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Bitcoin vor dem Ausbruch auf 84.000 Dollar? Goldpreis kämpft um 4.000 Dollar

Am Kryptomarkt ziehen die Kurse am Sonntag auf breiter Front an. Angeführt wird die Erholung von Bitcoin (BTC), der sich dem kurzfristig entscheidenden Widerstand bei 82.000 US-Dollar nähert. Aus charttechnischer Sicht spricht derzeit einiges für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung, zumal mehrere wichtige Unterstützungszonen den Kurs nach unten absichern.

Ein Tagesschlusskurs oberhalb von 82.000 US-Dollar würde den kurzfristig positiven Ausblick untermauern. Damit könnte Bitcoin zunächst eine Erholung in Richtung 84.000 US-Dollar einleiten. Mittelfristig würde anschließend auch die Marke von 87.000 US-Dollar in den Fokus rücken.

Am Goldmarkt zeigt sich dagegen ein anderes Bild. Das Edelmetall (XAU) steht unter erheblichem Verkaufsdruck, kann die wichtige Unterstützung bei 4.000 US-Dollar bislang aber verteidigen. Nachlassendes Anlegerinteresse und eine sinkende Risikobereitschaft belasten den Goldpreis. Gleichzeitig wächst im Nahen Osten die Sorge vor einer erneuten militärischen Auseinandersetzung zwischen den USA und dem Iran.

USA: Einkaufsmanagerindex für Dienstleistungen sinkt im Oktober

Die amerikanische Privatwirtschaft ist im Oktober weiter gewachsen. Das zeigen die vorläufigen Konjunkturdaten, die S&P Global am Freitag veröffentlicht hat.

Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe stieg im Oktober auf 56,0 Punkte, nachdem er im September noch bei 55,9 Punkten gelegen hatte. Damit übertraf der Indikator die Markterwartungen von 55,6 Punkten. Im Dienstleistungssektor schwächte sich die Dynamik dagegen ab. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex fiel von 58,8 auf 57,9 Punkte und entsprach damit den Prognosen.

Auch der zusammengesetzte Einkaufsmanagerindex, der die Entwicklung in der Industrie und im Dienstleistungssektor zusammenfasst, gab nach. Er sank im Oktober von zuvor 58,4 auf 57,6 Punkte.

Die Konjunkturdaten erscheinen wenige Tage vor der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) am Mittwoch. Laut dem FedWatch-Instrument der CME Group rechnen die Marktteilnehmer mit einer Wahrscheinlichkeit von nahezu 90 Prozent damit, dass die Währungshüter den Leitzins unverändert in der Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent belassen. Lediglich 10,5 Prozent der Zinshändler erwarten eine Anhebung.

Markterwartungen zur nächsten Fed-Zinsentscheidung | Quelle: CME Group

Trotz der zunehmenden geopolitischen Spannungen und des damit verbundenen Ölpreisanstiegs zeigt sich die amerikanische Wirtschaft weiterhin robust. Die US-Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) notiert am Freitag oberhalb von 101 US-Dollar je Barrel. Die anstehende Fed-Entscheidung dürfte deshalb wichtige Hinweise für den geldpolitischen Kurs bis zum Jahresende liefern. An den Märkten wird inzwischen zugleich eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember eingepreist.

„Der Offenmarktausschuss der Fed tagt am 27. und 28. Oktober, die Entscheidung fällt am Mittwoch, dem 28. Oktober. Die Inflationsrisiken bleiben erhöht, während die Entwicklung risikobehafteter Anlagen bereits für eine Verschärfung der Finanzierungsbedingungen sorgt. Deshalb werden die Marktteilnehmer genau darauf achten, ob sich die geldpolitische Reaktionsweise der Fed verändert“, erklärte Crypto Finance in einer per E-Mail verbreiteten Analyse.

Bitcoin-Prognose: Käufer melden sich zurück

Bitcoin notiert bei 81.988 US-Dollar und setzt damit seine Erholung fort. Der Kurs hat mehrere wichtige gleitende Durchschnitte zurückerobert, die nun als technische Unterstützung dienen. Damit bleibt die kurzfristige Ausgangslage konstruktiv. Besonders wichtig ist die exponentielle 50-Tage-Linie (EMA) bei 80.884 US-Dollar. Darunter stützen die 100-Tage-Linie bei 77.532 US-Dollar und die 200-Tage-Linie bei 76.184 US-Dollar den übergeordneten Aufwärtstrend.

Auch der SuperTrend-Indikator verläuft mit 79.664 US-Dollar deutlich unterhalb des aktuellen Kurses und bildet damit eine weitere Absicherung gegen Rückschläge. Die Momentumindikatoren liefern allerdings noch kein eindeutiges Kaufsignal. Der Relative-Stärke-Index (RSI) bewegt sich mit rund 48 Punkten im neutralen Bereich. Gleichzeitig liegt der MACD-Indikator weiterhin im negativen Bereich. Das deutet darauf hin, dass die Aufwärtsdynamik eher nachlässt, als weiter an Schwung zu gewinnen.

BTC/USDT-Tageschart

Auf der Unterseite bildet die 50-Tage-Linie bei rund 80.884 US-Dollar die erste wichtige Unterstützung. Sollte Bitcoin stärker nachgeben, dürfte anschließend die SuperTrend-Linie bei 79.664 US-Dollar in den Fokus rücken. Darunter erstreckt sich zwischen der 100-Tage-Linie bei 77.532 US-Dollar und der 200-Tage-Linie bei 76.184 US-Dollar eine breitere Nachfragezone. Solange diese Marken verteidigt werden, bleibt das übergeordnete positive Chartbild bestehen. Ein Tagesschlusskurs unterhalb dieses Unterstützungsbereichs würde den Aufwärtstrend dagegen deutlich schwächen und könnte eine ausgeprägtere Korrektur auslösen.

Goldpreis-Prognose: Verkäufer behalten die Kontrolle

Der Goldpreis notiert bei 4.019 US-Dollar und bleibt damit kurzfristig unter Druck. Der Kurs bewegt sich weiterhin unterhalb einer fallenden Widerstandstrendlinie bei 4.091 US-Dollar. Darüber befinden sich mehrere wichtige exponentielle gleitende Durchschnitte sowie der SuperTrend-Indikator, die einer Erholung zusätzlich im Weg stehen.

Die exponentiellen 50-, 100- und 200-Tage-Linien verlaufen bei 4.224, 4.284 beziehungsweise 4.287 US-Dollar. Hinzu kommt die SuperTrend-Linie bei 4.223 US-Dollar. Diese gebündelten Widerstände verdeutlichen die weiterhin angespannte charttechnische Lage. Der RSI liegt bei rund 35 Punkten und signalisiert eine schwache Kursdynamik. Einen ausgeprägt überverkauften Zustand zeigt der Indikator allerdings noch nicht an. Damit bleibt Spielraum für weitere Verluste, bevor die Käufer wieder stärker eingreifen könnten.

XAU/USDT-Tageschart

Für eine Erholung müsste der Goldpreis zunächst die zuvor gebrochene Trendlinie bei rund 4.091 US-Dollar zurückerobern. Darüber wartet im Bereich von 4.223 bis 4.224 US-Dollar die nächste Widerstandszone, die sich aus dem SuperTrend-Indikator und der 50-Tage-Linie zusammensetzt. Erst ein nachhaltiger Anstieg über diese Marken würde einen erneuten Angriff auf die 100- und 200-Tage-Linien knapp unterhalb von 4.290 US-Dollar ermöglichen. Oberhalb dieses Bereichs würde sich das bislang negative Chartbild zunehmend aufhellen.

Da der Tageschart derzeit keine eindeutigen strukturellen Unterstützungen erkennen lässt, könnte ein erneuter Kursrückgang dazu führen, dass Gold zunächst tiefere Nachfragezonen ausloten muss. Gleichzeitig bewegt sich der MACD-Indikator wieder stärker in den negativen Bereich. Das spricht dafür, dass Erholungen in Richtung der genannten Widerstände weiterhin auf Verkaufsinteresse stoßen dürften.

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