Stellen Sie sich vor: Sie sitzen als rüstiger Rentner in Ihrem Schaukelstuhl, die Sonne scheint, und Sie lächeln in sich hinein. Denn Sie haben es geschafft – Ihre Altersvorsorge basiert vollständig auf Kryptowährungen. Bitcoin, Ethereum, Ripple & Co haben Ihnen den wohlverdienten Ruhestand ermöglicht, und nun genießen Sie die Früchte Ihrer digitalen Investitionen. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Nun, vielleicht ist es das auch.
Kryptowährungen als Altersvorsorge – das klingt ungefähr so, als würde man sein Haus auf einem Floß mitten im Ozean bauen. Klar, das könnte durchaus spannend sein, aber ob es eine kluge Idee ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Kryptowelt gleicht eher einem wilden Ritt auf einer Achterbahn als einer sicheren Rentenversicherung.
Denken wir an die Schwankungen: Heute ist der Bitcoin-Preis im Himmel, morgen stürzt er ins Bodenlose. Dieses Szenario kennen wir seit Jahren. Und ja, manch einer hat tatsächlich Glück gehabt und einen beachtlichen Gewinn erzielt. Doch auf diesen glücklichen Investor kommen mindestens zehn andere, die ihre Altersvorsorge lieber in Aktien, Anleihen oder in den guten alten Sparstrumpf hätten stecken sollen.
Stellen wir uns einen typischen Rentner vor, nennen wir ihn Günther. Günther ist ein vorsichtiger Mann. Sein Leben lang hat er gespart, seine Versicherungen regelmäßig überprüft und auf den Rat seines Finanzberaters gehört. Nun schlägt ihm dieser Berater, nennen wir ihn Herr Schlaumeier, vor, einen Teil seines hart ersparten Geldes in Kryptowährungen zu investieren. "Ein großes Potenzial," sagt Herr Schlaumeier, "die Zukunft der Finanzen!"
Günther ist skeptisch, aber Herr Schlaumeier überzeugt ihn mit Zahlen und Diagrammen, die beeindruckend aussehen, wenn man keine Ahnung hat, was sie bedeuten. Schließlich gibt Günther nach. Ein paar Monate später – oh Wunder – hat sich der Wert seiner Investition tatsächlich verdoppelt. Herr Schlaumeier freut sich über seine Provision, und Günther träumt von einer Karibikkreuzfahrt.
Doch dann kommt der unvermeidliche Crash. Günther wacht eines Morgens auf, öffnet seine Investment-App und sieht, dass seine Ersparnisse fast weg sind. Die Karibikkreuzfahrt kann er vergessen; es reicht nicht einmal mehr für eine Fahrt zum nächsten Supermarkt. Was bleibt, ist die Erkenntnis, dass er besser an den guten alten Sparstrumpf geglaubt hätte.
Natürlich, es gibt immer den einen Freund des Freundes, der durch Kryptowährungen reich geworden ist. Diese Geschichten sind legendär und werden gerne weitergegeben. Doch wie viele davon sind tatsächlich wahr? Und wie viele sind bloße Fantasiegebilde, geboren aus der Hoffnung auf das schnelle Geld?
Vielleicht sollte man bei der Altersvorsorge doch eher auf bewährte Methoden setzen. Sicher, das ist nicht so aufregend wie der Nervenkitzel der Krypto-Welt. Aber wenn es um die finanzielle Absicherung im Alter geht, ist Sicherheit vielleicht doch wichtiger als Spannung.
Also, liebe zukünftige Rentner: Wenn Ihnen jemand Kryptowährungen als Altersvorsorge empfiehlt, denken Sie an Günther und seinen missglückten Karibiktraum. Manchmal ist es besser, auf Nummer sicher zu gehen – auch wenn das bedeutet, dass man nicht die aufregendsten Geschichten auf der Rentnerbank zu erzählen hat. Schließlich geht es um Ihre Altersvorsorge – und die sollte stabil wie ein Fels sein, nicht schwanken wie ein Floß im Ozean.
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