Wer sich fragt, ob Bitcoin in den kommenden Jahren neues Allzeithoch-Potenzial hat, sollte einen genaueren Blick auf die Entwicklungen im Stablecoin-Markt werfen. Denn ein aktueller Bericht von Citigroup zeigt: Hier könnte eine stille Revolution im Gange sein, die auch Bitcoin massiv beeinflussen dürfte.
Die Investmentbank rechnet damit, dass der Markt für Stablecoins bis 2030 auf beeindruckende 1,6 Billionen US-Dollar anwachsen wird. Zum Vergleich: Derzeit liegt die gesamte Marktkapitalisierung laut Coingecko (Stand 25. April 2025) bei etwa 240 Milliarden Dollar. Das bedeutet ein erwartetes Wachstum von rund 670 Prozent in nur fünf Jahren.
Warum spielt das eine Rolle für Bitcoin? Stablecoins, digitale Währungen, die meist an den US-Dollar gekoppelt sind, gewinnen immer mehr an Bedeutung – vor allem bei Überweisungen, grenzüberschreitenden Zahlungen und der Abwicklung tokenisierter Finanzprodukte. Laut Citigroup wird in Zukunft ein „Multi-Rail“-Finanzsystem entstehen, in dem Stablecoins und traditionelle Banken nebeneinander existieren und weltweite Zahlungen nahezu in Echtzeit ermöglichen.
Diesen Wandel treiben vor allem zwei Faktoren an: das wachsende Interesse institutioneller Investoren und eine zunehmend klarere Regulierung, insbesondere in den USA.
Ein Blick auf die aktuellen Marktdaten zeigt, wie weit der Stablecoin-Sektor schon gekommen ist. Dominierende Namen wie Tether (USDT), Circle’s USDC und PayPal USD machen den Löwenanteil der Marktkapitalisierung aus. Ihre Integration in Zahlungssysteme und Treasury-Operationen ist ein klares Zeichen dafür, dass der Markt reift.
Auch große Zahlungsdienstleister wie Visa und Mastercard haben begonnen, Stablecoin-Transaktionen in ihr Angebot aufzunehmen – erste Hinweise darauf, dass Stablecoins langsam aber sicher in globale Zahlungssysteme vordringen.
Citigroup geht davon aus, dass diese Entwicklung durch die Politik noch einmal deutlich an Fahrt gewinnen könnte. Seit Donald Trump wieder Präsident der Vereinigten Staaten ist, hat sich der Ton gegenüber Kryptowährungen merklich entspannt. Die Chancen stehen gut, dass Innovation nicht länger ausgebremst, sondern gezielt gefördert wird.
Im Detail betrachtet hat sich die Zusammensetzung des Stablecoin-Marktes weiter in Richtung Institutionalisierung verschoben. Stablecoins, die vollständig durch US-Dollar gedeckt sind, dominieren mit fast 98 Prozent Marktanteil. Besonders gefragt sind neuerdings Stablecoins, die entweder durch US-Staatsanleihen besichert sind oder eine kleine Rendite bieten. Allein in den letzten 24 Stunden legten diese Segmente um 1,2 beziehungsweise 1,0 Prozent zu. Das zeigt: Investoren suchen nach stabilen, renditebringenden Alternativen.

Auch rohstoffbesicherte Stablecoins – etwa durch Gold – konnten zuletzt zulegen, um 2,6 Prozent innerhalb eines Tages. Dahinter steckt der Wunsch vieler Anleger, sich gegen Inflation und geopolitische Unsicherheiten abzusichern. Im Gegensatz dazu konnten algorithmische und exotische Stablecoins nicht überall überzeugen, was noch einmal unterstreicht, wie wichtig eine solide Besicherung und klare Regulierung für institutionelles Kapital geworden sind.

Stablecoins bieten aber nicht nur Profis neue Chancen. Sie sind auch ein einfacher Einstiegspunkt für neue Nutzer, die unkompliziert Zugang zu Kryptobörsen, dezentralen Apps und Wallets erhalten, ohne gleich den starken Kursschwankungen von Bitcoin oder Ethereum ausgesetzt zu sein. Das könnte in den kommenden Jahren für einen weiteren Zustrom an frischem Kapital sorgen – Kapital, das später möglicherweise auch in Bitcoin fließt.
Besonders spannend wird es, wenn man die politischen Weichenstellungen in den USA betrachtet. Im Januar 2025 ist unter Präsident Trump der sogenannte Genius Act (Guarding US National Interests in Essential Unified Stablecoins) auf den Weg gebracht worden. Der Gesetzesentwurf hat das Ziel, einen klaren, bundesweiten Rahmen für die Ausgabe, Prüfung und Einlösung von Stablecoins zu schaffen.
Wesentliche Punkte: Künftig dürfen nicht nur Banken, sondern auch qualifizierte Nicht-Banken Stablecoins herausgeben – vorausgesetzt, sie erfüllen strenge Anforderungen an Reserven und Liquidität. Die Aufsicht liegt bei der Federal Reserve sowie dem Office of the Comptroller of the Currency. Algorithmische Stablecoins ohne vollständige 1:1-Besicherung sollen dagegen weitgehend verboten werden, um Risiken für das Finanzsystem einzudämmen.
Sollte der Genius Act tatsächlich verabschiedet werden, könnten Milliarden Dollar an institutionellem Kapital, das bislang am Seitenrand gewartet hat, endlich in den Markt fließen. Für Bitcoin wäre das ein mächtiger Rückenwind.
Was bedeutet all das konkret für die Bitcoin-Preisentwicklung?
Wenn sich Citigroups Prognose bewahrheitet und die Stablecoin-Marktkapitalisierung auf 1,6 Billionen Dollar steigt, könnte das einen ähnlichen Effekt haben wie in der letzten großen Bitcoin-Hausse 2020/2021. Damals wuchs die Stablecoin-Menge von rund 20 Milliarden auf 140 Milliarden Dollar – und Bitcoin stieg im gleichen Zeitraum von etwa 10.000 auf fast 64.000 Dollar. Kapital, das zunächst in Stablecoins geparkt wurde, wanderte anschließend in risikobehaftete Kryptowährungen wie Bitcoin.
Übertragen auf heute bedeutet das: Wächst der Stablecoin-Markt tatsächlich um den Faktor 6,7, könnte Bitcoin seinen Kurs mindestens verdreifachen bis verfünffachen. Vom aktuellen Niveau bei etwa 95.000 Dollar wären Kursziele zwischen 285.000 und 475.000 Dollar möglich.
Selbst unter einer vorsichtigeren Annahme – etwa wenn nur ein Viertel der neuen Stablecoin-Gelder in Bitcoin fließt – wäre ein Anstieg auf 190.000 bis 237.500 Dollar durchaus realistisch. Vorausgesetzt natürlich, der regulatorische Rückenwind hält an und das institutionelle Kapital fließt tatsächlich in den Markt.

Fazit: Die Entwicklung im Stablecoin-Markt könnte der Katalysator sein, der Bitcoin auf ein völlig neues Level hebt. Wer diese Dynamik jetzt richtig einschätzt, könnte sich frühzeitig in Position bringen – bevor der nächste große Bitcoin-Bullrun wirklich Fahrt aufnimmt.
Es wird alles unternommen, um genaue und vollständige Informationen bereitzustellen. Doch mit den Tausenden zur Verfügung gestellten Dokumenten, die oft innerhalb kurzer Zeit hochgeladen werden, können wir nicht garantieren, dass keine Fehler auftreten. Jede Wiederveröffentlichung oder Weiterverbreitung von FXStreet Inhalten ist ohne die vorherige schriftliche Zustimmung von FXStreet verboten. Der Handel mit Devisen auf Margin (Verrechnungskonto) trägt ein hohes Risiko und ist möglicherweise nicht für alle Investoren geeignet. Der hohe Hebel kann gegen Sie, sowie für Sie arbeiten. Vor der Entscheidung am Devisenmarkt zu handeln, sollten Sie sorgfältig Ihre Anlageziele, Erfahrung und Risikobereitschaft prüfen. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Verlust einiger oder aller Ihrer Investitionen erleiden und deshalb sollten Sie kein Geld investieren, dass Sie sich nicht leisten können zu verlieren. Sie sollten sich aller Risiken bewusst sein, die mit dem Devisenhandel verbunden sind und konsultieren Sie einen unabhängigen Finanzberater, wenn Sie irgendwelche Zweifel haben. Alle Meinungen, Nachrichten, Forschungen, Analysen, Kurse oder andere Informationen, welche diese Informationen enthalten, die von FXStreet, seinen Angestellten, Mitarbeitern oder Partnern bereit gestellt werden, sind als allgemeine Marktkommentare zu verstehen und bieten keine Anlageberatung. FXStreet übernimmt keine Haftung für irgendwelche Verluste oder Schäden, einschließlich, ohne Beschränkung auf entgangene Gewinne, die direkt oder indirekt mit der Verwendung oder im Vertrauen auf diese Informationen entstehen.
Kryptowährungen Nachrichten
WEITERE INFOS
Alarm bei Ripple: Diese Zahl macht XRP-Anlegern jetzt Angst
Ripple (XRP) steht massiv unter Druck. Während sich der Kryptomarkt insgesamt in einen klaren Risk-off-Modus verabschiedet, trifft es den Remittance-Token besonders hart. Am Freitag notiert XRP bei rund 1,37 US-Dollar – ein Tagesverlust von fast 5 %.
Bitcoin stürzt ab – Krypto-Markt verliert Milliarden, Panik an den Börsen
Bitcoin (BTC) ist am Donnerstag unter die Marke von 65.000 US-Dollar gefallen und hat binnen 24 Stunden rund 11 Prozent verloren. Damit verzeichnet die größte Kryptowährung den stärksten Rückgang seit dem sogenannten Leverage Flush vom 10. Oktober. Seit diesem Ereignis hat Bitcoin mehr als 50 Prozent seines damaligen Wertes eingebüßt.
Krypto-Schock bei Ethereum: Milliardenverluste und Angst vor weiterem Absturz
Ethereum (ETH) hat seine Talfahrt am Donnerstag fortgesetzt und binnen 24 Stunden mehr als fünf Prozent verloren. Der Kurs fiel in Richtung der Marke von 2.100 US-Dollar und damit unter den durchschnittlichen Einstiegspreis beziehungsweise den realisierten Preis der Investoren von 2.310 US-Dollar, wie aus Daten von CryptoQuant hervorgeht.
Solana Preisprognose: SOL-Ausverkauf intensiviert sich, da BTC auf 60.000 USD fällt
Der Preis von Solana (SOL) weitet seine Korrektur aus und rutscht am Freitag unter 70 USD, nachdem er in dieser Woche bisher über 23 % verloren hat. Der Ausverkauf wurde durch die allgemeine Schwäche auf dem Kryptomarkt angeheizt, wobei Bitcoin (BTC) am Freitag ein Tief von 60.000 USD erreichte.
Krypto-Markt verliert 2,65 Milliarden USD, während Bitcoin auf 60.000 USD sinkt, begleitet von bärischer Stimmung
Die Marktbewertung der Kryptowährungen ist um 2,8 Billionen Dollar gesunken, da der Branchenführer Bitcoin am Freitag zunächst auf 60.000 Dollar fiel, bevor er auf 65.000 Dollar zurückschoss. Die Marktstimmung ist äußerst bearish, was durch massive Liquidationen, sinkendes Open Interest und eine Verkaufsseite im Derivatemarkt belegt wird.