Ripple kommt einfach nicht mehr hoch. Punkt. Die Marke von 1,90 US-Dollar ist für XRP derzeit wie eine unsichtbare Mauer – jedes Mal, wenn der Kurs Anlauf nimmt, prallt er dort ab. Genau das ist auch am 29. Dezember passiert: Kurz sah es nach Erholung aus, dann setzten unterhalb von 1,91 US-Dollar sofort wieder massive Verkäufe ein. Für Anleger ist das ein Warnsignal – und zwar ein ernstes.

Denn während viele noch auf die nächste Rally hoffen, zeigen die Daten hinter den Kulissen ein völlig anderes Bild.

XRP verliert rund 50 % – und der Verkaufsdruck nimmt weiter zu

XRP steckt mitten in einer harten Korrektur. Vom Hoch bei rund 3,66 US-Dollar ist der Kurs auf etwa 1,85 US-Dollar gefallen. Das entspricht einem Wertverlust von ungefähr 50 % – und das in kurzer Zeit. Doch damit nicht genug: Laut aktuellen On-Chain-Daten verschärft sich der Verkaufsdruck sogar weiter.

Die Analyseplattform CryptoQuant spricht von einer klaren Intensivierung des Abverkaufs. Besonders auffällig ist dabei ein Faktor, der in der Vergangenheit fast immer ein schlechtes Omen war: stark steigende Zuflüsse auf Krypto-Börsen.

Alarm bei Binance: Millionen XRP strömen auf die Börse

Ein Blick auf die Daten zeigt, woher der Druck kommt. Vor allem Binance, die weltweit wichtigste Handelsplattform für XRP, verzeichnet seit Mitte Dezember massive Zuflüsse. Und genau das ist brisant.

Warum? Ganz einfach: Wer Coins auf Börsen schiebt, will in der Regel verkaufen.

Bis zum 15. Dezember war die Lage noch vergleichsweise ruhig. Doch dann kippte das Bild komplett. Seitdem explodieren die täglichen XRP-Zuflüsse zu Binance – mit Werten zwischen 35 Millionen und 116 Millionen XRP pro Tag. Der Höhepunkt wurde am 19. Dezember erreicht.

CryptoQuant sieht darin einen klaren Stimmungsumschwung:

Langfristige Anleger nutzen die vorherige Rally offenbar konsequent zur Gewinnmitnahme, während viele spätere Käufer jetzt die Nerven verlieren und mit Verlust verkaufen. Diese Mischung ist brandgefährlich – sie verstärkt Abwärtsbewegungen und verhindert eine stabile Bodenbildung.

Solange dieser Trend anhält, ist eines sehr unwahrscheinlich: eine ruhige Akkumulationsphase. Stattdessen steigt das Risiko, dass sich die Korrektur weiter hinzieht oder sogar noch verschärft.

Hoffnungsschimmer: Institutionen greifen zu – zumindest teilweise

Ganz so düster ist das Bild allerdings nicht. Trotz des allgemeinen Marktdrucks können US-Investoren über Spot-XRP-ETFs weiterhin direkt in Ripple investieren. Berichten zufolge haben diese Produkte seit ihrem Start sogar besser abgeschnitten als vergleichbare Bitcoin- und Ethereum-ETFs.

Das zeigt: Es gibt strukturelles Interesse an XRP – auch von größeren Marktteilnehmern. Doch Vorsicht: Institutionelle Nachfrage allein reicht nicht aus, um einen Markt zu drehen, wenn der Verkaufsdruck auf der Spot-Seite überwiegt. Sie kann bremsen, aber nicht automatisch retten.

Das Chartbild spitzt sich zu: Entscheidung rückt näher

Seit Ende 2024 verteidigt XRP immer wieder eine breite Supportzone, die als langfristiger Nachfragebereich gilt. Dieser Bereich hat in der Vergangenheit bereits mehrere Korrekturen abgefedert. Doch gleichzeitig passiert etwas Beunruhigendes: Die Hochs werden immer tiefer.

Technisch hat sich daraus ein absteigendes Dreieck gebildet – ein Muster, das oft mit einer heftigen Bewegung endet. Entweder nach oben oder nach unten. Ein Dazwischen gibt es meist nicht.

Der bekannte Analyst ChartNerd beschreibt die aktuelle Phase als ein „Zusammenziehen“ des Kurses am unteren Ende dieser Range. Übersetzt heißt das: Die Spannung steigt. Wenn Käufer den Support nicht mehr verteidigen können, könnte die nächste Bewegung sehr schnell und sehr brutal ausfallen.

Zusätzlich läuft XRP derzeit Preisbereiche an, die bereits im April und Oktober durch lange Dochte aufgefallen sind. Solche Zonen gelten als Liquiditätslücken – Bereiche, die der Markt häufig vollständig „auffüllt“. ChartNerd spricht offen von Panik bei schwachen Händen, sieht aber gleichzeitig ein größeres Muster entstehen: einen absteigenden, sich ausweitenden Keil, der statistisch oft mit Trendwenden in Verbindung gebracht wird – allerdings nur, wenn er durch Volumen bestätigt wird.

Fazit: Jetzt wird es ernst für Ripple

XRP steht an einem kritischen Punkt. Unterhalb von 1,90 US-Dollar bleibt der Markt extrem anfällig. Die stark gestiegenen Börsenzuflüsse – insbesondere zu Binance – sind ein klares Warnsignal und deuten darauf hin, dass der Verkaufsdruck noch nicht vorbei ist. Solange Langfrist-Investoren Gewinne realisieren und kurzfristige Anleger kapitulieren, bleibt die Lage angespannt.

Gleichzeitig ist der Markt technisch so stark zusammengedrückt wie lange nicht mehr. Die Supportzone hält – noch. Aber das absteigende Dreieck zeigt unmissverständlich: Eine Entscheidung steht kurz bevor.

Für Anleger heißt das: Nicht die Hoffnung entscheidet jetzt, sondern das nächste klare Signal. Entweder XRP erobert die Zone um 1,90 US-Dollar überzeugend zurück – oder der Markt zeigt, dass die Korrektur noch lange nicht vorbei ist.


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