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EUR/USD unter Druck – Starke US-Daten dämpfen Zinssenkungserwartungen

  • EUR/USD schwächt sich am Donnerstag im frühen europäischen Handel auf etwa 1,1860. 
  • Der positive US-Arbeitsmarktbericht dämpft die Wetten auf weitere Zinssenkungen der Fed und stützt den US-Dollar.
  • Die EZB wird voraussichtlich die Zinssätze im Rest des Jahres 2026 unverändert lassen und ihren datenabhängigen Ansatz beibehalten. 

Das Paar EUR/USD handelt am Donnerstag im frühen europäischen Handel zum dritten Mal in Folge im negativen Bereich nahe 1,1860. Händler werden ein Auge auf die wöchentlichen US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung haben. Am Freitag wird die Aufmerksamkeit auf den Verbraucherpreisindex (VPI) der USA gerichtet sein, der die Inflation betrifft. 

Der Greenback stärkt sich gegenüber dem Euro (EUR), da Händler ihre Wetten auf eine Zinssenkung der Federal Reserve (Fed) im März nach den positiven US-Arbeitsmarktdaten reduzieren. Das Bureau of Labor Statistics gab am Mittwoch bekannt, dass die US-Nonfarm Payrolls (NFP) im Januar um 130.000 gestiegen sind, was stärker ist als die Erwartung von 70.000. Die Arbeitslosenquote fiel im Januar von 4,4 % im Dezember auf 4,3 %, besser als die Prognose von 4,4 %. 

Laut dem CME FedWatch-Tool rechnen die Finanzmärkte jetzt mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 94 %, dass die Fed die Zinssätze bei ihrer nächsten Sitzung unverändert lässt, gegenüber 80 % am Vortag.

Auf der anderen Seite des großen Teichs könnte die wachsende Akzeptanz, dass die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinssätze im Rest des Jahres stabil halten wird, die Gemeinschaftswährung stützen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde sagte während der Pressekonferenz, dass die Zentralbank ihren datenabhängigen und "Sitzung-für-Sitzung-Ansatz" beibehalten und sich nicht "auf einen bestimmten Zinspfad festlegen" werde. 

Rund 85 % der von Reuters in ihrer Umfrage im Januar befragten Ökonomen zeigten, dass die EZB die Zinssätze im Rest des Jahres 2026 unverändert lassen würde. 

Euro - Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Der Euro ist die Währung der 19 Länder der Europäischen Union, die zur Eurozone gehören. Nach dem US-Dollar ist er die am zweithäufigsten gehandelte Währung der Welt. Im Jahr 2022 machte er 31 % aller Devisentransaktionen aus, mit einem durchschnittlichen Tagesumsatz von über 2,2 Billionen US-Dollar pro Tag. Der EUR/USD ist das am meisten gehandelte Währungspaar der Welt und macht schätzungsweise 30 % aller Transaktionen aus. Es folgen der EUR/JPY mit 4 %, der EUR/GBP mit 3 % und der EUR/AUD mit 2 %.

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt, Deutschland, ist die Zentralbank der Eurozone. Sie legt die Zinssätze fest und steuert die Geldpolitik. Das Hauptziel der EZB ist die Preisstabilität, was entweder die Kontrolle der Inflation oder die Förderung des Wachstums bedeutet. Ihr wichtigstes Instrument ist die Anhebung oder Senkung der Zinssätze. Relativ hohe Zinssätze oder die Erwartung höherer Zinssätze stärken in der Regel den Euro und umgekehrt. Der EZB-Rat trifft geldpolitische Entscheidungen in acht Sitzungen pro Jahr. Diese werden von den Leitern der nationalen Zentralbanken der Eurozone und sechs ständigen Mitgliedern, darunter EZB-Präsidentin Christine Lagarde, getroffen.

Die Inflation in der Eurozone, gemessen am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI), ist ein entscheidender Faktor für den Euro. Übertrifft die Inflation die Erwartungen und das Ziel von 2 % der Europäischen Zentralbank (EZB), wird die EZB wahrscheinlich die Zinsen anheben müssen, um die Preisstabilität zu sichern. Höhere Zinsen im Vergleich zu anderen Währungsräumen machen den Euro attraktiver für globale Investoren und stärken somit die Währung.

Veröffentlichungen von Wirtschaftsdaten beeinflussen die Gesundheit der Wirtschaft und somit den Euro. Indikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), Einkaufsmanagerindizes (PMI), Beschäftigungszahlen und Konsumentenstimmung geben Hinweise auf die Entwicklung der gemeinsamen Währung. Eine starke Wirtschaft stützt den Euro, da sie ausländische Investitionen anzieht und möglicherweise die Europäische Zentralbank (EZB) zu Zinserhöhungen bewegt. Schwache Daten hingegen lassen den Euro oft fallen. Besonders relevant sind hierbei die Daten der vier größten Volkswirtschaften des Euroraums – Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien –, die rund 75 % der Eurozonen-Wirtschaft ausmachen.

Ein entscheidender Faktor für den Euro ist die Handelsbilanz, die den Unterschied zwischen den Einnahmen aus Exporten und den Ausgaben für Importe eines Landes über einen bestimmten Zeitraum misst. Wenn ein Land gefragte Exportgüter herstellt, erhöht sich die Nachfrage nach seiner Währung, da ausländische Käufer diese Waren erwerben wollen. Eine positive Handelsbilanz stärkt somit den Euro, während ein Handelsdefizit die Währung unter Druck setzen kann.

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