Die US-Großbank Citigroup bereitet laut einem Bericht des „Wall Street Journal“ vom Donnerstag die Einführung einer blockchainbasierten Plattform vor, über die vermögende Privatkunden und institutionelle Investoren tokenisierte Anteile an nicht börsennotierten Unternehmen handeln können.
Die Plattform soll auf tokenisierten Hinterlegungsscheinen basieren, wobei Citi sowohl als Emittent als auch als Verwahrstelle fungieren würde. Dem Bericht zufolge führt die Bank bereits Gespräche mit mehreren großen privaten Unternehmen über eine Teilnahme an dem Vorhaben, während viele Firmen ihre Börsengänge weiterhin aufschieben.
Citi setzt auf tokenisierte Privatmarkt-Anteile bei wachsendem Interesse institutioneller Anleger
Der Schritt spiegelt das zunehmende Interesse von Finanzinstituten an der Tokenisierung und der Überführung traditionell wenig liquider Märkte auf Blockchain-Infrastrukturen wider.
Nach dem geplanten Modell würden Anleger über blockchainbasierte Instrumente Zugang zu Anteilen privater Unternehmen erhalten, ohne die zugrunde liegenden Aktien direkt zu besitzen.
Zunächst soll sich die Plattform auf Investoren außerhalb der USA konzentrieren. Je nach regulatorischer Entwicklung und Marktnachfrage könnte das Angebot später ausgeweitet werden.
Die Initiative kommt zu einer Zeit, in der zahlreiche private Unternehmen ihre Börsenpläne weiter verschieben. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb durch Krypto-Unternehmen, die Anlegern Zugang zu privaten Märkten ermöglichen wollen.
Kryptoplattformen haben zuletzt vermehrt Produkte eingeführt, die an die Bewertungen prominenter Privatunternehmen gekoppelt sind. Die dezentrale Handelsplattform Hyperliquid bietet etwa unbefristete Kontrakte auf Basis der Bewertung von SpaceX an. Dadurch können Händler auf den Unternehmenswert spekulieren, noch bevor ein möglicher Börsengang erfolgt.
Unterdessen hat Coinbase vorbörsliche Perpetual-Futures-Kontrakte eingeführt, zunächst ebenfalls mit Bezug zu SpaceX. Die Produkte werden in USDC abgerechnet und ermöglichen Anlegern ein synthetisches Engagement in private Unternehmen vor deren möglichem Gang an die Börse.
Das Aufkommen solcher Produkte verdeutlicht die steigende Nachfrage von Investoren nach Zugang zu privaten Märkten. Anders als viele Krypto-Angebote, die häufig lediglich synthetische Engagements ermöglichen, würde die von Citi geplante Plattform innerhalb eines traditionellen Finanzrahmens mit regulierten Verwahr- und Emissionsstrukturen operieren.
Berichten zufolge strebt die Bank eine breite Beteiligung weiterer Marktteilnehmer an der Infrastruktur an. Dadurch könnten tokenisierte Anteile privater Unternehmen künftig neben klassischen Wertpapieren in Anlageportfolios gehalten werden.
Der Vorstoß reiht sich in einen breiteren Trend ein, bei dem etablierte Finanzinstitute verstärkt auf Tokenisierung setzen. Anfang des Monats schloss sich Citi einem Konsortium großer US-Banken an, das über das Abwicklungssystem The Clearing House bis 2027 ein gemeinsames Netzwerk für tokenisierte Einlagen aufbauen will.
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