Bitcoin bei einer Million Dollar? Klar, warum nicht gleich der Mars als neues Domizil für Krypto-Milliardäre? Angesichts des aktuellen Kurses von 64.000 Dollar könnte man meinen, die Reise ins Krypto-Wunderland sei noch lange nicht vorbei. Aber bevor wir den Sekt kaltstellen, werfen wir doch mal einen nüchternen Blick auf die Fakten – und auf die Mathematik.
Mit einer Marktkapitalisierung von 332 Milliarden Dollar ist Bitcoin ohne Frage ein Schwergewicht im Krypto-Universum, das insgesamt 2,25 Billionen Dollar schwer ist. Doch was müsste passieren, damit der Bitcoin-Preis tatsächlich auf 1 Million Dollar klettert? Rechnen wir mal nach.
Der aktuelle Preis von 64.000 Dollar basiert auf einer Umlaufmenge von rund 19 Millionen Bitcoins. Wenn der Preis auf eine Million Dollar steigen würde, hätten wir es mit einer Marktkapitalisierung von etwa 19 Billionen Dollar zu tun – das ist das 57-fache der aktuellen Marktkapitalisierung. Damit würde Bitcoin allein fast das Neunfache des gesamten heutigen Krypto-Marktes ausmachen.
Zum Vergleich: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der USA lag 2023 bei etwa 26 Billionen Dollar. Bitcoin müsste also fast die Größe der gesamten amerikanischen Wirtschaft erreichen, um die magische Million zu knacken. Da fragt man sich doch, wo all das Geld herkommen soll? Sollten alle Milliardäre der Welt plötzlich ihr gesamtes Vermögen in Bitcoin stecken? Oder vielleicht sogar die Zentralbanken?
Natürlich, die Apologeten des digitalen Goldes werden argumentieren, dass Bitcoin die Zukunft ist, dass der Kurs nur steigen kann, weil das Angebot begrenzt und die Nachfrage unstillbar ist. Und ja, wer heute schon auf einem Batzen Bitcoins sitzt, dem sei das Träumen gegönnt. Aber die Realität ist oft ein mieser Verräter: Kryptowährungen sind volatil, ihre Kurse können steigen, aber auch rapide fallen – manchmal so schnell, dass man kaum hinterherkommt.
Selbst wenn man an die langfristige Stärke von Bitcoin glaubt, muss man sich fragen, ob ein derartiger Anstieg innerhalb eines realistischen Zeitrahmens überhaupt machbar ist. Um die Million zu erreichen, müsste Bitcoin jährlich um mehr als 30% steigen – und das über viele Jahre hinweg ohne größere Rückschläge. Ein optimistisches Szenario, aber eben auch eines, das eine Menge Unwägbarkeiten mit sich bringt.
Also, bevor wir uns in utopischen Preisprognosen verlieren, sollten wir uns an den alten Grundsatz erinnern: Erstmal abwarten und dann sehen, was passiert. Bis dahin sollten wir vielleicht unseren Enthusiasmus zügeln und uns darauf konzentrieren, dass Bitcoin auch bei 64.000 Dollar keine schlechte Anlage ist – solange man ein dickes Fell und starke Nerven hat.
Und die Million? Die bleibt wohl erstmal ein Traum. Aber träumen darf man ja bekanntlich. Und wer weiß, vielleicht lachen wir in ein paar Jahren darüber und fragen uns, wie wir jemals an der Macht des Bitcoins zweifeln konnten. Oder wir sagen: „Hätte ich doch bloß verkauft, als ich die Chance hatte!“ Aber das ist eine andere Geschichte.
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