2024 hat Gold dem Silber den Rang abgelaufen und immer wieder neue Rekorde aufgestellt. Das Gold des kleinen Mannes hingegen verbrachte einen großen Teil dieses Zeitraums unter oder an der Marke von 30 USD pro Unze. Das aber könnte sich nach Ansicht von Analysten im nächsten Jahr ändern.

Gold sei zwar nach wie vor eine der gefragtesten Optionen zur Absicherung des Portfolios gegen verschiedene Risiken, so die Experten der UBS, doch sei jetzt damit zu rechnen, dass es jetzt zu einer größeren Balance zwischen Sicherheit und Ausrichtung auf wirtschaftliches Wachstum kommen werde. Silber habe in der Vergangenheit eine starke Korrelation mit Gold gezeigt, sei aber eher in der Lage von einer steigenden industriellen Nachfrage zu profitieren, hieß es.

Und so sollten Anleger angesichts eines widerstandsfähigen US-Wirtschaftswachstums mit Silber ein Edelmetall in ihrem Portfolio berücksichtigen, das ebenfalls eine gewisse Defensivkraft aufweise, aber besser geeignet sei von einem stärkeren Wirtschaftswachstum zu profitieren, so die UBS weiter.

Gold jetzt mit Korrektur?

Die Schweizer Großbank gehört zu einer ganzen Reihe von Analystenhäusern, die der Ansicht sind, dass Gold nach dem langen Anstieg jetzt reif für eine Korrektur ist. Man empfiehlt angesichts der laut Daten des World Gold Council weiter gestiegenen Nachfrage und der Tatsache, dass auch in Nordamerika nun wieder Gold-ETFs gekauft werden, aber weiterhin einen Goldanteil von 5% im Investmentportfolio. Schließlich geht die UBS davon aus, dass der Goldpreis bis Ende des dritten Quartals 2025 auf 2.900 USD pro Unze steigen wird. Silber sei auch deshalb eine gute Investmentidee, so die Experten weiter, weil es von dieser Goldnachfrage profitieren dürfte.

Und da Silber gleichzeitig von einer verstärkten Nachfrage aus der Industrie profitieren werde, während parallel ein Defizit im physischen Markt für das Edelmetall bestehe, das sich noch ausweite, werde die These von einem Silber-Bullenmarkt nach wie vor gestützt.

Jüngste Daten aus den USA würden darauf hindeuten, dass die Wahrscheinlichkeit eines Szenarios ohne Landung - ein positives BIP-Wachstum mit einer Inflation in der Nähe des Fed-Ziels und einem Wachstum auf/über dem Trend - größer sei als die einer weichen Landung“, erklärten die UBS-Analysten. Darüber hinaus rechnen sie damit, dass niedrigere Zinssätze - nicht zuletzt in China - eine bescheidene Erholung in der weltweiten Industrie in Gang setzen werden, was das Potenzial der industriellen Nachfrage nach Silber steigen lasse.

Stärkere Silbernachfrage auch aus dem Investmentsektor

Zusätzlich zur industriellen Nachfrage unter anderem aus dem Technologiesektor und dem Bereich der Elektromobilität sowie der Solarindustrie werde Silber vermutlich zusätzliche Nachfrage nach ETFs erfahren, die mit dem physischen Metall hinterlegt sind. Die Bestände solcher ETFs seien von 684 Mio. Unzen im Mai bereits auf 741Mio. Unzen im Oktober gestiegen. Gleichzeitig, so die Banker, dürfte der Minenausstoß auch 2024 begrenzt bleiben.

Die UBS geht deshalb davon aus, dass der Silberpreis im kommenden Jahr in eine Spanne von 36 bis 38 USD pro Unze steigen wird und empfiehlt Investoren bei Silber „long“ zu bleiben. Zuletzt sei zudem zu beobachten gewesen, dass das Gold/Silber-Verhältnis vom jüngsten Tief bei knapp unter 79 wieder auf 84 gestiegen sei. Bei der Schweizer Bank geht man davon aus, dass es in den kommenden 12 Monaten in den mittleren 70er Bereich zurückgeht. Was bedeuten würde, dass Silber den großen Bruder Gold deutlich outperformt.


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