Euro hält sich stabil, während der US Dollar um Zugkraft ringt
| |Übersetzung überprüftZum Original- EUR/USD erholt sich von seinem Intraday-Tief, da der US-Dollar an Schwung verliert.
- Der Greenback bleibt trotz steigender Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed unter Druck.
- Die Zinsentscheidung der EZB steht am Donnerstag im Mittelpunkt, wobei eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte vollständig eingepreist ist.
EUR/USD handelt während der US-Handelsstunden am Dienstag nahezu unverändert nahe 1,1623. Der US-Dollar (USD) tut sich schwer, seine früheren Gewinne zu halten, was dem Euro (EUR) hilft, sich von seinem Intraday-Tief zu erholen.
Der US-Dollar-Index (DXY), der den Wert des Greenback gegenüber einem Korb aus sechs wichtigen Währungen abbildet, notiert bei rund 98,82, nachdem er kurzzeitig wieder über 99 gestiegen war, und bewegt sich damit nahe seinem niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen.
Der Greenback tut sich trotz hawkischer Erwartungen an die Federal Reserve (Fed) schwer, an Zugkraft zu gewinnen. Die eskalierenden Spannungen im Nahen Osten tragen wenig dazu bei, die defensive Nachfrage nach der Währung wiederzubeleben, die weitgehend durch den starken Anstieg des japanischen Yen (JPY) belastet wird.
Neue Feindseligkeiten im Nahen Osten halten die Ölpreise auf erhöhtem Niveau, was die Inflationssorgen verstärkt und das Argument für eine straffere Geldpolitik untermauert. Der US-Erzeugerpreisindex (EPI) am Donnerstag und der Verbraucherpreisindex (VPI) am Freitag werden der nächste große Test für die Fed vor ihrer geldpolitischen Entscheidung sein.
Laut dem CME FedWatch Tool sehen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von rund 60%, dass die Fed auf ihrer Sitzung am 15. bis 16. September die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird.
Auf der Euro-Seite richtet sich die Aufmerksamkeit fest auf die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag. Es wird allgemein erwartet, dass die EZB ihren Einlagensatz um 25 Basispunkte auf 2,50% anheben wird, wobei die Märkte diesen Schritt vollständig eingepreist haben. Dies wäre nach der Zinserhöhung im Juni die zweite Zinserhöhung in diesem Jahr.
Die Inflation in der Eurozone beschleunigte sich im August auf 3,3% von 2,9% im Juli, vor allem aufgrund höherer Energiepreise. Da die Zinserhöhung bereits eingepreist ist, könnte die Reaktion des Euro stärker von den Kommentaren von Präsidentin Christine Lagarde und den aktualisierten Wirtschaftsprognosen der EZB abhängen. Händler werden nach Hinweisen darauf suchen, ob die Entscheidungsträger nach September eine weitere Erhöhung in Betracht ziehen oder eine Pause planen.
Analysten von ING heben hervor, dass die jüngsten Datenrevisionen die Wachstumsstory der Eurozone untermauert haben, wobei die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal "von 0,4% auf 0,6% QoQ nach oben revidiert wurde, angetrieben von stärkerem irischen Wachstum dank einer robusten Performance multinationaler Unternehmen." Sie merken an, dass allgemein "die Widerstandsfähigkeit Europas trotz geopolitischer Entwicklungen und höherer Rohstoffpreise ein zentrales Thema des Sommers bleibt und wahrscheinlich dazu beigetragen hat, den Euro relativ teuer zu halten."
Dennoch bleibt ING bei dem Währungspaar vorsichtig und betont, dass "unsere kurzfristige Präferenz für EUR/USD auf der Abwärtsseite weiterhin hauptsächlich von unserem USD-Ausblick und der Erwartung einer Fed-Zinserhöhung im September getrieben wird." Die Bank fügt hinzu, dass "der jüngste Anstieg der Energiepreise diese Tendenz zusätzlich unterstützt", was ihre Ansicht untermauert, dass die aktuelle Stärke des Euro auf kurze Sicht schwer aufrechtzuerhalten sein dürfte.
EZB - Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die Europäische Zentralbank (EZB), mit Sitz in Frankfurt am Main, steuert die Geldpolitik der Eurozone. Ihr Hauptziel ist die Preisstabilität, definiert durch eine Inflationsrate von rund 2 %. Durch Anpassungen der Zinssätze beeinflusst die EZB maßgeblich den Wechselkurs des Euros, der tendenziell durch höhere Zinsen gestärkt und durch niedrigere geschwächt wird.
In extremen Situationen kann die Europäische Zentralbank ein Instrument namens Quantitative Easing (QE) einsetzen. QE bedeutet, dass die EZB Euros druckt und diese verwendet, um Vermögenswerte – in der Regel Staats- oder Unternehmensanleihen – von Banken und anderen Finanzinstitutionen zu kaufen. QE führt in der Regel zu einer Abschwächung des Euros. Es wird als letztes Mittel eingesetzt, wenn Zinssenkungen allein das Ziel der Preisstabilität nicht erreichen können. Die EZB setzte QE während der Finanzkrise 2009-2011, 2015 bei anhaltend niedriger Inflation und während der COVID-19-Pandemie ein.
Quantitative Straffung (QT) ist das Gegenteil von QE: Statt Staatsanleihen zu kaufen, stellt die EZB den Ankauf ein und reinvestiert fällige Beträge nicht mehr. Dies wirkt sich in der Regel positiv auf den Euro aus, da es die Liquidität am Markt verringert.
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