim Staking tut sich einiges: Die Grenze für Validatoren steigt massiv – von 32 ETH auf 2.048 ETH. Hinzu kommen Funktionen wie Transaktionsbündelung, Gasgebühren in anderen Tokens und ein Recovery-System für Smart Wallets.

Kritische Marke gefallen – wie tief kann es noch gehen?

Trotz dieser durchaus positiven technischen Entwicklungen sieht das Chartbild aktuell alles andere als stabil aus. Ethereum ist unter mehrere wichtige Unterstützungsniveaus gefallen: Die psychologisch wichtige 1.800-Dollar-Marke, die 14-Tage-EMA, die 50-Tage-SMA und die untere Linie eines symmetrischen Dreiecks – alles wurde nach unten durchbrochen. Sollte sich dieser Bruch per Tagesschlusskurs bestätigen, liegt die nächste aussichtsreiche Unterstützung bei rund 1.688 Dollar.

Gleichzeitig zeigen die technischen Indikatoren eine klare Richtung: Der Relative Strength Index (RSI) kratzt am neutralen Bereich, während der Stochastic Oscillator bereits aus dem überkauften Bereich zurückgefallen ist. Das spricht für zunehmenden Verkaufsdruck.

In den letzten 24 Stunden wurden zudem laut Coinglass Futures im Gesamtwert von über 50 Millionen US-Dollar liquidiert – davon fast 40 Millionen aus Long-Positionen. Das zeigt, dass viele Anleger den jüngsten Rücksetzer nicht erwartet hatten.

Was jetzt zählt: die nächste Kerze

Spannend wird es jetzt beim Blick auf die nächsten Tageskerzen. Sollte Ethereum es schaffen, wieder über die untere Begrenzung des Dreiecks zurückzukehren, wäre das ein klares Signal für eine potenzielle Gegenbewegung. Andernfalls droht der nächste Test der 1.688-Dollar-Zone.

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Fazit: Nervöse Märkte vor dem Upgrade – aber auch Chancen

Ethereum steht kurz vor einem wichtigen technischen Upgrade – doch die Märkte zeigen sich nervös. Während langfristig orientierte Anleger ihre Coins sichern und auf das Potenzial neuer Funktionen setzen, bereiten sich kurzfristige Trader eher auf einen Rücksetzer vor. Die Wahrheit liegt wie so oft in der Mitte: Das Pectra-Upgrade bringt echte Verbesserungen für das Netzwerk, doch kurzfristig könnten Gewinnmitnahmen und technische Unsicherheiten den Ton angeben. Wer investiert ist, sollte jetzt besonders genau hinschauen. Die kommenden Tage dürften entscheidend werden.


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