Ethereum (ETH) verliert am Freitag rund 3 % an Wert – und ist damit Teil eines breiteren Rückgangs am Kryptomarkt. Auslöser: Neue Strafzoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen die Europäische Union und Apple. Die Anleger reagieren nervös, der Markt zeigt Schwäche. Sollte Ethereum unter die wichtige Marke von 2.500 US-Dollar rutschen, könnten die Verluste schnell zweistellig ausfallen.

Zoll-Schock bringt Unruhe – und Ethereum gerät ins Wanken

Die neue Runde im globalen Zollkonflikt ließ nicht lange auf sich warten. Trump hat öffentlich angedacht, Importzölle in Höhe von 50 % auf EU-Waren und 25 % auf im Ausland produzierte Apple-Geräte zu verhängen. Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Ethereum fiel von einem Wochenhoch oberhalb von 2.700 US-Dollar unter die Marke von 2.600 – innerhalb weniger Stunden. Die Verunsicherung war spürbar.

Dabei hatte sich ETH gerade erst wieder aufgerappelt. Nach einem schwachen ersten Quartal, in dem Ethereum durch Trumps erste Handelsmaßnahmen mehr als die Hälfte seines Wertes eingebüßt hatte, kam es im April zur Erholung. Getrieben von Entspannungssignalen im globalen Handel und einem verbesserten Marktumfeld stieg der Kurs zwischen dem 7. April und Donnerstag um satte 70 % – von 1.470 auf knapp 2.700 US-Dollar.

Doch diese Aufwärtsdynamik steht jetzt auf der Kippe. Die neue Zoll-Rhetorik sorgt für einen klaren Stimmungsumschwung. Daten von CryptoQuant zeigen: Erstmals seit dem 24. April ist die Menge an Ethereum auf Börsen wieder gestiegen – um 70.000 ETH. Das ist ein klassisches Warnsignal dafür, dass mehr Anleger mit Verkäufen liebäugeln.

Auch die Analysten von Bitfinex blicken mit Sorge auf die Entwicklung: „Die neuen Zollandrohungen wecken erneut Erinnerungen an den Handelskrieg – und damit auch Sorgen um Inflation, Wechselkursrisiken und die globale Liquidität.“ Die Rallye von Bitcoin und Ethereum, angetrieben durch Spot-Nachfrage, ETF-Zuflüsse und positive Konjunkturaussichten, sei nun ernsthaft herausgefordert, heißt es weiter.

Trotzdem: Ein kompletter Trendbruch sei es bislang nicht. Die aktuelle Korrektur bewerten die Experten eher als „makroökonomischen Schock“ – nicht als strukturellen Bruch des Kryptomarktes.

Widerstand bei 2.800 bleibt zäh – Anleger nehmen Gewinne mit

Was sich allerdings klar zeigt: Immer wenn Ethereum sich der Zone um 2.800 US-Dollar nähert, häuft sich der Verkaufsdruck. Schon seit zwei Wochen sehen wir das gleiche Muster. Der Grund: Viele Investoren, die zuvor im Minus waren, könnten bei dieser Marke ungefähr ihren Einstiegskurs erreicht haben – und nutzen die Gelegenheit, um auszusteigen oder Gewinne zu sichern. Glassnode spricht in einer aktuellen Analyse davon, dass rund um die 2.800er-Marke besonders viele Einstandskurse liegen – was erfahrungsgemäß zu verstärktem Verkaufsinteresse führt.

ETH

Doch es gibt auch starke Käufer im Hintergrund

Gleichzeitig gibt es deutliche Anzeichen, dass größere Adressen die Rücksetzer als Einstiegschance sehen. Besonders die Zuflüsse in US-basierte Ether-ETFs sind beachtlich: Am Donnerstag wurden laut SoSoValue über 110 Millionen US-Dollar neu investiert – der höchste Tageswert seit dem 4. Februar. Es war bereits der fünfte Tag in Folge mit Nettozuflüssen.

Auch sogenannte „Wale“, also Großinvestoren mit Beständen zwischen 10.000 und 100.000 ETH, haben ihre Bestände in der letzten Woche um insgesamt 450.000 ETH aufgestockt. Es gibt also durchaus Anleger, die fest an eine Fortsetzung des Aufwärtstrends glauben.

2.500 US-Dollar als neue Schlüsselmarke – hält die Unterstützung?

Die technische Lage bleibt angespannt. Ethereum musste am Donnerstag nach einem Anstieg auf über 2.750 US-Dollar erneut abdrehen – direkt an einem Widerstand, der sich seit Wochen als hartnäckig erweist. Die Unterstützung bei rund 2.500 US-Dollar steht jetzt im Fokus – auch, weil hier die aufsteigende Trendlinie eines längerfristigen Dreiecks verläuft.

Bricht diese Zone, könnte es schnell weiter nach unten gehen – mit potenziellen Zielzonen zwischen 2.260 und 2.100 US-Dollar. Dort würde Ethereum dann auf ein Kursniveau zurückfallen, das zuletzt Anfang Mai gehandelt wurde – verbunden mit zweistelligen Verlusten seit dem Hoch.

Auch die gleitende 50er-Durchschnittslinie (SMA50) wirkt derzeit noch unterstützend, steht aber ebenfalls zur Disposition.

ETH

Indikatoren kippen: MACD und Stochastik signalisieren Verkaufsdruck

Ein Blick auf die Indikatoren bestätigt das Bild: Die Stochastik ist klar aus dem überkauften Bereich gefallen – ein typischer Vorläufer für Rücksetzer. Auch der MACD hat auf Rot gedreht und zeigt einen wachsenden Verkaufsimpuls. Kurz: Die technischen Signale sprechen derzeit eher gegen eine schnelle Erholung.

Futures-Markt unter Wasser – 143 Mio. US-Dollar liquidiert

Auch bei den Futures zeigt sich die Nervosität der Marktteilnehmer. In den vergangenen 24 Stunden wurden laut Coinglass Ethereum-Positionen im Wert von 143 Millionen US-Dollar liquidiert – rund 104 Millionen davon auf der Long-Seite. Trader, die auf steigende Kurse gesetzt hatten, mussten also schmerzhafte Verluste hinnehmen. Ein klares Anzeichen für eine kurzfristige Überhitzung, die sich nun entlädt.

Fazit: Ethereum steht an einem kritischen Punkt

Die Stimmung hat sich gedreht – und Ethereum steht vor einem echten Belastungstest. Die Marke von 2.500 US-Dollar dürfte in den kommenden Stunden entscheidend sein. Bricht sie, drohen deutliche Verluste, die den Kurs zurück in den Bereich von 2.100 US-Dollar drücken könnten. Die geopolitische Unsicherheit – befeuert durch Trumps Zollrhetorik – trifft auf einen Markt, der zuletzt ohnehin anfällig für Gewinnmitnahmen war.

Zwar gibt es auch Lichtblicke: ETF-Zuflüsse und Käufe durch Großanleger stützen den Markt im Hintergrund. Doch solange keine Entwarnung in Sachen Handelspolitik kommt, bleibt Ethereum anfällig. Wer bereits investiert ist, sollte die Unterstützungszonen eng beobachten – denn in einem Umfeld wie diesem kann es schnell gehen.


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