Ripple (XRP) klammert sich derzeit hartnäckig über die psychologisch extrem wichtige Marke von 2,00 US-Dollar. Während der gesamte Kryptomarkt unter wachsender Unsicherheit leidet, richtet sich der Blick der Anleger auf ein einziges Großereignis: die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch. Und genau hier entscheidet sich, ob XRP durchstartet – oder erneut unter die Räder kommt.

Laut FedWatch Tool rechnen satte 87 % der Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte. Für Risiko-Assets wie XRP, Bitcoin und Ethereum wäre das ein echter Befreiungsschlag. Fallen die Zinsen, fließt Geld in spekulative Anlagen – das ist Börse 1x1. Bleibt die Fed dagegen hart und lässt die Zinsen unverändert, dürfte der Kryptomarkt insgesamt kräftig unter Druck geraten. Die aktuelle Nervosität kommt also nicht von ungefähr.

Gewinne raus, Verkaufsdruck weg – XRP vor dem Rebound?

Unter der Oberfläche brodelt es gewaltig. Die Menge der XRP-Coins, die aktuell im Gewinn liegen, ist massiv eingebrochen. Auf dem XRP Ledger ist das sogenannte „Supply in Profit“ von 68 Milliarden XRP im Juli auf nur noch 42 Milliarden gefallen. Ein Rückgang um rund 38 %. Diese Niveaus gab es zuletzt im November 2024.

Was heißt das für dich? Ganz einfach: Viele Anleger haben in den letzten Wochen ihre Gewinne eingesackt. Genau das nimmt jetzt den Verkaufsdruck aus dem Markt. Wer nicht mehr im satten Plus ist, verkauft in der Regel auch nicht panisch. Je weiter dieses „Profit-Angebot“ schrumpft, desto enger wird das verfügbare Verkaufsvolumen. Das ist pures Futter für einen möglichen Kursanstieg.

SOPR sendet erstes Warnsignal an die Bären

Auch eine weitere Kennzahl sorgt für spürbare Spannung: der sogenannte Spent Output Profit Ratio, kurz SOPR. Er zeigt, ob Coins mit Gewinn oder Verlust verkauft werden.

Liegt der Wert über 1, verkaufen Anleger mit Gewinn – oft ein Vorbote für Korrekturen. Liegt er unter 1, sitzen viele Investoren auf Buchverlusten und halten ihre Coins krampfhaft fest. Genau dort steht XRP aktuell: bei 0,9591. Und dieser Wert steigt langsam wieder an.

Heißt übersetzt: Der Markt beginnt sich zu stabilisieren, ohne dass die breite Masse schon wieder kräftig im Plus ist. Das ist häufig genau die Phase, in der plötzliche Aufwärtsbewegungen starten – vor allem, wenn von außen ein Impuls kommt. Und dieser Impuls könnte schon am Mittwoch aus den USA kommen.

Chart zeigt: XRP steckt fest – aber nicht am Boden

Technisch wirkt XRP noch angeschlagen, aber keineswegs tot. Die 2-Dollar-Marke hält bisher. Doch darüber wartet eine massive Widerstandszone. Die 50-Tage-Linie liegt bei 2,27 US-Dollar, die 100-Tage-Linie bei 2,43 Dollar und die 200-Tage-Linie bei 2,47 Dollar. Alle diese Linien zeigen aktuell nach unten – das spricht klar für einen weiterhin intakten Abwärtstrend.

Auch der SuperTrend-Indikator liegt bei 2,39 Dollar und wirkt wie ein unsichtbarer Deckel über dem Kurs. Jeder Ausbruchsversuch wird hier aktuell noch gnadenlos abgewürgt.

Der RSI pendelt bei 45 – neutral, aber mit leichtem Aufwärtstrend. Erst über 50 würde echtes Kaufmomentum entstehen. Zusätzlich blockiert eine fallende Trendlinie vom Allzeithoch bei 3,66 Dollar den Weg nach oben. Diese liegt aktuell im Bereich von 2,60 Dollar – ein echter Beton-Widerstand.

Nach unten bleibt die Lage ebenfalls brisant: Eine steigende Trendlinie vom Tief bei 1,62 Dollar liefert derzeit Unterstützung rund um 1,82 Dollar. Wird diese Zone aufgegeben, droht ein erneuter Sturz in Richtung der Jahrestiefs.

Die entscheidende Marke bleibt daher klar: Gelingt XRP der Sprung zurück über die 2,27 Dollar, würde sich der Abwärtsdruck spürbar abschwächen – und der Weg nach oben wäre zumindest kurzfristig frei.

Fed entscheidet über das XRP-Schicksal

Unterm Strich steht XRP genau an der Weggabelung. Die On-Chain-Daten sprechen dafür, dass der Verkaufsdruck fast vollständig aus dem Markt gewichen ist. Charttechnisch ist der Coin zwar noch angeschlagen, aber nicht gebrochen.

Kommt die Zinssenkung, könnte XRP sehr schnell von 2,00 auf 2,30 bis 2,60 Dollar springen. Bleibt sie aus, droht der nächste Test der 1,82-Zone – mit allen Risiken nach unten.

Für Anleger heißt das: XRP ist aktuell kein Langweiler, sondern ein hochspannender Zock auf die Fed-Entscheidung. Wer hier richtig liegt, kann kurzfristig kräftig profitieren. Wer falsch liegt, braucht starke Nerven.

Eines ist sicher: Nach Mittwoch wird XRP nicht mehr da stehen, wo er heute steht.


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